Pivoting

Der Pivot – ein im Start-up Zusammenhang aus dem Amerikanischen stammender Begriff für eine (signifikante) Änderung des Geschäftsmodells – ist nicht zuletzt durch den grossen Erfolg des überaus lesenswerten Buchs “The Lean Startup” von Eric Ries in Mode gekommen.

Gemeint ist mit dem Pivot die nach einiger Zeit notwendig gewordene Kurskorrektur der Unternehmensstrategie. Hat der Gründer beispielsweise monatelang vergeblich versucht, sein Produkt über Handelsvertreter an den Markt zu bringen, muss er sich die Frage stellen, ob diese Strategie lediglich mit anderen Mitteln weiterbetrieben werden soll oder ob sie an sich korrigiert werden muss, um das Unternehmen vor dem Untergang zu retten.

Entscheidet sich der Unternehmer für eine Kurskorrektur – einen Pivot – ist dies eine aus der Erfahrung abgeleitete Massnahme. Der Pivot an sich ist dagegen kein Strategieelement. Das sollte man wissen, denn es wird zunehmend so getan, als ob allein Strategieänderungen bereits Elemente der Strategie seien. Diesen Fehler begeht selbst das Wall Street Journal, das Instagram Gründer Kevin Systrom als gutes Beispiel für “Pivoting” anführt.

Flexibilität und Variantenreichtum sind essentielle Bestandteile der Unternehmensstrategie – nur sollte das nicht mit einer Bereitschaft zur sprunghaften Änderung von Geschäftsmodellen verwechselt werden. Gerade im Erkennen, ob ein Pivot notwendig ist oder nicht, liegt die Fähigkeit des guten Unternehmers. Verpasst er den Sprung zum neuen Geschäftsmodell, betreibt er ein Living Dead. Wechselt er jedoch bei den ersten Schwierigkeiten die Strategie, kann das genau der falsche Schachzug sein: Pivoting ist eine Fähigkeit, keine Strategie.

3 thoughts on “Pivoting

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