Yukitaka Nezu über den Start von AppInvest

Yuki beschreibt in mobilbranche das Entstehen und den Hands-On-Ansatz von AppInvest. Zum Ablauf einer Investition meint er:

Da wir uns konzeptionell mit den jeweiligen Geschäftsmodellen auseinandersetzen wollen wir uns bereits in der Frühphase engagieren. Für uns sind diejenigen Finanzierungsvolumina interessant, die für klassische VCs typischerweise zu klein sind – Investitionen ab € 50-100 Tsd. In derselben Größenordnung bieten wir externen Investoren an, AppInvest ihr Kapital zur Verfügung zu stellen; d.h. auch vermögende Einzelpersonen oder Business Angels können sich mit AppInvest zusammenschliessen und direkt in die App Economy investieren. Ihr Vorteil dabei: Sie bleiben dank der engen Betreuung durch uns nah an ihrem Investment ohne selbst operativ tätig werden zu müssen.

Insbesondere der letzte Satz dieses Absatzes ist wichtig: Business Angels bringen des öfteren zwar das Kapital und die Bereitschaft zur Investition mit, verfügen jedoch weder über Erfahrung in der Strukturierung von Investments, noch wollen sie sich über die Maßen mit operativen Details befassen. Beide Themen nimmt ihnen AppInvest ab: eine saubere Strukturierung der Deals und eine intensive operative Begleitung geben dem Geldgeber die Sicherheit, dass sein Kapital in guten Händen ist.

Einfach verständlich, gut bedienbar und nutzenstiftend – Merkmale eines erfolgreichen Produkts

Wie unsere Freunde von appstar berichten, achten Nutzer bei der Beurteilung von Apps besonders auf die drei Qualitätskriterien:

  • Stabilität der Anwendung
  • Einfache Bedienung und
  • Klar erkennbaren Nutzen.

Nur auf diese Weise überzeugende Apps werden nicht gelöscht. Mit anderen Worten: dies sind die notwendigen (!) Bestandteile. Dann kommt noch eine für erfolgreiche Apps hinreichende Anforderung hinzu: eine App muss täglich im Einsatz sein – ansonsten braucht man sie nicht. Bitte lest Euch diesen Satz nocheinmal laut vor:  EINE APP MUSS TÄGLICH IM EINSATZ SEIN, ANSONSTEN BRAUCHT MAN SIE NICHT.

Wir erweitern den Anwendungsbereich dieser Kriterien salopp von Apps auf alle Produkte und Services, mit denen Ihr Euch selbständig macht: fragt Euch, ob Euer Start-up täglich von Eurer Zielgruppe gebraucht wird. Vielleicht können wir dieses harte Kriterium aufweichen und durch “nahezu täglich” oder “sehr regelmässig” ersetzen – eine immer noch harte Anforderung! Stellt Euch dieser Anforderung! Kreiert Produkte, die man täglich benötigt, nach denen man süchtig wird. Dann werdet Ihr erfolgreich.

Venture Capital loves Apps

Während im Jahr 2009 nur 19% des Venture Capital aus dem Technologiebereich in Mobile Anwendungen flossen, sind das im Jahr 2012 laut Investmentbank Rutberg & Co. bereits stattliche 46%.  Grössten Anteil an dieser Entwicklung haben mobile Apps: 26% des Risikokapitals fliessen in B2C App Start-ups.

VC and Apps

VC and Apps

VC and Apps

AppInvest – Investitionen in die App Economy

Jetzt ist es offiziell – wir haben unsere AppInvest Website freigeschaltet. Das war gar nicht so einfach, denn die Website besteht nur aus einer Seite – und Ihr glaubt nicht, wie schwer es ist, wenig zu schreiben, wenn man auch viel schreiben könnte. Von der Beschränkung auf 160 Zeichen bei Twitter ist uns dieses Phänomen bekannt.

