Fokus, Fokus, Fokus!
Gepostet am | July 30, 2010 | Keine Kommentare
Habt Ihr bei der Planung Eures Unternehmens oder neuen Projekts die Vision definiert und die Konzeption abgeschlossen, geht es an die Umsetzung. Ihr wollt höchstwahrscheinlich ein tolles Produkt, eine klasse Website mit allen möglichen Features erstellen. Vergesst es! Nehmt Euch Euer Konzept und fragt Euch, was Ihr bis zum Launch tun
- könntet
- wollt
- müsst.
Dann macht Ihr nur das, was Ihr machen müsst. Vermutlich wird Euch bereits das bis an die Grenze Eurer Fähigkeiten bringen.
KMR
Visionen und Realismus
Gepostet am | July 29, 2010 | Keine Kommentare
“Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen”, sagte einst Altbundeskanzler Helmut Schmidt. Um ein Unternehmen zu gründen, braucht man allerdings eine Vision - andernfalls verliert man die persönlichen Ziele und den unbedingten Willen dorthin zu gelangen aus den Augen. Die Vision schliesst eine gehörige Portion Realismus nicht aus: die beiden passen meiner Ansicht nach sogar gut zusammen.
Wer schon Unternehmen gegründet hat, kennt das: eine Idee, oft im Spaß und Überschwang geboren, wird von den Gründern immer heißer diskutiert - und dabei werden meist 2 klassische Fehler begangen:
1. Wunschdenken und Vermeidung kognitiver Assoziationen: Je besser den Gründern eine Idee gefällt, desto mehr Argumente für das Gelingen dieser Idee werden angeführt - und für fast alle Ideen lassen sich extrem viele “Beweise” finden, warum gerade diese Ideen gute sein sollen. Wichtig ist, dass einige der Gründer die Rolle des advocatus diaboli einnehmen, die gemeinsamen Überlegungen hinterfragen. Vertretet die Gegenmeinung! Versucht, soviele Gegenargumente wie möglich zu finden!
2. Induktion: Die Gründer schließen aus beobachteten Phänomenen - z.B. “meine Freunde wechseln alle von StudiVZ zu Facebook” - auf eine allgemeine Erkenntnis - in diesem Fall: “StudiVZ ist tot”. Ob dem so ist, müsste man vernünftig untersuchen - jedenfalls kann man das keines falls so simpel ableiten. Macht eine ordentliche Recherche! Befragt unterschiedliche Personen!
Die Vision vorneweg und ein Mindestmaß an Realismus in der Umsetzung seiner Vision - das ist eine gute Mischung!
KMR
Tags: fallacy > induktion > kognitive dissonanz > realismus > vision > wunschdenken
Hartnäckigkeit zahlt sich aus!
Gepostet am | July 28, 2010 | 2 Kommentare
Es gibt immer 100 Gründe warum ein Unternehmen nicht funktioniert und warum andere nicht daran glauben (siehe auch: http://www.bvp.com/portfolio/antiportfolio.aspx).
Jeder Gründer sollte zuhören können, aber seine eigenen Schlüsse aus dem Feedback von “Experten” ziehen und vor allem hartnäckig an seinen Zielen festhalten.
Noch ein schönes Zitat zum Thema von Henry Ford: “If I had asked people what they wanted, they would have said faster horses!”
SK
Gründe ein Unternehmen, kein Start-up!
Gepostet am | July 27, 2010 | 2 Kommentare
Wieso kein Start-up? Das ist doch das, was wir Gründer alle machen!? Klingt komisch, ich weiß. Aber: was verbinden die meisten von uns mit dem Begriff Start-up? Coole Teams in noch cooleren Loftbüros hangeln sich von einem Business Development Meeting ins nächste. Wenn Du Dir irgendwann ein cooles Büro und die entsprechenden Mitarbeiter leisten kannst und Dein Unternehmen so groß ist, dass sich Meetings lohnen, ist das eine tolle Sache. Damit Du dieses Stadium erreichst, solltest Du ein Unternehmen gründen; ein Geschäft mit mehr Umsatz als Kosten, weniger delegierenden als ausführenden Mitarbeitern und einem Cash Flow, aus dem Du alles bezahlen kannst. Gewinn zu machen ist nie uncool.
