Die Erfolgsstory von Lingo24

Der folgende Beitrag über das schottische Übersetzungsunternehmen Lingo 24 und seinen Gründer Christian Arno wurde von Corina Marcuti verfasst.

Nachdem er in Oxford sein Studium der Fächer Französisch und Italienisch mit Erfolg abgeschlossen hatte, gründete der Unternehmer Christian Arno sein Übersetzungs- und Lokalisierungsunternehmen Lingo24 im Jahr 2001 mit nur wenig Existenzgründungskapital. Arno baute Lingo24, das seine Anfänge im Gästezimmer seines Elternhauses im schottischen Aberdeen hatte, inzwischen zum größten Übersetzungsunternehmen Schottlands auf – und zu einem der am schnellsten wachsenden weltweit. Der voraussichtliche Gewinn für 2010 liegt bei mehr als €7 Millionen. Arnos Geschichte zeigt einige wichtige Aspekte auf, wie man als Start-up in einem ungünstigen Wirtschaftsklima erfolgreich ist.

Einer der wichtigsten Aspekte ist der, dass man es sich als Start-up mit begrenztem Kapital nicht leisten kann, viel Geld für Projekte wie Werbung oder Bürofläche auszugeben, ohne zu wissen, wie hoch die Investitionsrentabilität genau sein wird. Glücklicherweise entdeckte Arno bereits früh die Leistungen des Internets im Hinblick auf sowohl Marketing- als auch Kommunikationszwecke.

Arno begann sein Unternehmen mit einem Netzwerk von Angestellten und freiberuflichen Übersetzern, die in der ganzen Welt von zu Hause aus arbeiteten und online kommunizierten. Dadurch, dass er keine Büroflächen anmieten musste, konnte Arno nicht nur die Betriebskosten und CO2-Bilanz seines Unternehmens senken, sondern zugleich rund um die Uhr arbeiten, mit Mitarbeitern in unterschiedlichen Zeitzonen, die sich untereinander jeweils bei Geschäftsschluss ablösen.

Die Entdeckung von SEO, Keywords und Google AdWords als preiswerte und höchst effiziente Online-Marketingmethoden brachte Lingo24 eine bedeutende Wende. Durch das Investieren von Nominalbeträgen für Click-through-Ergebnisse bei Google AdWords war Arno in der Lage, Lingo24 geradewegs an die Spitze der Suchmaschinenrankings zu befördern und gleichzeitig die Beliebtheit verschiedener Keywords auszutesten, indem er kontrollierte, welche unter ihnen von Monat zu Monat den höchsten Click-through-Traffic einbrachten.

Keywords anhand von Suchmaschinenergebnissen online zu recherchieren, festzustellen, was die Konkurrenz verwendete, und Keyword-Suchanwendungen, wie beispielsweise Google Keywords, zu verwenden, waren weitere effiziente Methoden, die Arno einsetzte, um die besten Bedingungen zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) festzustellen. Durch das Herausfinden der besten Kniffe für einen Erfolg in den Google-Rankings – u.a. durch den gut sichtbaren Gebrauch von Keywords, die regelmäßige Aktualisierung der Websites durch relevante, nützliche Informationen und den Aufbau von Links zu Partner-Websites mittels Gast-Postings und Medienberichterstattung – stieg Lingo24 an die Spitze der Google-Rankings und hält sich dort.

Arno stellte fest, dass es auf dem europäischen Markt – insbesondere in Skandinavien und Deutschland – einen weit geringeren Wettbewerb in der Übersetzungsbranche gab als im Vereinigten Königreich, und nicht nur das, denn auch der Wettbewerb um Suchmaschinenrankings war schwächer, allein aufgrund der Tatsache, dass es insgesamt weniger Website in anderen Sprachen als Englisch gab.