AppInvest

 

Wie einige unserer Leser bereits wissen, haben wir AppInvest mit dem Ziel gegründet, Investitionen in die App Economy zu tätigen: Neben konkreten Apps sind damit auch Produkte und Services gemeint, die auf Apps basieren bzw. bei denen Apps eine entscheidende Rolle einnehmen. Wir  bieten mit AppInvest externen Investoren die Möglichkeit, sich direkt in die Wachstumsbranche Nr.1 – die Mobilbranche – einzukaufen. Mit diesem Fokus besetzen wir eine hochinteressante Nische, die für alle diejenigen potentiellen Kapitalgeber wichtig ist, die an die Digitalisierung weiter Teile des täglichen Lebens glauben.

Hier auf idee.vc werden wir uns zu den Themen äussern, die auch bei AppInvest wichtig sind und Unternehmensgründern helfen können, ihre Start-ups zu launchen und erfolgreich voranzutreiben: extrem wichtig für jeden Entrepreneur ist der Austausch untereinander und der unverkrampfte Umgang zwischen Gründern und Investoren. Für diese konstruktive Zusammenarbeit soll AppInvest stehen – wir freuen uns sehr auf die Gespräche mit vielversprechenden Gründerteams, die sich in der Zwischenzeit auch schon gut angelassen haben.

Interessierte Start-ups können sich auf AppInvest über das Vorgehen für eine Zusammenarbeit informieren.

Yuki in der mobilbranche über den Start von AppInvest

startup berlin sucht business angel

In Berlin sitzt die Kreativität – Startups suchen Business Angels jetzt schon per Abrisszettel an Strassenlaternen. Die verwendeten Schlagwörter wie “really scalable” oder “unique high-concept” sprechen eine eindeutige Sprache: hier sind echte Profis am Werk. Viel Erfolg!

Wie gut ist meine Geschäftsidee? – oder: wenn Experten irren

Du hast eine gute Idee, bist selbst davon begeistert und Dein direktes Umfeld auch. Bei der Recherche stellst Du fest: gibt es schon, in mehrfacher Ausprägung, nicht nur von amerikanischen sondern sogar von deutschen Anbietern. Ist das bereits der Punkt, an dem Du aufgeben und Deine Idee verwerfen solltest?

Nein.

Basis-Innovationen gibt es sehr selten. Höchstwahrscheinlich wirst Du also nichts wirklich Neues erfinden, sondern “nur” ein Produkt, das entweder besser als alles bisher Vergleichbare ist, einen Service, der einen signifikant höheren Nutzen stiftet oder einen Dienst, den es zwar grundsätzlich schon gibt, der aber in Deiner Version jetzt auch von anderen Zielgruppen genutzt werden kann.

Ein konkretes Beispiel: Im Zeitalter temporärer Arbeitsplätze und verteilter Teams, die mit Hilfe virtueller Kommunikationstechniken miteinander arbeiten, ist der Bedarf an Collaboration bzw. Projektmanagement-Software gross. Daher tummeln sich seit Jahren Anbieter desktopbasierter Software wie Jira oder Basecamp und bieten ihren Nutzern durchaus umfangreiche Tools zur Zusammenarbeit. Auf der weniger komplexen Seite des Spektrums befinden sich mit anderen Teammitgliedern teilbare Tabellenkalkulationen, Textverarbeitungen und Präsentationsprogramme, die ebenso wie ihre komplexeren Schwerstern zunehmend auch als Apps auf mobilen Endgeräten nutzbar sind. Aktuell schwappt mit US-Anbietern wie Asana eine weitere neue Welle an Produkten auf den Markt: an Collaboration Tools herrscht definitiv kein Mangel.

Blickt man sich um im erweiterten Bekanntenkreis, wie dezentrale Teams zusammenarbeiten, treten erstaunliche Ergebnisse zutage: durchaus häufiger als erwartet arbeiten beispielsweise die einzelnen Teammitglieder individuell an Excel-Tabellen und mailen sich die Ergebnisse anschliessend zu. Den Effekt kennen wir seit Jahrzehnten: falsche Versionen werden bearbeitet, Änderungen gehen verloren, von einer Echtzeit-Information ist man weit entfernt. Etwas besser gestaltet sich die Situation durch den Einsatz von Cloud-Services wie Dropbox, box.net oder iCloud, die zumindest einen für alle Teilnehmer gleich aktuellen Zugriff auf das identische Dokumen erlauben.

