Internationalisierung

SK: Deutsche Startups sehen sich mit der Frage konfrontiert: Wohin internationalisieren? Ist sehr schwer zu beantworten, aber tendenziell sollte man doch den grösstmöglichen Markt angehen – das ist meist USA.

KMR: Eine sehr gute Frage. Bei Web 2.0 Anwendungen bzw. Communities gibt es oft eine Ausrichtung auf deutschsprachige Zielgruppen. Dann muss man sich die Frage stellen, ob eine solche Community auch in anderen Zielgruppen – sprich: Kulturen – funktionieren würde. Es gibt allerdings Beispiele – siehe XING – bei denen eine Geographie der Zielgruppe irrelevant zu sein scheint. Dann bietet sich die USA als grösster homogener Markt an – oder man geht nach Osteuropa bzw. Länder mit einem Nachholbedarf in Sachen Community.

SK: VCs denken natürlich immer über das Potential nach bzw. das Kosten/Nutzen-Verhältnis. Und nachdem die Internationalisierung nach Polen wohl ähnlich oder sogar mehr Aufwand (wegen Sprache) ist, als die nach USA – warum Osteuropa? Ich weiss, das ist heutzutage hip und in der USA ist die Konkurrenz oft sehr gross, aber reicht das als Begründung?

KMR: Das hängt vom Inhalt Deiner Anwendung ab: Wenn ich eine Studentencommunity betreibe, muss ich die nationalen Eigenarten der Studenten im jeweiligen Land berücksichtigen. Bei “Networking” (Xing) dürfte der Unterschied geringer ausfallen, da wahrscheinlich alle Gesellschaften weltweit in irgendeiner Art Netzwerke bilden.

SK: Ja, das ist schon klar. Wollte nur betonen, dass die Grösse des Marktes für VCs oft relevanter ist als für die Unternehmer – vielleicht weil VCs “grössenwahnsinniger” sind als die Unternehmer?

KMR: Noch grössenwahnsinniger? ;-) Die Grösse eines Marktes ist auch für den Unternehmer ein wichtiges Datum – eines unter vielen. Insbesondere bezüglich Communities ist die prognostizierte Aktivität der User ein mindestens ebenso wichtiges Kriterium. Betreibt man dagegen eine eCommerce Site ist das Marktvolumen sicher ausschlaggebend.

SK: Was sind denn bei der Internationalisierung die drei wichtigsten Faktoren für Dich? Ich würde sagen: Marktgröße ist ganz klar Nummer 1. Dann wird’s schwer, kulturelle Entfernung vielleicht. Gibt wohl einen besseren Begriff, ich meine der Unterschied zwischen Deutschland und Frankreich ist kulturell sicher grösser als zwischen Deutschland und Österreich. Nummer drei? Wettbewerb vielleicht.

KMR: Meine drei Favoriten sind: (Vorhandensein und Beschaffenheit der) Zielgruppe, Marktvolumen und existenter Wettbewerb.

SK: Dann sind wir uns ja fast einig. Nicht ganz in der Reihenfolge – würde mich interessieren ob es da irgendwelche Untersuchungen gibt. Vielleicht sollten wir das ganze ja mal mit idee.vc ausprobieren – Expansion nach China?

KMR: Zumindest meine Chinesisch-Kenntnisse sind begrenzt.

6 thoughts on “Internationalisierung

  1. Liebe Grüße an das Idee.vc Team,

    ich bin eher zufällig (die große Suchmaschine läßt grüßen) auf dieses Blog gekommen.

    Und – ich habe grade vom ersten bis zum letzten Artikel meine Aufmerksamkeit komplett Ihren Dialogen gewidmet.

    Gerade für Gründer, die sich informieren und orientieren wollen, ist ihr Blog eine informative und wohltuende Abwechslung zum sonst oftmals so schreierischen Umfeld der VCs, BAs und Gruender.

    Ich konnte für mich auf jeden Fall die notwendigen Informationen aus dem Blog ziehen – und wer weiß – eventuell schreib ich Ihnen Herrn Kalteis noch einmal eine seperate Mail.

    Es grüßt
    Marco

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