Er entschloss sich, die Geschäfte von Lingo24 auf den europäischen Markt auszuweiten, um seinen Kundenstamm zu vergrößern und Kursschwankungen abzudämpfen. Lingo24 entwarf fünf übersetzte Test-Websites für europäische Länder, und der daraus resultierende Höchststand des Geschäftsbetriebs war hinreichend ermutigend, mittels Websites für Frankeich, Deutschland, Österreich, die Schweiz (auf Französisch, Deutsch und Italienisch), Belgien (auf Französisch und Flämisch), die Niederlande, Luxemburg (auf Französisch und Deutsch), Norwegen, Schweden und Dänemark weiter zu expandieren.

All diese Websites waren vollständig lokalisiert und suchmaschinenoptimiert, hatten regionale Domain-Namensendungen, enthielten intensiv recherchierte regionale Keywords, und ihre Inhalte waren von im Zielland lebenden Muttersprachlern übersetzt und enthielten kulturspezifische Hinweise und Redewendungen. Diese intensive Lokalisierung der Websites wurde als notwendig erachtet, da Internet-Demographien zeigen, dass Englisch zwar quasi die Muttersprache des Internets ist, die Mehrheit der Internetbenutzer jedoch keine englischen Muttersprachler sind und 85% der Verbraucher sich nur dann für den Kauf eines Produkts auf einer Website entscheiden, wenn sie Informationen darüber in ihrer eigenen Muttersprache vorfinden.

Lingo24 konnte dank seiner lokalisierten Websites diese Lücke im europäischen Online-Übersetzungsmarkt ausnützen, und das Unternehmen wuchs mit rasanter Geschwindigkeit, was die Eröffnung seiner Büros in Rumänien und zuletzt in Panama ermöglichte, um einen internationalen Komplettservice rund um die Uhr anbieten zu können.

Die derzeitige Strategie von Lingo24 liegt darin, sich von anderen Übersetzungsunternehmen abzuheben: durch den Einsatz innovativer Technologien, wie zum Beispiel das revolutionäre webbasierte System XTM zur computerunterstützten Übersetzung (CAT), das es Übersetzern und Korrekturlesern ermöglicht, sich einzuloggen und überall auf der Welt gleichzeitig an einem Projekt zu arbeiten. Außerdem erlaubt es Kunden, ihre Projekte zu aktualisieren und in Echtzeit zu überwachen.

Das XTM-System nutzt überdies statistische Maschinenübersetzungen, die ein Glossar der häufig wiederkehrenden Begriffe aufbauen, welche dann automatisch angeboten werden können, wenn sie im Kontext eines neuen Textes vorkommen. Je länger also Übersetzer an einem Projekt arbeiten, umso schneller kommen sie voran. Die Technologie ist mit sämtlichen Dateiarten kompatibel und sowohl strukturoffen, d.h. Lingo24 kann die Arbeitsprozesse unendlich vergrößern, als auch quelloffen, d.h. Kunden behalten ihr Terminologie-Glossar und die Kontrolle darüber.

im Wesentlichen lässt sich Folgendes von Christian Arnos Geschäftsstrategie lernen: die Kosten niedrig halten, indem man, wann immer möglich, von zu Hause aus arbeitet; das Internet für Marketing und zur Kommunikation nutzen und mit den aktuellsten technologischen Fortschritten mithalten. Mit einer ähnlichen Strategie und dem Engagement für eine geniale Idee können auch Sie ein zu Hause gegründetes Start-up in ein international erfolgreiches Unternehmen verwandeln.

Über Lingo24:
Das internationale Übersetzungs- und Lokalisierungsunternehmen Lingo24 wurde im Jahr 2001 gegründet und beschäftigt mittlerweile etwa 4.000 professionelle freiberufliche Übersetzer, die insgesamt einhundert verschiedene Sprachkombinationen abdecken.

2 thoughts on “Die Erfolgsstory von Lingo24

  1. Pingback: MY-TAG » Die Erfolgsstory von Lingo24 : idee.vc

  2. Pingback: Tweets that mention Die Erfolgsstory von Lingo24 : idee.vc -- Topsy.com

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Proudly powered by WordPress
Theme: Esquire by Matthew Buchanan.