Von einer richtigen Zusammenarbeit ist man mit dieser Lösung noch weit entfernt. Weiterhin werden Dokumente über individuelle email Clients verschickt, es gibt keinerlei Rechtemanagement, Zuordnung von Verantwortlichkeiten oder eine mit dem eigenen Kalender synchronisierte Terminierung. Dies liefern aktuell nur Services wie Jira oder Basecamp. Die allerdings sind für bestimmt 75-85% der Arbeitsgruppen der reine Overkill: zum einen bieten sie Funktionen, die nicht gebraucht werden, aber ständig im Bearbeitungsfenster erscheinen. Zum anderen muss diese Funktionsvielfalt bezahlt werden. Wer möchte schon Kosten von mehr als 100 Euro monatlich haben, nur um mit seinem Team effizient kommunizieren zu können?

Dieser eine use case ist ein schönes Beispiel für die Vielfalt an möglichen Geschäftsideen für Dich: nur, weil es Collaboration Software bereits in Hülle und Fülle gibt, heisst das nicht, dass Du nicht eine Team App an den Start bringst, die für hundertausende Anwender geeignet wäre. Suche nach der Nische, finde Deine Kategorie, und ignoriere Bedenkenträger – insbesondere die sogenannten Experten – deren Argument “gibt es schon” ist. Gerade Experten neigen zu völliger Fehleinschätzung der Situation. Überall, selbst in überfüllten Märkten gibt es Chancen. Das Video-Streaming Start-up TapIn.tv ist ein schönes Beispiel: anders als bei den existierenden Video-Apps muss der Nutzer keine Angaben zu Kanal und Beschreibung des Contents machen, sondern er startet die App und das Video wird unmittelbar mit Ortsbezug übertragen. Ergreife Deine Chance!

Boston Design Museum – Gründung eines Non-Profit Start-up

Ein Museum gründen? Das ist sicher eine der letzten Ideen, die Dir in den Sinn kommen, wenn es um Deine nächste Geschäftsidee geht. Für Sam Aquillano und Derek Cascio war die Gründung des Design Museum Boston allerdings eine logische Konsequenz aus ihren Interessen und einer sich bietenden Gelegenheit.

Design Museum Boston

Die Start-up Story des Design Museum Boston ist eine Kombination aus Leidenschaft, Erkennen von Gelegenheiten und zupackendem Handelns. Wie Sam beschreibt, sind er und sein Partner Derek Design-Freaks. Design ist für sie ein Prozess, um die Zukunft zu erkennen: jede neue Idee, jedes neue Produkt sollte in ein Design übersetzt werden, um von Menschen beurteilt werden zu können. Im Kleinen kennt jeder von uns das Szenario: wir sprechen im kleinen Kreis über eine neue Idee. Erst nachdem die Idee zu Papier gebracht wurde – als Text oder Scribble – erkennen alle Teilnehmer ob sie das Gleiche meinten und ob sie von diesem Ergebnis immer noch so überzeugt sind, wie von ihrer ursprünglichen Idee. Design beginnt also nicht erst in seiner Ausprägung in den unterschiedlichen Anwendungsgebieten (z.B. ein Layout in der Werbung), sondern bildet den Rahmen eines ganzheitlichen Prozesses, an dessen Ende eine neue Erkenntnis steht.

Im Jahr 2009 fiel Sam und Derek die plötzliche Erfolg von Pop-Up Stores auf: lokalen Geschäften, die für begrenzte Zeit eröffnet wurden. Die Idee hinter Pop-Up Stores ist die interessante Kombination aus günstigen Ladenmieten aufgrund hoher Leerstände, die Möglichkeit zur Beschränkung auf eine rudimentäre Ausstattung im Sinne eines Outlets und die durch die befristete Öffnungszeit entstehende Knappheit des Angebots, die für Begehrlichkeit unter potentiellen Kunden sorgt. Der entscheidender Faktor allerdings, der letztlich zum Entstehen des Design Museum Boston führte, ist die Tatsache, dass Leerstände regelmässig in Bestlagen entstehen; dort also, wo sich bereits viel Menschen tummeln.