Vergiß fürs Erste hochfliegende Pläne, frage Dich, wie Du morgen Deine Miete, das Hosting und schlussendlich auch die Pizza bezahlen kannst. Auf alles, was Du mit Deinem selbstverdienten Geld bezahlt hast, kannst Du stolz sein.
KMR
idee.vc reanimiert - Handreichungen für Unternehmensgründer
Gepostet am | July 26, 2010 | 3 Kommentare
Die Ideen sind uns nicht ausgegangen, aber die Zeit, unsere Dialoge zwischen Unternehmer und Investor zu führen, war zu knapp. Daher mussten wir idee.vc für eine Zeit ruhen lassen. Zudem hat sich Stefan aus der Rolle des reinen Investors (bei Target Partners in München) weiterentwickelt und ist selbst zum Unternehmensgründer (mit i5invest in Wien) geworden.
Ab sofort beleben wir idee.vc wieder mit unseren Gedanken. Diesmal schreiben wir kurze Handreichungen: Tipps und Überlegungen für Unternehmer, um die täglichen Herausforderungen bei Unternehmensgründungen zu meistern. Das meiste davon haben wir selbst bereits am eigenen Leib erlebt - anderes kennen wir aus unserem Netzwerk.
Nichts von dem, was wir schreiben, hat den Charakter von Richtigkeit, Endlichkeit oder Objektivität. Wenn Ihr selbst Unternehmer seid, ein Geschäft aufbauen wollt oder Ihr grundsätzlich am Thema Entrepreneurship interessiert seid, könnten die Handreichungen für Euch interessant sein. Freuen würden uns Eure eigenen Erfahrungen, Kommentare, Widerspruch, Bestätigung etc., die Ihr uns in den Kommentaren oder über Twitter hinterlassen könnt!
Viel Spass! Stefan & Michael
Gutscheine - online und lokal
Gepostet am | May 19, 2010 | Keine Kommentare
Hab gerade Benjamin’s Blogeintrag über den Citydeal-Groupon Deal gelesen. Ist wohl richtig, dass es sehr schwierig sein wird diese Modell langfristig aufrecht zu erhalten - trotzdem: Gutscheine sind ein phantastisches Mittel um Online-User zu Kunden von lokalen Gewerbetreibenden zu konvertieren. Mir reicht diese These um weiter daran zu glauben. Übrigens: Gutscheinmarkt interessiert mich persönlich sehr, weil wir ja seit einigen Monaten mit Dealhamster am Start sind und uns mit einem anderen Modell auf lokale Gratis-Gutscheine konzentrieren.
P.S. werden hier in Zukunft auch Monologe im klassischen Blogformat veröffentlichen
Speed matters
Gepostet am | May 22, 2009 | Keine Kommentare
SK: Die letzten beiden Jahre habe ich die VC Welt von der Unternehmerseite betrachtet - manchmal frustriert, manchmal interessiert, selten begeistert. Ich glaube in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum (ich bin ja jetzt viel in Österreich) gibt es einfach zuwenig Wettbewerb, sodass Geschwindigkeit bei VCs komplett unwichtig ist womit Unternehmer Schwierigkeiten haben. Das ist aber nichts neues, nur hab’s ich zum ersten Mal erlebt - was meinst du dazu?
KMR: Ich kenne nur die Unternehmerseite, und von der aus betrachtet stimme ich Dir zu: es gibt unter VCs so gut wie keinen Wettbewerb. Alle haben alle aktuellen Business Cases auf dem Tisch, alle kennen sich und die meisten arbeiten eh miteinander. Ein nettes Oligopol eben.
SK: Hat sich da nie was verändert aus deiner Sicht?
KMR: Gefühlt gab es in den Jahren 1999-2002 mehr Wettbewerb. In dieser Phase hatte ich es persönlich mehr mit strategischen Investoren zu tun. Die durch den Dotcom Crash herbeigeführte Bereinigung im VC-Markt hat in Deutschland dazu geführt, dass nur noch wenige VCs das Geschäft machen. Ob jedoch der größere Wettbewerb damals auch zu einer höheren Geschwindigkeit führte, weiss ich nicht.
