Kunde kommt vor Wettbewerb

Eine der ersten Fragen an einen Unternehmer lautet oft: Wer sind Deine wichtigsten Wettbewerber und wie differenzierst Du Dich ihnen gegenüber? Grundsätzlich ist die Beschäftigung mit dem Wettbewerb eine wichtige und sinnvolle Tätigkeit. Insbesondere dann, wenn man selbst als Player von seinem eigenen Wettbewerb wahrgenommen wird ;-)

Aber zuerst kommt der Kunde – und damit das Produkt. Bevor ich mich mit meinem Wettbewerb beschäftige, muss ich sicherstellen, dass ich ein sehr gutes Produkt habe und an wen ich es verkaufen will. Wenn ich meine Zielgruppe definiert habe, setze ich alles daran, diese Zielgruppe zu befriedigen. Und zwar nicht unbedingt mit Produktaspekten, die die Konkurrenz nicht anbietet, sondern mit solchen, die der Kunde haben will. Das kann dasselbe sein, muss es aber nicht!

Seht Euch den momentan herrschenden Patentstreit im Smartphone Markt an: Apple, Microsoft, Nokia, Motorola und andere bekämpfen sich gegenseitig und drohen dabei die Bedürfnisse ihrer Kunden aus den Augen zu verlieren. Nehmt Euch ein Beispiel an Jeff Bezoz, den Gründer von Amazon: “We are customer obsessed, not competition obsessed.”

i5labs afterworks

Im Rahmen von i5invest (Projektname i5labs) laden wir ab jetzt jeden 2. Donnerstag im Monat ab 18:00 Uhr (open end) Gründer und Leute mit Ideen in unser Büro in Wien (Spengergasse 37, 1050) ein um sich informell bei einem unterhaltsamen Abend besser auszutauschen und vor allem um eine ungezwungene und lockere Vernetzung der Start-Up Szene in Österreich zu ermöglichen.

Die Pitch-Drinks dienen dazu neue Projekte innerhalb der Spengergasse und spannende externe Projekte oder Start-Ups jeweils im Rahmen eines 2-4 minütigen Pitches vorzustellen. Auch kann die Gelegenheit genutzt werden um Ideen (privat oder beruflich) zu pitchen um sich von den anderen Feedback zu holen, Interesse für die Idee zu wecken oder damit ein Projekt zu initiieren.

Wir freuen uns auf Dein kommen – bitte vorab um kurzes mail an afterworx@i5invest.com

SK

Such Dir den richtigen Rechtsanwalt!

Viele Gründungsthemen sind Rechtsthemen: Den richtigen Rechtsbeistand zu wählen, ist dabei unablässig – folgende Tipps aus meiner Erfahrung:

- Suche einen Rechtsanwalt, der unternehmerisch denkt und vielleicht auch ein bisschen mit ins Risiko geht (z.B. geringe Stundensätze zu Beginn)
- Achte darauf, dass Dein Rechtsanwalt pragmatisch und verständlich Deine Fragen beanwortet
- Triff Dich persönlich mit dem Rechtsanwalt: Auge in Auge können Herausforderungen viel effizienter gelöst werden.

SK

Aus Erfolgen lernen

Aus Fehlern lernen ist eine beliebte Weisheit, die man nicht nur von den Grosseltern und Eltern zu hören bekommt, sondern die sogar in Managementkursen gelehrt wird, mit den auffordernden Worten: “Machen Sie (aktiv) Fehler! Lernen Sie dann aus Ihren Fehlern.”

Was wollte man schon dagegen sagen? Tatsächlich spricht nichts gegen den frommen Wunsch, aus Fehlern zu lernen – nur: was lernst Du denn daraus? Du lernst, was Du nicht machen sollst. Du lernst aber nicht, was Du machen sollst. Und daher ist die Aufforderung Fehler aktiv zu begehen auch Unsinn.

Drehen wir den Spiess um: Lerne aus Deinen Erfolgen! Wenn Du einmal erfolgreich warst, weisst Du immerhin, was Dich in diesem Fall zum Erfolg geführt hat. Das muss dann bei der nächsten Gelegenheit nicht genauso wieder zutreffen, aber es ist in jedem Fall ein besseres Hilfsmittel, um erfolgreich zu arbeiten, als die Fehlervariante.

Im übrigen scheint mir das Ausmerzen von Fehlern auch eine typisch deutsche Eigenschaft zu sein: schon Kinder bekommen beigebracht, wie sie ihre Schwächen beheben können. Besser wäre es, sich auf seine Stärken zu konzentrieren und diese auszubauen. Das fördert Spitzenleistungen und macht viel mehr Spass!

Die beste Ausrüstung

Ist Dir schon einmal aufgefallen, dass die Skifahrer mit der besten Ausstattung nicht die sind, die am besten fahren? Sind Dir auch schon Musiker aufgefallen, die mit eher basaler Ausrüstung verdammt gute Musik gemacht haben?