Dieser Aspekt – verknüpft mit dem Wunsch, vielen Menschen das Thema Design näherzubringen, bedeutete die Geburtsstunde eines Museums, das nicht in einem zentralen Gebäude stattfindet, sondern dezentral auf befristete Zeit an unterschiedlichen hochfrequentierten Orten. So befinden sich die Standorte des Design Museums Boston in Einkaufszentren und belebten Innenstadtlagen. Eine Übersicht des Gesamtangebots an Events gibt es auf der Website.

Uns gefällt diese Start-up Geschichte sehr gut, weil die beiden Gründer auf Basis ihrer Leidenschaft zu einem Thema eine günstige Gelegenheit am Schopfe ergreifen und daraus ziemlich clever ein Produkt bauen, das – trotz seiner Innovativität – allen Menschen begrifflich bekannt ist: ein Museum. Wenn Ihr weitere Stories dieser Art kennt oder Eure eigene Start-up Geschichte mit uns teilen möchtet, schreibt uns an!

Mit den Großen spielen, oder: Schöpferische Zerstörung, ganz konkret

“Wenn Du mit den Großen spielst, pass auf!” sagte schon Oma, und meinte damit in etwa: die sind wilder als Du und haben viel mehr Kraft als Du: duck Dich, wenn die Großen zuschlagen!

Was Oma seinerzeit orakelhaft verkündete, hat für Dich nichts von seiner Richtigkeit verloren, auch wenn Du jetzt erwachsen bist und ein Start-up gegründet hast. Erwachsen bist Du vielleicht, groß deshalb nicht unbedingt. Die Großen, das sind die mit den tiefen Taschen, mit immenser Reichweite, weltweit verteilten Nutzern – die Marken. Wenn Dein Geschäftsmodell auf einem Produkt oder Service eines der Großen aufbaut, denke an Deine Oma: Du kannst mit den Großen spielen – und das ist auch gut für Dich, weil Du von ihnen eine Menge lernen kannst. Und es macht eigentlich immer mehr Spaß, mit Größeren zu spielen, weil man dadurch besser wird – vom positiven Renommee nach außen ganz zu schweigen.

Nehmen wir an, Du hast im Jahr 2010 einen Twitter Client gebaut, der als App die damalige Twitter App mühelos in den Schatten stellte. Respekt! Du machst (den Großen) vor, wie eine nutzerfreundliche App gebaut wird. Die Nutzer honorieren dies und binnen kurzer Zeit katapultieren Dich ein gutes Produkt, zufriedene Nutzer und solide PR an die Spitze des App Stores. Das sehen natürlich Deine Kollegen und bauen ebenfalls Twitter Clients, einer besser als der andere. Du jedoch hast Glück des Tüchtigen und wirst Anfang 2011 in einem sogenannten Acqui-hire übernommen. Well done. Die positive Seite: Du bist ab sofort Mitglied eines großen talentierten Teams (sehr gewiss). Der Nachteil: Dein Produkt wird eingestellt oder so stark verändert, dass Du es nicht mehr wiederkennst (wahrscheinlich).

Oder nehmen wir an, Du hast eine App auf Basis der Facebook Platform entwickelt. Sie entwickelt sich prächtig und die Facebook Ingenieure werden auf Dich aufmerksam. Du wirst nach Menlo Park eingeladen, um Deine Arbeit vorzustellen und eine weitere Integration zu diskutieren. Respekt! Vor Ort stellst Du jedoch fest, dass aus der von Dir erhofften mehr oder weniger gleichberechtigten Zusammenarbeit zwischen Facebook und Dir nichts wird, sondern Dir ein Acqui-hire angeboten wird. In diesem Fall hast Du jedoch weder mit dieser Variante gerechnet, noch bist Du sonderlich daran interessiert, Deine Selbständigkeit gegen einen 9-5 Entwickler-Job in der Zentrale einzutauschen. Du bist enttäuscht und verstehst ein ganz kleines bisschen die Welt nicht mehr.

