Wieviel darf der Gründer verdienen?

SK: Wieviel verdienst Du? 

KMR: Soviel, dass meine Frau und ich überlegen, ob wir es uns leisten können und wollen, dass sie aufhört zu arbeiten. 

SK: Viele Gründer überlegen, ob ihre Frau genug verdient, dass sie ein Unternehmen gründen können. Ich glaube übrigens, es ist essentiell, dass Gründer ein finanzielles Risiko eingehen und nicht das gleiche wie in einem Konzern verdienen. 

KMR: Unbedingt! Bei uns ist es so: Wir haben zwei kleine Kinder, um deren Erziehung wir uns beide kümmern. Das bedeutet hohe Betreuungskosten, wenn meine Frau arbeitet. Da ist es beinahe ein Nullsummenspiel, ob sie halbtags arbeitet oder sich primär um die Kinder kümmert. Ich habe allerdings an mir selbst gemerkt, dass ein anfänglich niedriges Einkommen in Verbindung mit einem hohen potentiellen Upside dazu führt, dass man sich ständig reinhängt und sehr hart für das Unternehmen arbeitet – weil man es will, aber auch muss.

SK: Grundsätzlich wollen ja Investoren die Ziele von Gründern und Managern mit ihren eigenen abgleichen. D.h. das aktuelle Einkommen sollte hoch genug sein, dass sie überlegen können, aber niedrig genug um einen Anreiz zu setzen, das Unternehmen erfolgreich zu machen und dann gemeinsam mit den Investoren zu verdienen. Außerdem ist Cash in der frühen Phase sowieso immer knapp. Ich persönlich bin oft überrascht, wie viel Cash sich Gründer vom Tisch nehmen anstatt es in die Firma zu stecken (und die Investoren machen das mit). 

KMR: Zum einen ist Gründer nicht gleich Gründer. Als ich mich selbstständig gemacht habe, hatte ich die monatlichen Ausgaben eines Studenten. Heute habe ich eine Familie mit zwei Kindern. 

SK: Sorry, dass ich Dich unterbreche. Mir ist schon klar, dass Du nicht mehr von Bafög oder vergleichbaren leben kannst. Vielleicht muss man das ganze relativ zu Deinen Opportunitätskosten sehen. Zwischen 30 und 50% von dem was du bei Daimler bekommen würdest (btw: würden die Dich nehmen?)? 

KMR: Mir geht es dabei nicht nur um die persönlichen finanziellen Rahmenbedingungen des Gründers, sondern auch um seine Qualität. Ein Gründer mit über 10 Jahren Erfahrung sollte auch aus Sicht des VCs eine sicherere Bank sein, als ein 20-jähriger. Beim Abgleich der Interessen sollten also sinnvollerweise tatsächlich die individuellen Rahmenbedingungen von Gründer und VC betrachtet werden.  

SK: Zusätzlich spielt natürlich noch die Marktsituation eine wesentliche Rolle – es folgt also für mich: eine allgemeine Beantwortung der Frage: „Wieviel darf der Gründer verdienen?“ ist nicht sinnvoll. Insgesamt muss der Unternehmer halt für sein erhöhtes Risiko entlohnt werden (wenn auch nur später und bei Erfolg).

4 thoughts on “Wieviel darf der Gründer verdienen?

    • Hallo Max,

      ab sofort werden Stefan und ich “weiterreden” – allerdings in etwas anderer Form: in kurzen Handreichungen geben wir unsere 2 Cents den täglichen Herausforderungen des Unternehmers hinzu.

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