Über die Schattenseite des Unternehmertums

Als Unternehmer ist man von seinem Tun überzeugt und denkt dabei hauptsächlich an die Freiheit, die man in der tagtäglichen Arbeit geniesst. Man hat keinen Chef, man gestaltet seine Arbeit inhaltlich und zeitlich weitgehend so, wie man es selbst für richtig hält.

Das einzige Korrektiv stellen die Kunden dar – die bringen gelegentlich den eigenen Zeitplan durcheinander oder verlangen, am Einschulungstag seines Sohnes eine Präsentation zu halten. Und das führt uns auch zur Schattenseite der Selbständigkeit, die Thema eines aktuellen Papiers von Mike Wright und Shaker Zahra mit dem Titel: The Other Side of Paradise: Examining The Dark Side of Entrepreneurship.

Darin bemerken die Autoren, dass in der gesamten Literatur über Entrepreneurship den negativen Aspekten der Selbständigkeit wenig Platz eingeräumt wurde. Insbesondere die oft langen Arbeitszeiten und das Nicht-Abschalten-Können des Unternehmers fordern ihren Tribut in den Familien. Gescheiterte Ehen und Zerwürfnisse in Familienunternehmen zeugen davon.

Wright und Zahra rufen zu größeren Forschungsanstrengungen auf: insbesondere müsse untersucht werden, was den Unternehmer zum Unternehmer mache, was ihn vom Angestellten unterscheide, und wann aus unternehmerische Leidenschaft eine dysfunktionale Besessenheit wird, die zu den Problemen in sozialen Bereichen führt.

Vom Titel des Papiers habe ich mir mehr versprochen, als die Autoren letztlich liefern. In den USA ist zur Zeit eine lebhafte Diskussion darüber in Gange, ob Start-ups besser von jungen Menschen gegründet werden, die noch keine Familie und die sich daraus ergebenden Verpflichtungen haben. Die einen vergleichen Unternehmensgründer mit Spitzensportlern, die mit 25-30 Jahren ihre Leistungshöhepunkte haben. Die anderen (zu denen ich selbst qua eigenen höheren Alters auch gehöre) sehen eher die Persönlichkeit des Unternehmers im Vordergrund, die mit den Herausforderungen, die sich in unterschiedlichen Lebensphasen ergeben, gleichermassen gut umgehen können.

Aber jeder Selbständige kann sich – idealerweise an einem verregneten Tag – die einzelnen Aspekte der Schattenseite des Unternehmertums auflisten. Um die Arbeit zu erleichtern, beginne ich hier:

- Wird das Geld reichen?
- Werde ich den Auftrag bekommen?
- Komme ich aus dem Rechtsstreit wieder heraus?
- Wieso bekomme ich immer Ärger, wenn ich abends geschäftlich verabredet bin?
(bitte vervollständigen)

KMR

One thought on “Über die Schattenseite des Unternehmertums

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