In beiden Fällen hast Du mit den Großen gespielt. Und in beiden Fällen hast Du nicht an Deine Oma gedacht. Du nahmst an, dass Du ein gleichberechtigter Mitspieler wärest. Du bist davon ausgegangen, dass man sich auf Augenhöhe begegnet und die jeweiligen Ziele dieselben seien. Das ist zwar nicht auszuschliessen: immerhin wurde Instagram für 1 Milliarde übernommen, aber doch eher selten. Du brauchst nicht davon auszugehen, dass Du oder Dein Produkt für ein großes Unternehmen so wertvoll (b)ist, dass Du als gleichberechtigter Partner auftreten kannst. Das große Unternehmen wird Dich solange für seine Zwecke einsetzen, wie dies sinnvoll erscheint. Dann wird es Dich entweder kaufen oder fallenlassen. Oder Du bist durch andere Ereignisse irrelevant geworden.

Was Dir womöglich zu hart oder unfair vorkommt, ist natürlich ein ganz normaler und ökonomisch sinnvoller Vorgang: versetze Dich selbst in die Lage eines Managers bei Facebook, Twitter, Google, Apple et al. Dir liegt das Wohl Deines Unternehmens am Herzen. Und selbst wenn Du beispielsweise zuständig für Developer Relations bist, heisst das nicht, dass Dein Ziel die bestmögliche Betreuung der mit Dir zusammenarbeitenden Entwickler ist, sondern dies ist lediglich Dein Instrument. Du kümmerst Dich um Entwickler, die Deine API nutzen und tust alles, damit sie glücklich sind und ihre Vorstellungen hinsichtlich Weiterentwicklung umsetzen können. Aber das ist kein Selbstzweck, sondern nur da Mittel für die tiefe Verankerung Deiner Plattform in der Developer Community, die am Ende des Tages zur größtmöglichen Reichweite Deiner Services führt. Das Ganze nennst Du “Social Platform” und definierst Regeln für die Nutzung und Zusammenarbeit. Da Du derjenige bist, der die Regeln definiert, kannst auch Die sie ändern. Und dies durchaus autokratisch und nicht zwingend in einem basisdemokratischen Prozess gemeinsam mit den angeschlossenen Entwicklern.

Wechseln wir wieder die Perspektive: was Dir aus Entwickler- bzw. Gründer-Sicht “unfair”, “unmöglich” oder als “falsche Strategie” erscheinen mag, kann aus Unternehmenssicht eine durchaus valides sinnvolles Vorgehen sein: Das Unternehmen sieht sein Ziel erreicht, wenn sein Produkt von einer kritischen Nutzermasse verwendet wird. Zunehmend braucht es keine Unterstützung bei der Gewinnung von Neukunden mehr – es ist zu einem großen Unternehmen, einer Marke geworden. Du wirst gar nicht mehr gebraucht oder bekommst die Möglichkeit, für das Unternehmen zu arbeiten. Schumpeter nennt das schöpferische Zerstörung: wenn Du Dich gegen das Unternehmen entscheidest, kannst Du auf der Höhe Deines Produkts aussteigen, anerkennen dass der Mohr seine Schuldigkeit getan hat und zu neuen Ufern aufbrechen. Mache etwas Neues, fange wieder von vorn an, sei wieder innovativ! Aber heul nicht.

5 Ratschläge für Unternehmensgründer

Heute bin ich über ein Interview mit Richard Branson gestolpert, der Unternehmensgründern 5 allgemeine Tipps gibt. Wie so oft bringt er das Wesentliche mühelos auf den Punkt, so dass ich hier einfach seine Ratschläge übersetze und mit Euch teile:

  1. Wenn es Dir keinen Spass macht, mach’s nicht!
  2. Sei innovativ und mache etwas Neues!
  3. Deine Mitarbeiter sind Dein wertvollstes Kapital. Zufriedene Mitarbeiter bedeuten zufriedene Kunden.
  4. Führe durch Zuhören: Hole Dir regelmässig Feedback von Mitarbeitern und Kunden!
  5. Sei präsent: Vermarkte Dein Unternehmen, indem Du Dich oder einen wichtigen Mitarbeiter ins Rampenlicht stellst!

Der erste Ratschlag kann auch umformuliert werden: wenn Dir etwas soviel Spass macht, dass Du Dir vorstellen kannst, es den ganzen Tag zu machen, dann hast Du womöglich schon die Idee zu Deinem Start-up gefunden. Das steht in direktem Zusammenhang mit Punkt 2: wenn Du nur nachahmst oder einer Idee nachhängst, weil sie am Markt erfolgreich ist, vergiss es: schaffe lieber etwas Neues, etwas, auf das Du stolz sein kannst!

