Warum Unternehmer (auch) am Wochenende arbeiten

Der Unternehmer unterscheidet sich vom Angestellten unter anderem dadurch, dass er die Arbeit nicht als Pflicht, Last oder Mühsal ansieht: der Selbständige arbeitet gern und – wie das bekannte Sprichwort auf den Punkt bringt – selbst und ständig. Heisst: er freut sich nicht unbedingt auf das Ende des Arbeitstages, sondern hängt lieber noch ein Stündchen dran. Das Wort “Überstunde” existiert nicht, denn es gibt keinen Index an abzuleistender Zeit, den man überschreiten könnte.

arbeitszeit

Quelle: FAZ

 

Auch am Wochenende, wenn andere ihre Smartphones ausschalten, damit sie nicht belästigt werden, denkt der Unternehmer typischerweise an sein Geschäft und nicht selten nimmt er sich ab Sonntag nachmittag Zeit, die Arbeitswoche vorzubereiten.

Momentan ist eine schlechte Zeit, dieses Verhalten argumentativ zu unterstützen, weil es en vogue ist, sich über “always on”, “totale Erreichbarkeit” und Überforderung durch die unterschiedlichsten Medien zu beschweren. Politisch korrekt und opportun ist es derzeit, einen sogenannten Burnout (eine vage Beschreibung unterschiedlichster gesundheitlicher Symptome) mit allen Mitteln zu vermeiden.

Leider ist das Jammern auch eine typisch deutsche Eigenschaft. Wie die nebenstehende Graphik zeigt, arbeiten wir Deutsche so wenig wie nie zuvor – und dennoch leiden wir an Überarbeitung.

Die mir bekannten Unternehmer und Gründer arbeiten alle viel mehr als der durchschnittliche Angestellte. Die Wochenarbeitszeiten liegen durchaus im Rahmen von Unternehmensberatern der oberen Liga, als bei 60 Stunden und mehr. Natürlich sagt die Arbeitszeit, also der Input, herzlich wenig über die Leistung – den Output -aus. Und erfolgreiche Unternehmer messen niemals den Input, sondern ausschliesslich den Output.

Arbeitszeiten Entscheidungsträger

Quelle: W&V

Aber aller Erfahrung nach sind Spitzenleistungen meist das Ergebnis harter Arbeit. (Interessant in diesem Zusammenhang sind die Betrachtungen zu den Schattenseiten des Unternehmertums). Talent und Expertise sind zwar notwendige Voraussetzungen für Bestleistungen, aber keine hinreichenden Bedingungen. Die erfolgreichsten Unternehmer sind die, die am härtesten arbeiten. Lesenswert in diesem Zusammenhang ist diese Rede von Don Tapscott, die er vor INSEAD Absolventen gehalten hat.

Daher – und weil es insbesondere diesem Typus Mensch wenig ausmacht – spricht nichts gegen viel Arbeit und gegen Arbeit am Wochenende. Eine Überforderung des Körpers macht sich dann schon bemerkbar – und gegen ein paar Tage Auszeit spricht auch gar nichts. Aber gerade die “extra mile”, das Quentchen härterer Arbeit, zahlt sich aus. Daher – haut rein!

4 thoughts on “Warum Unternehmer (auch) am Wochenende arbeiten

  1. Was für ein elendes Gejammer. Ach, hat es der Unternehmer schwer. Und nur wer mehr als 60 Stunden arbeitet, ist wirklich gut. Das ist logisch, denn diese Leute haben natürlich viel Zeit,

    - Kinder zu erziehen
    - die Jugendmannschaft (vorzugsweise Hockey) zu trainieren, in der Sohnemann und Töchterlein des Nachmittags spielen oder
    - Nachts um halb zwei den nach Sekundenschlaf an einem Baum verunfallten Unternehmer mit der freiwilligen Feuerwehr aus seiner Karre zu schneiden.

    Na ja, hat ja schon der olle Goethe erkannt: “Am Gelde hängt, zum Gelde drängt doch alles.”

    Klar ist der fleißige und ideenreiche Unternehmer ein ganz wichtiger Stützpfeiler unserer Gesellschaft. Aber wer das zum einzig wahren Lebensmodell verklärt – und dann noch darüber lamentiert, wie hart das doch alles ist – verkennt die Realität, läuft am Leben vorbei und wird letzen Endes eines nicht sein: ein erfolgreicher Unternehmer.

  2. BTW: der Beitrag soll keinen Aufruf zum Stundenschaufeln sein! Die Kunst liegt in der Effizienz. Allerdings schafft diejenige mehr, die 10 Stunden effizient arbeitet, als jene, die dies nur 6 Stunden macht ;-)

  3. @Andreas

    Deine Punkt kann ich nur unterstützen! Die Zeit (Input) ist nicht entscheidend, sondern der Output. Aber: aller Erfahrung nach heisst mehr Zeit, mehr Output (da Unternehmer oft sehr effizient arbeiten).

  4. Der entscheidende Punkt ist doch: Wenn ich Spaß habe an dem was ich tue, dann empfinde ich es nicht als Arbeit, sondern gehe auf in der Aufgabe die ich mir selber stelle.

    Insofern kann ich den Punkt mit der Menge des Zeiteinsatzes nicht ganz nachvollziehen – viel entscheidender ist die intrinsische Motivation. Und wenn ich es dann noch schaffe den Flow (http://de.wikipedia.org/wiki/Flow_(Psychologie)) zu erreichen ist mir sowieso alles egal und ich schaue auch nicht mehr auf die Uhr.

    - Andreas

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