Startup Mythen (1) – Der Erfolg kommt über Nacht

Mythen sind verlässliche Begleiter des Alltags – auch Startups sind umgeben von allerlei Geschichten, die sich oft besser anhören als es ihr knapper Wahrheitsgehalt erlaubt. Mit dieser kleinen Reihe Startup Mythen wollen wir einige Vermutungen über Unternehmensgründungen und Venture Capital näher beleuchten.

Den Anfang macht der Overnight Success, der sich ungefähr so anhört: Wenn Du ein Unternehmen gründest, musst Du mit einem lauten Knall auf der Szenerie erscheinen, um möglichst in den ersten Tagen eine gigantische Menge von Nutzern und begeisterten Pressestimmen einzufangen – sonst kannst Du gleich wieder aufhören.

Bewertung: Klarer Mythos.

Die meisten hocherfolgreichen Startups waren keine Overnight Successes! Sie wurden vielmehr “soft” gelauncht und haben dann stetig und kontinuierlich am Unternehmensaufbau gearbeitet. Der grosse Erfolg kam oftmals lange Zeit nach dem Launch – in vielen Fällen auch erst nach einer oder gar mehreren Anpassungen der Strategie (Pivoting).

Seht Euch die folgenden Beispiele an, über die oft zu lesen ist, es seien Erfolge über Nacht gewesen:

  • Angry Birds – Die mittlerweile erfolgreichste App war die 52. App des App Entwicklers Rovio. (Nicht die erste)
  • Pinterest - Nach zwei mehr oder weniger erfolglosen Jahren und einem vergeblichen Verkaufsversuch an einen Verlag erst kam für das Social Network der Durchbruch.
  • Facebook -Die im Film The Social Network anschaulich dargestellte “Universitätsphase” dauerte über ein Jahr. In den ersten Monaten musste Mark Zuckerberg sich noch oft anhören, was für einen Sch…. er hier produziert habe.

Die Liste lässt sich beliebig erweitern. Die Moral von der Geschicht: Setze nicht alles oder vieles auf einen schnellen Erfolg. VCs und letztlich auch Eure Kunden sind vielmehr an einem nachhaltigen, sinnvollen und nutzenstiftenden Service interessiert, als an der nächsten heissen Eintagsfliege!

Das Wichtigste ist das Business Model, nicht der Business Plan!

Kein einziges Start-up hält seinen Business Plan ein. Fast alle Gründer stellen fest, dass die Kunden oder Nutzer in der Praxis anders auf ihr Produkt reagieren, als es im Spreadsheet steht. Woran liegt das?

Business Model

 

Die eine mögliche Antwort ist: die Nutzer halten sich nicht an den Plan. Wer jetzt lacht, dem schleudern wir entgegen, dass diese Antwort seitens Gründerteams zwar niemals explizit geäussert wird, aber die Enttäuschung auf den Gesichtern, wenn wichtige Kenngrössen wie Registrierungen und Umsatz sich keinesfalls wie erwartet entwickeln, spricht Bände: für die meisten Gründer ersetzt der Business Plan ab einem bestimmten Zeitpunkt die Wirklichkeit – sie leben im Plan und versuchen, die Wirklichkeit an ihren Plan anzupassen.

Die richtige Antwort ist natürlich: zum einen muss der Plan muss angepasst werden – und zum anderen sollte das dem Plan zugrundeliegende Business Model überprüft werden. Der Plan ist nur der oberflächliche Ausdruck – das Zahlengesicht – des Geschäftsmodells.

Im Business Model beschreibt das Gründerteam wie es Produkte und Services herstellt um Werte und Nutzen zu schaffen und den Kunden zu vermitteln. Das Geschäftsmodell muss flexibel angelegt sein – es muss sich an den Bedürfnissen der Kunden ausrichten. Das wiederum bedingt, dass man die Bedürfnisse seiner Zielgruppe kennt.

Wie bringt man sie in Erfahrung? Indem, man mit potentiellen Kunden spricht. Indem man seine potentiellen Kunden befragt, ob sie das Produkt kaufen würden, ob sie ein ähnliches Produkt bisher schon gekauft haben und ob sie sich eine Verbesserung am Produkt vorstellen könnten. Wenn Ihr das getan habt, seid Ihr den ersten Schritt des Business Models gegangen.