Punkt 5 wird dem einen oder anderen in Deutschland etwas seltsam erscheinen – und Du denkst vielleicht, der Milliardär Richard Branson kann es sich selbst als 60-Jähriger erlauben, mit einem nackten Fotomodel zu surfen, aber ich…..? Mache Dir darüber nicht allzuviele Gedanken: bevor Du Richards PR-Stunts imitierst, gibt es genügend Gelegenheiten, Dein Unternehmen öffentlich zu verkörpern: blogge, beteilige Dich an Konversationen im Social Web, besuche Konferenzen, etc.. Was Richard meint: Du stehst als Marke für Dein Unternehmen. Wenn Du gut und vertrauenswürdig rüberkommst, glaubt man auch an Dein Unternehmen.

Und dann füge ich noch meinen persönlichen Lieblings-Tipp als Nr. 6 hinzu:

  • Mach es! Wenn Du überlegst, ob Du etwas machen sollst, oder lieber erst nocheinmal darüber nachdenken solltest, mache es!

Für dieses vielen Leuten tendenziell chaotisch vorkommendes Vorgehen gibt es gute Beispiele.

Wie Du kreativ bleibst

Manchmal hast Du einen Lauf: die Gedanken sprühen nur so aus Dir heraus und Du verblüffst Dich und Deine Umwelt mit neuen Produktideen. Dann aber gibt es Zeiten, in denen Du nicht aus dem Quark kommst: Dir fehlen die Impulse und Du fühlst Dich leer. Es gibt ein paar Tips, die Dir aus diesem Loch heraushelfen und Dir – ganz ohne die entsprechende Energiebrause – Impulse geben.

Raus aus dem Alltag!
Generell solltest Du darauf achten, nicht auf eingefahrenen Schienen zu verharren, sondern Deine Alltagsroutine regelmässig zu unterbrechen und Verhaltensmuster zu ändern. Das kann Urlaub bedeuten, muss es aber nicht. Iss etwas anderes als sonst, kaufe woanders ein, gehe in eine andere Bar, lies ein Buch, dessen Inhalt nicht zu Deiner momentanen Lebensphase passt. Alles Unerwartete bringt Dich auf andere Gedanken.

Sprich mit Anderen!
Erweitere Deinen Freundeskreis und den Kreis der Personen, mit denen Du kommunizierst. Sprich mit einem alten Menschen, einem Kind, einem Japaner über Tee, etc.. Entferne Dich immer wieder mal aus Deinem angestammten Kreis. Da Du “Deine Leute” kennst, weisst oft, wie sie reagieren, welche Meinungen sie vertreten werden etc.. Je mehr Du “intern” kommunizierst, desto weniger frei, neu und andersartig werden die Gesprächsthemen, Meinungen und Ideen sein. Sprich mit Anderen!

Denke das Undenkbare!
Wir Menschen neigen dazu, uns mit zunehmender Lebenserfahrung selbst Schranken im Denken aufzuerlegen. Da wir “wissen”, welche Ideen “gut” sind, welche Projekte “machbar” und welche Konsequenzen auf welche Verhaltensweisen hin “zu erwarten” sind, verbieten wir uns die allermeisten Ideen selbst und berauben uns so eines gigantischen Ideenpotentials.
Diesen natürlichen mit dem Älterwerden einhergehende Prozess kannst Du aufbrechen, indem Du Dir regelmässig erlaubst, das Undenkbare zu denken. Siehe Dir Kinder an: sie denken sich Fantasiefiguren aus, schlüpfen in deren Rollen und spielen stundenlang. Neu hinzukommende Kinder fügen sich nahtlos ins Spiel ein und ergänzen das Ensemble. Transferiere diesen Prozess in Deine Umwelt: denke Dir vermeintlich Unsinniges aus und wage mit Deinen Geschäftspartnern Gedankenexperimente. Du wirst erstaunt sein, wieviel Sinnvolles sich aus dieser kindlichen Herangehensweise ergeben kann!

