Der Tiefpunkt (2)

Im Beitrag Der Tiefpunkt habe ich darüber sinniert, dass in nahezu allen Start-ups auf eine Zeit der Vorbereitung und die Freude über den Launch eine Schwächephase folgt. Dies kann entweder wirklich nur eine Phase sein, d.h. sie geht vorüber und man entsteigt ihr wie Phoenix der Asche, oder es handelt sich um ein Dead End – eine Sackgasse: das Produkt taugt nichts, die Geschäftsidee wird am Markt nicht angenommen, etc.

Die wichtigste Wirkung dieser Schwächephasen ist das Aussieben: spätestens hier trennt sich Spreu von Weizen. Sehr gute Unternehmer und ihre Teams werden in Schwächephasen hart an sich und am Produkt arbeiten, nicht den Mut verlieren und die schwierige Situation als Ansporn verstehen, um noch besser zu werden. Diese erneute Anstrengung gepaart mit tatsächlich erzielten Verbesserungen führen die Gründer aus der Talsohle heraus zum Erfolg. Sollte es sich tatsächlich um ein Dead End handeln, werden hervorragende Gründer dies erkennen und rechtzeitig das Projekt beenden oder ihm einen Spin in eine ganz andere Richtung verpassen.

Mittelmässige Gründer und Teams werden in einer Schwächephase demotiviert und strengen sich weniger an, weil sie den Erfolg ihrer Bemühungen nicht sehen. Sie erkennen daher nicht, welche Änderungen am Produkt nötig wären und schleppen ein und dasselbe Produkt mit sich herum – möglicherweise so lange, bis niemand mehr daran glaubt. Wenn das Projekt in der Schwächephase hätte gerettet werden können, hätten sie es nicht bemerkt. Wenn es sich um ein Dead End handelt, merken sie es erst, wenn sie sich im Wendehammer befinden.

KMR

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