SK: Für mich ist die mangelnde Geschwindigkeit bei VCs der Hauptkritikpunkt, leider gibt es gar keine Incentives für Investoren schnell zu sein. Übrigens, ich habe sehr gute Erfahrungen diesbezüglich mit Strategen gemacht und würde deshalb jedem empfehlen, neben VCs auch mit Strategen zu sprechen. Das schwierigste dabei ist an die richtigen Ansprechpartner zu kommen. Vielleicht sollten wir mal die Vor- und Nachteile der verschiedenen Finanzierungsmethoden disktutieren: VC, Stratege, Business Angels, Staatliche Player (Förderungen, KfW, High-Tech-Gründerfonds)?
KMR: Wie gesagt, habe ich zwischen 1999-2002 mit einem strategischen Investor zusammengearbeitet. Mein Fazit: Das Investment an sich war dreimal so schnell unter Dach und Fach wie bei einem VC. In der Zusammenarbeit kommt es dann darauf an, die Strategien in Übereinkunft zu bringen. Wenn das gelingt, ist ein Stratege die bessere Wahl. Aber da es noch mehr Kriterien gibt, sollten wir das in einem nächsten Beitrag diskutieren.
Idee.vc ist zurück…
Gepostet am | May 15, 2009 | Keine Kommentare
Liebe idee.vc Leser!
Nach diversen technischen Problemen, Zeitnöten und anderen schlechten Ausreden haben wir uns nach absurd langer Pause entschlossen, diesen Blog wieder zu beleben.
Danke an alle die uns gut zugeredet haben, vor allem Lukas, Medizinmann und Wordpressguru!
Hoffentlich können wir den ein oder andern Leser wieder gewinnen.
Michael&Stefan
Strategische Investoren oder VCs?
Gepostet am | February 1, 2008 | Keine Kommentare
SK: Wir haben ja schon öfters über Mehrwert von VCs diskutiert, wo man durchaus unterschiedlicher Meinung sein kann. Strategische Investoren andererseits können durchaus bei der Geschäftsentwicklung eine wichige Rolle einnehmen und neben dem Geld entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens sein. Aus VC-Sicht sind strategische Investoren ein heikles Thema, weil potentiell der Exit limitiert wird. Was denkst Du als Unternehmer darüber?
KMR: Ambivalent. Typischerweise investiert ein strategischer Investor, wenn Deine Company in sein Portfolio passt oder sie zumindest als mögliches Betätigungsfeld angesehen wird. Im Zeitablauf wird der Investor versuchen, viel von Dir zu lernen und Deine Prozesse den seinen anzupassen. Und genau da fängt das Problem an: Du musst aus Deiner Sicht überdimensionierte Tools verwenden, kilometerlange Entscheidungswege akzeptieren etc. Das ist zumindest das Ende einer Start-Up Umgebung und damit auch meist das Ende aller positiven Faktoren eines Start-Ups wie Kreativität, Geschwindigkeit usw.
SK: Interessanter Punkt. Das kommt aber sehr stark auf den strategischen Investor an! Manche verstehen sehr wohl, dass Sie das Start-Up allein arbeiten lassen müssen. Die Hauptschwierigkeit ist aus meiner Sicht, dass sich Strategen oft Vorkaufsrechte zusichern lassen, was im Verkaufsfall dazu führt, dass andere potentielle Kufer erst gar nicht mehr mit Dir reden. D.h. Du reduzierst Deine Alternativen und damit den Exitpreis. Ist Dir das egal?
KMR: Als Unternehmer bin ich von meiner Company bzw. von meinem Produkt überzeugt. Wenn ich glaubte, dass durch den Strategischen Investor das Produkt viel besser oder/und schneller entwickelt oder verkauft werden kann und ich mir damit die Marktführerschaft sichere, bin ich absolut für den Strategen. Aber eben nur dann.
SK: Du gehst von einer ganz anderen Seite an die Sache ran als ein Investor und hast natürlich auch sehr recht. Nur nochmals: Selbst wenn das Produkt schneller/besser entwicklet und vermarket wird, der Wert der Firma wird möglicherweise reduziert. Deshalb sind in vielen Fällen VCs, weil Sie vollständig und nur finanziell motiviert sind, die bessere Wahl. Auch wenn ich schon sehr positive Erfahrungen mit Strategen gemacht habe.