Halte Deine Ideen fest!
Halte Deine Ideen fest! Vielleicht gehörst Du noch zu den Altvorderen oder bist ein Retro-Jünger und zückst daher Dein Notizbüchelchen, oder Du diktierst state-of-the-art Deine Ideen ins Smartphone. Egal – hauptsache Du notierst Deine Gedanken so, dass Du sie hinterher wiederfindest. Du wirst erstaunt sein, was hängenbleibt.

Wer kontrolliert das Start-up: Unternehmer oder VC?

Eine weitverbreitete Meinung bei sehr jungen Unternehmern ist, dass sie selbst dann noch die Kontrolle über ihr Unternehmen haben, wenn sie durch Venture Capitalists finanziert worden sind. Bei älteren Unternehmern herrscht die umgekehrte Sichtweise vor: als Geldgeber sitze der VC immer am längeren Hebel und damit kontrolliere er das Start-up, heisst es.

Fred Wilson hat hierzu eine passende Zusammenfassung geliefert, die ich komplett unterstütze und in eigenen Worten widergebe:
Die Wahrheit liegt – wie so oft im Leben – dazwischen: die Kontrolle und Macht im Unternehmen hat derjenige, ohne den man nicht auskommt. Hängt ein Unternehmen am Tropf des Kapitals, weil trotz bisheriger Anstrengung kein Umsatz gemacht wird und die Chancen auf eine Nachfinanzierung täglich sinken, sitzt der Geldgeber am längeren Hebel und wird seine Vorstellungen zur Unternehmensstrategie zur Geltung bringen.

Läuft es im Unternehmen dagegen rund, die Hebel zur Umsatzgenerierung greifen und alle Beteiligten können die zunehmende traction des Start-ups erkennen, ist der Unternehmer in einer starken Position: er und seine Mannschaft sind offensichtlich Herr des Verfahrens und augenscheinlich die besten Personen, um das Kapital des VC zu vermehren.

Einfach formuliert heisst das: Unternehmer haben die Kontrolle über ihr Unternehmen, wenn’s rund läuft – VCs , wenn es nicht läuft. Das ist die ganze Wahrheit.

Start-up School – Wie gründe ich ein Unternehmen?

In den USA ist bekanntermassen alles anders. Unter anderem kann man dort in einem Dreitagesseminar zum Unternehmer werden: Lernen Sie Unternehmensgründung – mit Seth Godin.
Der von mir hochgeschätzte Seth begibt sich drei Tage lang in den Urschlamm allen Gründens – wer Lust, Zeit und genügend Kleingeld hat, kann sich hier in der Start-up School einschreiben. Vorteilhaft: Ihr müsst nicht die 10 Stunden bis San Francisco durchhalten, sonden könnt nach lässig abgeflogenen 6 Stunden in New York direkt zur ersten Unterrichtseinheit anrauschen.

Warum Unternehmer (auch) am Wochenende arbeiten

Der Unternehmer unterscheidet sich vom Angestellten unter anderem dadurch, dass er die Arbeit nicht als Pflicht, Last oder Mühsal ansieht: der Selbständige arbeitet gern und – wie das bekannte Sprichwort auf den Punkt bringt – selbst und ständig. Heisst: er freut sich nicht unbedingt auf das Ende des Arbeitstages, sondern hängt lieber noch ein Stündchen dran. Das Wort “Überstunde” existiert nicht, denn es gibt keinen Index an abzuleistender Zeit, den man überschreiten könnte.

arbeitszeit

Quelle: FAZ

 

Auch am Wochenende, wenn andere ihre Smartphones ausschalten, damit sie nicht belästigt werden, denkt der Unternehmer typischerweise an sein Geschäft und nicht selten nimmt er sich ab Sonntag nachmittag Zeit, die Arbeitswoche vorzubereiten.

Momentan ist eine schlechte Zeit, dieses Verhalten argumentativ zu unterstützen, weil es en vogue ist, sich über “always on”, “totale Erreichbarkeit” und Überforderung durch die unterschiedlichsten Medien zu beschweren. Politisch korrekt und opportun ist es derzeit, einen sogenannten Burnout (eine vage Beschreibung unterschiedlichster gesundheitlicher Symptome) mit allen Mitteln zu vermeiden.

