Ein Tag im Leben eines Entrepreneurs

SK: Du hast letzte Woche gemeint, 5 Firmen zu betreuen sei keine Arbeit, Du bist jetzt nur bei einer, was machst du den ganzen Tag? 

KMR: Das schreibt mir ja schon der VC ins Gebetbuch, dass ich mich fokussieren soll ;-) Im Ernst: Einen typischen Tagesablauf gibt es für mich nicht. Grundsätzlich unterscheide ich zwischen drei Tätigkeiten, den dringenden, den wichtigen und den administrativen. 

SK: Dann erzähl mal von den wichtigen. 

KMR: Ich muss als Geschäftsführer meines Unternehmens – auch unabhängig vom VC - auch unabhängig vom VC – letztlich dafür sorgen, dass das Business läuft. In meinem Fall bedeutet das konkret, dass wir nicht schlechter als unser Business Plan performen. Also: mit einem gegebenen Budget muss ich einen geplanten Umsatz (über-)erzielen. Da fängt die Arbeit damit an, immer innerhalb der „richtigen“ Strategie zu arbeiten. Die gilt es festzulegen und sie immer wieder zu hinterfragen bzw. anzupassen.

SK: Denkst du wirklich so oft über Strategie nach? Viele Entrepreneurs scheinen in ihrer täglichen Arbeit unterzugehen. Konsequenz ist dann, dass der Schritt zurück und das Betrachten aus „Vogelperspektive“ nicht mehr möglich ist. 

KMR: Das ist in der Tat ein sehr guter Punkt. Ich hatte gerade heute Vormittag eine Strategiesession mit meinem Investor, der sich auch als Sparringspartner sieht. In der Tagesarbeit ist sehr schwierig, sich nicht von den „dringenden“ oder „administrativen“ Aufgaben überrollen zu lassen. Überschlägig verbringe ich bestimmt 10-15% meiner Zeit mit Admin-Kram – das liegt allerdings auch daran, dass ich bei uns alle diese Sachen mitübernehme. 

SK: 10-15% nur, finde ich gar nicht so schlimm. Hast du Tipps, wie man es schafft, sich auf die wichtigen Sachen zu konzentrieren? Und was sind denn dringenden aber unwichtigen Tätigkeiten, siehst du da Möglichkeiten die Arbeit zu reduzieren? 

KMR: Ich orientiere mich an meinen Kindern bei der Trennung von Wichtigem und Unwichtigem. Manchmal müssen meine Kinder höchste Priorität geniessen und dann arbeite ich auch nicht. Manchmal allerdings auch wollen sie zwar, dass ich mich um sie kümmere, aber in diesem Moment geht es eben nicht. Dann müssen die “dringenden” Sachen warten, da die “wichtigen” Vorrang haben ;-) Um mir diese Freiheit bei der Kinder(erziehung) leisten zu können, bin ich gezwungen, effizient zu arbeiten. „Dringende“ Arbeiten betrachte ich zwiespältig – die Dringlichkeit kommt meistens von aussen an einen heran. Wenn es aber gerade nicht reinpasst, stelle ich meine eigenen Prioritäten gegen die Dringlichkeit anderer – nur so kann ich meinen Stiefel durchziehen, oder, mit anderen Worten: meiner Strategie folgen. 

SK: Lernt man das oder ist man ein geborener Entrepreneur? 

KMR: Schwierig zu beantwortende Frage: Unternehmer werden ja nur wenige Leute, aber die Fähigkeit des effizienten Arbeitens lernt man sicher am besten, wenn man konstant unter (Zeit-)Druck arbeitet. Ich habe an mir festgestellt, dass ich sogar unter Druck kreativer bin – obwohl landläufig ein gegenteiliger Zusammenhang vermutet wird. 

SK: Viele Sachen gleichzeitig machen ist wohl als Entrepreneur genauso wichtig, wie als VC. 

KMR: Wir können ja mal eine Woche tauschen?!

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