Die Ausstattung macht nicht den Meister. Die beste Ausstattung haben die mit dem meisten Geld, nicht aber zwingend die besten ihrs Faches. Es ist nicht wichtig, ob Du das neueste iPhone oder die beste Brainstorming-Software hast – aus einer mittelmäßigen Idee wird durch “Top Gear” kein brillantes Start-up.

Top Hardware und Software, ein Designerbüro etc. können nur unterstützen, nicht aber die Grundlage für Spitzenleistungen sein. Daher starte mit dem, was Du hast. Billige Rechner und die Studentenbutze tun es allemal. Es kommt auf Dich an!

Delegieren und Selber machen

Früher hatten die Chefs Sekretärinnen, die später Assistentinnen genannt wurden, weil das besser klingt. Ab einer bestimmten Unternehmensgrösse können Manager nicht auf Sekretärinnen/Assistentinnen verzichten – warum, das ist mir bis heute unverständlich. Schon jede Terminabsprache beispielsweise ist via Assistentin viel umständlicher – für alle Beteiligten.

In einem kleinen frisch gestarteten Unternehmen gibt es typischerweise keine Assistentinnen. Auch gibt es viele Arbeiten, die “der Chef” selbst erledigen muss, obwohl es Mitarbeiter und womöglich Praktikanten gibt. Anstatt sich als Chef möglichst von diesen Aufgaben zu lösen, ist es besser, sie aktiv anzunehmen und selbst zu lösen. Nicht nur aufgrund dt Vorbildfunktion, sondern ganz einfach, weil es dann schneller vorangeht: delegieren ist der Anfang von Bürokratie und Administration um ihrer selbst Willen.

Selber machen, heisst die Devise!

Prokrastination zahlt sich nicht aus

Als die Krankheit der Moderne wurde sie bezeichnet: die Prokrastination. Aus dem Lateinischen stammend, heißt es übersetzt “auf morgen verschieben” – und sofort fällt der altbekannte Spruch ein: “Morgen, morgen, nur nicht heute – sagen alle faulen Leute.”

Jeder von uns prokrastiniert. Warum, darüber besteht noch wenig Einigkeit. Die banale Erklärung lautet: Faulheit. Eine der anspruchsvolleren besteht darin, das wir Menschen aus mehr als einem Ich bestehen – und das eine Ich weiß, dass eine Arbeit zu erledigen ist, das andere Ich dies jedoch nicht einsieht und andere Tätigkeiten für wichtiger erachtet. Eine wiederum andere Erklärung ist die, dass der persönliche Wille nicht stark genug ist, weil er nicht ausreichend trainiert wurde – da er ähnlich einem Muskel funktioniert, muss er trainiert werden – dann wird weniger prokrastiniert.

Für den Unternehmer ist Prokrastination Gift. Der Unternehmer definiert sich über das Gegenteil des Prokrastinierens, die sofortige Umsetzung, das Handeln. Meine Empfehlung:
- keine ToDo-Listen anlegen, sondern alles sofort umsetzen
- wenn Du anfängst zu prokrastinieren, mache etwas ganz anderes: beispielsweise laufen gehen, Kaffee machen, einkaufen, etwas machen, was Dir Spass macht, etc.
- einfacher abzuarbeitende ToDos vornehmen
- die schwierigste, blödeste Arbeit zuerst erledigen.

Schein und Sein

Die meisten mir bekannten deutschen Unternehmer sind keine Schauspieler. Sie sind geradeheraus, authentisch und reden ungeschminkt. Diese Wesensart unterscheidet sich vom typischen Manager, der aus Karriereerwägungen auf der mikropolitischen Geige seines Unternehmens mitmusizieren muss und sich je nach Stimmung entsprechende Rollen zulegt.

Auch das Web 2.0 fördert Authentizität und Ehrlichkeit, wie an verschiedenen illustren Gegenbeispielen deutlich wurde.

Allerdings gibt es eine Wesensart des Menschen, die dem grundsätzlichen Wunsch nach Echtheit widerspricht: Menschen wollen keine Misserfolge sehen. Wir alle wollen keine Hässlichkeit sehen. Wir haben lieber Erfolg, Schönheit und verehren daher auch Menschen, die “Angelegenheiten im Griff haben”, die “wissen, wo es lang geht.”

Das bedeutet, dass wir es mit der Authentizität nicht übertreiben sollten, wenn wir – um erfolgreich zu sein – auf andere angewiesen sind: der (Möchtegern)Unternehmer, der vornehmlich Schwächen zeigt, wird nicht ernstgenommen. Der Entrepreneur, der dem VC sagt, dass er finanziell mit dem Rücken zur Wand steht, wird im Zweifel nur in der Bewertung gedrückt oder gar nicht finanziert.

Die Moral? Wenn es Dir schlecht geht, zeige das nur im privaten Umfeld. Gegenüber Geschäftspartnern solltest Du Stärke zeigen – auch wenn Du sie zumindest zeitweise vorspielen musst. Du wirst nur ernstgenommen, wenn “Du weißt, wo es lang geht.”

Entscheide!