Leider ist das Jammern auch eine typisch deutsche Eigenschaft. Wie die nebenstehende Graphik zeigt, arbeiten wir Deutsche so wenig wie nie zuvor – und dennoch leiden wir an Überarbeitung.

Die mir bekannten Unternehmer und Gründer arbeiten alle viel mehr als der durchschnittliche Angestellte. Die Wochenarbeitszeiten liegen durchaus im Rahmen von Unternehmensberatern der oberen Liga, als bei 60 Stunden und mehr. Natürlich sagt die Arbeitszeit, also der Input, herzlich wenig über die Leistung – den Output -aus. Und erfolgreiche Unternehmer messen niemals den Input, sondern ausschliesslich den Output.

Arbeitszeiten Entscheidungsträger

Quelle: W&V

Aber aller Erfahrung nach sind Spitzenleistungen meist das Ergebnis harter Arbeit. (Interessant in diesem Zusammenhang sind die Betrachtungen zu den Schattenseiten des Unternehmertums). Talent und Expertise sind zwar notwendige Voraussetzungen für Bestleistungen, aber keine hinreichenden Bedingungen. Die erfolgreichsten Unternehmer sind die, die am härtesten arbeiten. Lesenswert in diesem Zusammenhang ist diese Rede von Don Tapscott, die er vor INSEAD Absolventen gehalten hat.

Daher – und weil es insbesondere diesem Typus Mensch wenig ausmacht – spricht nichts gegen viel Arbeit und gegen Arbeit am Wochenende. Eine Überforderung des Körpers macht sich dann schon bemerkbar – und gegen ein paar Tage Auszeit spricht auch gar nichts. Aber gerade die “extra mile”, das Quentchen härterer Arbeit, zahlt sich aus. Daher – haut rein!

Sind Unternehmer glücklicher als Manager?

Die Gretchenfrage für viele junge dynamische aufstrebende Menschen: Unternehmer oder Manager? In ihrer Untersuchung kommen Ethan Mollick und Matthew Bidwell von der Wharton Business School zum Ergebnis, dass Unternehmer glücklicher sind als Manager.

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Geld und Macht scheinen doch glücklicher zu machen. Oder ist es eher die Freiheit, selbstbestimmt zu leben?

The man in the arena

Michael Arrington verweist heute in seinem lesenswerten Beitrag zur medialen Rezeption des Wechsels von Marissa Mayer zu Yahoo und der unternehmerischen Aktivitäten des Digg-Gründers Kevin Rose auf ein Zitat aus einer Rede Theodore Roosevelts, die er 1910 an der Sorbonne in Paris hielt.

It is not the critic who counts; not the man who points out how the strong man stumbles, or where the doer of deeds could have done them better. The credit belongs to the man who is actually in the arena, whose face is marred by dust and sweat and blood; who strives valiantly; who errs, who comes short again and again, because there is no effort without error and shortcoming; but who does actually strive to do the deeds; who knows great enthusiasms, the great devotions; who spends himself in a worthy cause; who at the best knows in the end the triumph of high achievement, and who at the worst, if he fails, at least fails while daring greatly, so that his place shall never be with those cold and timid souls who neither know victory nor defeat.

Man kann es nicht besser formulieren. Häufig, wenn in den Medien über die (Miss-)Erfolge bekannter Unternehmer, Gründer und Manager berichtet wird, geschieht dies in einem wissenden, belehrenden Ton, der den handelnden Personen nur selten gerecht wird: es ist ein grosser Unterschied, ob ich dem Treiben von der Seitenlinie aus zusehe, oder selbst federführender Teil des Geschehens bin.

Klar – der Beobachter kann nicht in die Rolle des Handelnden selbst schlüpfen, so wie ein Trainer nicht so gut sein muss wie der Trainierte. Aber eine aufgeklärte seriöse Berichterstattung berücksichtigt die unterschiedliche Perspektive: sie versetzt sich in den Handelnden hinein und nimmt das Geschehen aus seiner Perspektive wahr. In den meisten Fällen ist es sowieso viel komplexer, als es über die Medien beim Leser oder Zuschauer ankommt.

Daher der Appell an Journalisten und Blogger: versucht, diesen Perspektivenwechsel durchzuführen. Der Leser bzw. Zuschauer wird es Euch danken!

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