Prokrastination zahlt sich nicht aus

Als die Krankheit der Moderne wurde sie bezeichnet: die Prokrastination. Aus dem Lateinischen stammend, heißt es übersetzt “auf morgen verschieben” – und sofort fällt der altbekannte Spruch ein: “Morgen, morgen, nur nicht heute – sagen alle faulen Leute.”

Jeder von uns prokrastiniert. Warum, darüber besteht noch wenig Einigkeit. Die banale Erklärung lautet: Faulheit. Eine der anspruchsvolleren besteht darin, das wir Menschen aus mehr als einem Ich bestehen – und das eine Ich weiß, dass eine Arbeit zu erledigen ist, das andere Ich dies jedoch nicht einsieht und andere Tätigkeiten für wichtiger erachtet. Eine wiederum andere Erklärung ist die, dass der persönliche Wille nicht stark genug ist, weil er nicht ausreichend trainiert wurde – da er ähnlich einem Muskel funktioniert, muss er trainiert werden – dann wird weniger prokrastiniert.

Für den Unternehmer ist Prokrastination Gift. Der Unternehmer definiert sich über das Gegenteil des Prokrastinierens, die sofortige Umsetzung, das Handeln. Meine Empfehlung:
- keine ToDo-Listen anlegen, sondern alles sofort umsetzen
- wenn Du anfängst zu prokrastinieren, mache etwas ganz anderes: beispielsweise laufen gehen, Kaffee machen, einkaufen, etwas machen, was Dir Spass macht, etc.
- einfacher abzuarbeitende ToDos vornehmen
- die schwierigste, blödeste Arbeit zuerst erledigen.

4 thoughts on “Prokrastination zahlt sich nicht aus

  1. Prokrastination ist manchmal hilfreich… manche Dinge erledigen sich von selbst wenn man sie liegen läßt. Im Sinne einer Work-Life Balance, die für dauerhafte Spitzenleistungen unbedingt erforderlich ist, und im Hinblick auf die zunehmenden Fälle von Burn-Out, ist Prokrastination durchaus etwas, was sich auszahlt. Wenn man es nicht übertreibt.

  2. @Christina
    Ich denke, es fängt noch vor dem “nicht machen möchten” an: warum möchte man etwas nicht machen? Es muss einen Grund dafür geben. Möglicherweise handelt es sich um eine für den momentanen Geisteszustand um eine zu anspruchsvolle Aufgabe. Dann macht es keinen Sinn, daran weiterzuarbeiten.

    Prokrastination ist m.E. nicht, etwas zu unterbrechen, um sich wieder fit zu machen und anschliessend daran weiterzuarbeiten, sondern sich ein Ersatzhandlung zu suchen, die “genausogut” ist, mit der man seine Inaktivität im ersten Falle entschuldigen kann.

  3. “wenn Du anfängst zu prokrastinieren, mache etwas ganz anderes: beispielsweise laufen gehen, Kaffee machen, einkaufen, etwas machen, was Dir Spass macht, etc”

    Meiner Meinung nach ist Prokrastination genau das: Weil man etwas nicht machen möchte, sucht man sich eine Ersatzhandlung. Auf einmal ist es sehr viel wichtiger, sich einen Kaffee zu machen, auf einmal erscheint unerlässlich, sofort und auf der Stelle das Büro aufzuräumen. Und die zu erledigende Arbeit? Die liegt auch abends noch am Schreibtisch. Obwohl der Tag voll war mit Dingen, die man stattdessen erledigt hat.

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