Schein und Sein

Die meisten mir bekannten deutschen Unternehmer sind keine Schauspieler. Sie sind geradeheraus, authentisch und reden ungeschminkt. Diese Wesensart unterscheidet sich vom typischen Manager, der aus Karriereerwägungen auf der mikropolitischen Geige seines Unternehmens mitmusizieren muss und sich je nach Stimmung entsprechende Rollen zulegt.

Auch das Web 2.0 fördert Authentizität und Ehrlichkeit, wie an verschiedenen illustren Gegenbeispielen deutlich wurde.

Allerdings gibt es eine Wesensart des Menschen, die dem grundsätzlichen Wunsch nach Echtheit widerspricht: Menschen wollen keine Misserfolge sehen. Wir alle wollen keine Hässlichkeit sehen. Wir haben lieber Erfolg, Schönheit und verehren daher auch Menschen, die “Angelegenheiten im Griff haben”, die “wissen, wo es lang geht.”

Das bedeutet, dass wir es mit der Authentizität nicht übertreiben sollten, wenn wir – um erfolgreich zu sein – auf andere angewiesen sind: der (Möchtegern)Unternehmer, der vornehmlich Schwächen zeigt, wird nicht ernstgenommen. Der Entrepreneur, der dem VC sagt, dass er finanziell mit dem Rücken zur Wand steht, wird im Zweifel nur in der Bewertung gedrückt oder gar nicht finanziert.

Die Moral? Wenn es Dir schlecht geht, zeige das nur im privaten Umfeld. Gegenüber Geschäftspartnern solltest Du Stärke zeigen – auch wenn Du sie zumindest zeitweise vorspielen musst. Du wirst nur ernstgenommen, wenn “Du weißt, wo es lang geht.”

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