KMR: Klar – wenn ich die Wahl habe, entscheide ich mich auch für den VC. Dessen Ziele und Erwartungen sind einfach klarer.
Warum ist Venture Capital in Deutschland unbekannt?
Gepostet am | November 3, 2007 | 8 Kommentare
KMR: Nahezu jeder Unternehmengründer in den USA weiss, dass er sein Unternehmen grundsätzlich von Venture Capital Unternehmen finanzieren lassen kann. In Europa und insbesondere in Deutschland denken Unternehmensgründer nicht automatisch an fremde Investoren. Viele wissen gar nicht, dass es Venture Capital gibt bzw. was das heisst. Wie erklärst Du Dir diesen Unterschied zwischen den USA und Deutschland?
SK: Ich glaube, dass hängt sehr stark mit der Ausbildung zusammen. Wenn du siehst, wie oft über Venture Capital an amerikanischen Unis gesprochen wird und wie wenig in Deutschland, erklärt das schon einiges. Besonders interessant fand ich den Bericht über eine Facebook Klasse in Stanford, bei der die Studenten eine Facebook Anwendung bauen mussten. Ziel war, möglichst viele User zu generieren (mehr) – das ist auch genau dass, worauf ein VC schaut. In DE würde wahrscheinlich die Code-Qualität geprüft.
KMR: Interessanter Aspekt. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Thema Unternehmensgründung – und dies in Verbindung mit Venture Capital – an deutschen Universitäten eher Mangelware ist. Das ware dann eine kultur-soziologische Erklärung. Gibt es darüberhinaus nicht auch VC-spezifische Unterschiede?
SK: Klar, natürlich ist das irgendwo eine Henne-Ei Problem. Aber trotzdem würde ich hier den VCs nicht zuviel Verantwortung zumessen.
KMR: Meine Erfahrungen beschränken sich auf VCs in Deutschland und Großbritannien. Schon zwischen diesen habe ich einige Unterschiede in der Kommunikation zum Gründer festgestellt. Kurz zusammengefasst: die Engländer sind stark vom US-Markt beeinflusst, viel schneller in der Entscheidungsfindung und riskofreudiger.
SK: Weil es weniger Wettbewerb gibt. Aber ich sehe nur einen kleinen Teil der “Schuld” dafür bei den VCs selber. Warum interessiert sich Deiner Ansicht nach bei den Unis keiner für Unternehmensgründung bzw. warum erst seit 2-3 Jahren?
KMR: Ich sehe in Deutschland viel zu viel Scheu vor Risiko und damit davor, sich selbständig zu machen. Der typische Student hat die Selbständigkeit gar nicht im Relevant Set, sondern überlegt lieber von Anfang an, bei welchem Arbeitgeber er seine Karriere starten soll. Die Professoren sind ebensowenig auf das Gründungsthema eingestellt, da sie nicht im selben Masse wie ihre US-Kollegen eigene Unternehmen neben ihrer Lehrtätigkeit betreiben und weil sie schon an der Uni selbst nicht in einem Wettbewerb um Ressourcen (Drittmittel) oder Studenten
stehen wie beispielsweise ein Prof in Berkeley.
SK: Klingt alles eher negativ für Deutschland. Auf der anderen Seite: Für die deutschen Gründer gibt es damit wenig landesinterne Konkurrenz. Im Endeffekt ist es ja jedem selbst überlassen, welchen Weg er beschreitet, neben weniger Konkurrenz gibt es in Deutschland auch noch einen anderen Vorteil: Es gibt wesentlich mehr Fördergelder als in den USA.
KMR: Mein Eindruck ist, dass VCs in Deutschland damit beginnen, Eigen-PR zu betreiben. Anscheinend beginnt auch hier der Wettbewerb. Hast Du auch solche Anzeichen bemerkt?
SK: VCs machen die ganze Zeit Eigen-PR, viele werden behaupten, Sie sind die besten für Dich. Aber es stimmt auch, dass etwas mehr Bewegung in den Markt gekommen ist, seit auch sehr potente Business Angels wieder aktiv sind.