Jede vertagte Entscheidung vergrößert den Berg der abzuarbeitenden Dinge. Wie Du es von To Do Lists kennst, werden diese Listen immer länger, die Berge immer höher, bis die wartenden Aufgaben ein Ausmass angenommen haben, das niemals mehr abgearbeitet werden kann und folgerichtig von Dir ignoriert werden.

Also: von nun an ersetzt Du jedes “Das muss ich mir überlegen” durch ein “Das muss ich jetzt entscheiden”. Entscheide sofort und für Dich selbst und andere unmissverständlich. Triff Entscheidungen hinsichtlich kleinerer Fragestellungen, arbeite Dich mit jeder Entscheidung an die Lösung größerer Zusammenhänge heran. Die meisten Probleme sind sowieso zu komplex, als dass man eine einfache Lösung für sie hätte!

Uns: es gibt keine “perfekten” Lösungen. Du wirst merken, dass getroffene Entscheidungen, so suboptimal sie nachträglich auch erscheinen mögen, Dir ein Gefühl des Weiterkommens vermitteln. The show must go on – oft kommen Dir auf dem Weg zur Lösung gerade durch getroffene einzelne Entscheidungen hilfreiche Ansätze in den Sinn. Daher teile Deine Probleme auf und arbeite sie Schritt für Schritt mit einzelnen Entscheidungen ab!

Meetings

Je größer das Unternehmen, desto mehr Meetings werden anberaumt. Es soll Manager geben, die tagelang nur in Meetings stecken und keine Zeit für ihre eigentliche Arbeit finden.

Der Sinn von Meetings besteht darin, Menschen zusammenzubringen, die normalerweise nicht persönlich zusammenarbeiten – um die Kommunikation zwischen ihnen zu erleichtern bzw. Inhalte zu transportieren. Leider dienen nur wenige Meetings diesem honorigen Zweck: oft beherrschen Mikropolitik und Ineffizienz die Agenda der geschäftlichen Treffen.

In Start-ups gibt es auch Meetings. Hier besteht die Gefahr darin, dass man sich (vorrangig deswegen) trifft, weil man ein gutes Team ist, die anderen Teammitglieder mag und in der Gruppe ein gutes Gefühl erzeugt. Dies mag dem einen oder anderen zu hart formuliert erscheinen, ist aber durchaus realistisch.

Ein Meeting ist dann effizient, wenn jeder Teilnehmer hinterher schlauer ist und besser weiterarbeiten kann als vorher. Eine kurze konkrete Agenda, eine vorher definierte Dauer sowie verpflichtende Action Items – also aus dem Meeting hervorgehende Handlungen – sind unverzichtbare Bestandteile eines guten Meetings. Versuche, diese drei Punkte jedesmal einzuhalten!

Gehe ins Bett, wenn Du müde bist

Müdigkeit verleugnen ist eine schlechte Idee! Wenn Du müde wirst, gehe ins Bett und schlafe!

Ein typisches Merkmal des Selbständigen ist die Arbeit bis zum sprichwörtlichen Umfallen, also bis man nicht mehr kann und aufhören muss. Dieses Verhalten kommt manchem mannhaft oder tugendhaft vor, ist aber unsinnig:

Wer müde ist,
- trifft unsinnige Entscheidungen,
- ist nicht kreativ,
- verliert sich in Nebensächlichkeiten,
- ist unkonzentriert und
- arbeitet grundsätzlich ineffizient.

Und wer dauerhaft überanstrengt arbeitet, wird irgendwann die Zeche in Form eines Burnout oder Herzinfarktes zahlen. Daher lohnt sich übertriebene Härte sich selbst gegenüber nicht. Geht schlafen, wenn Du müde bist!

Urlaub – abschalten oder dranbleiben?

Aus aktuellem Anlass – idee.vc ist aus dem Urlaub zurück!

Der typische Urlaub eines Unternehmers sieht so aus: Bewaffnet mit Smartphone, Tablet und Notebook wird als allererstes die Wifi/WLAN-Verfügbarkeit überprüft. Ist kein WiFi vorhanden, ärgert er sich. Ist es vorhanden, werden alle Geräte angemeldet, emails heruntergeladen und das Urlaubsdomizil in Foursquare und Gowalla angelegt, so noch nicht vorhanden. Dieses Prozedere wiederholt sich in den Folgetagen – bis es der Freundin oder Frau zu bunt wird und sie darauf besteht, dass man die großen und kleinen Computer aus der Hand legt und endlich den Urlaub genießt.

Besser ist es, auch wenn es verdammt schwerfallen kann, ab Tag 1 keine emails abzurufen und das Handy tagsüber auszulassen. Abends oder morgens ein kurzer Check, ob es einen wichtigen Anruf gab – das sollte völlig genügen. Idealerweise habt Ihr Bücher dabei, keine Sachbücher, sondern gute Geschichten, die Euch von Beginn Eures Urlaubs an in andere (Gedanken-)Welten führen. Zwei Wochen abschalten, etwas Neues erleben, planlos den Tag verbringen – dies ist äußerst erholsam: auch der Workaholic wird feststellen, dass ihm dies sehr gut tut und er nach dem Urlaub zwar widerwillig aber schnell ins Arbeitsleben zurückfindet.

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