Aber Achtung: viele Menschen sagen “Ja” auf die Frage: “Würden Sie das Produkt xyz kaufen” – und kaufen es im Nachgang trotzdem nicht. Es gilt also zusätzlich zur Befragung herauszufinden, ob die Menschen in ihrem bisherigen Verhalten ein solches oder ähnliches Produkt bereits gekauft haben. Nur das tatsächliche Verhalten der Menschen ist ein aussagekräftiges Indiz auf das zukünftige Verhalten!

Fazit: Ein Business Plan ist eine gute Übung, um ein Business Model zu Papier zu bringen. Er ersetzt aber nicht die Wirklichkeit, sondern muss durch sie ersetzt werden!

Erfolgsfaktoren für App Start-ups: Engagement und Retention

Nach dem Download ist vor dem Löschen – so könnte die Analogie eines alten Fussballerspruchs für die App Economy lauten. Viele App Start-ups konzentrieren sich bei Produktentwicklung und App Marketing auf die Maximierung der Downloads – dabei gibt es zwei ganz andere, viel wichtigere Erfolgsfaktoren: Engagement und Retention – zu deutsch: Nutzungsintensität und Kundenbindung an die App.

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Wie Flurry Chef Peter Farago in seinem Beitrag ausführt, kann der App Developer prinzipiell wählen, in welche Kategorie er seine App positionieren möchte. Die für uns interessanteste Frage dabei ist: warum entscheiden sich nahezu alle aktuellen App Start-ups für den 3. Quadranten in obiger Graphik, den Bereich mit der schwächsten Nutzung und der niedrigsten Kundenbindung?

WordPuzzle – English Version launched in Google Play

Congrats! Kudos to the WordPuzzle team! They managed to launch the English version of the new brain puzzler four weeks after the German version hit Google Play!

WordPuzzle English Version

Let’s hope that  english speaking brain puzzlers love WordPuzzle in the same way as Germans did so far.

You can download WordPuzzle here:

QR Code for WordPuzzle Free         QR Code for WordPuzzle

WordPuzzle Free QR Code    WordPuzzle

Get in the Ring – Gründerwoche Deutschland

Nein, es gibt nicht nur Gründerinitiativen in den USA. Es gibt sie auch in Deutschland – wenngleich sie dann in Rotterdam stattfinden –  wie die Get in the Ring 2012, eine im Rahmen der Global Entrepreneurship Week 2012 stattfindende Initiative. Der Wettbewerb wird von der Economic Faculty Association Rotterdam, der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Erasmus Universität Rotterdam, und dem holländischen Gründungsprogramm Holland Programm on Entrepreneurship, HOPE, organisiert. 

Get in the Ring

 

Teilnahme
Teilnehmen können Start-ups mit einem Kapitalbedarf zwischen 100.000 und 1.000.000 Euro. Weitere Teilnahmebedingungen sind:

  • Die Gründung der Firma liegt nicht länger als 5 Jahre zurück.
  • Der Unternehmer/die Unternehmerin ist nicht älter als 35 Jahre.
  • Der Unternehmer/die Unternehmerin beherrscht die englische Sprache.
  • Der Firma liegt ein(e) innovative(s) Geschäftsidee/-modell zugrunde.

Entscheidende Bewertungskriterien für die Jury sind der innovative Charakter und die Wachstumsperspektiven der Geschäftsidee.

Der Haken? Der Bewerbungsschluss endet HEUTE!

Noch Fragen? Ran an die Million! Bewerben kannst Du Dich hier.

Startup Communities

Brad Feld zeigt in diesem Skecthbook Video auf, wie Startup Communities funktionieren. In den USA seit geraumer Zeit in aller Munde, bestrebt in Deutschland noch Nachholbedarf. Vielleicht hilft diese kleine Anleitung:

Vier Elemente sind nach Feld für eine Startups fördernde Community essentiell:

  1. 2 Typen von Menschen: Anführer (Unternehmer) und Unterstützer (VCs, stattliche Kapitalagenturen, Serviceprovider)
  2. Eine Bereitschaft, die Startup Community nachhaltig und auf lange Sicht zu unterstützen.
  3. Eine Philosophie der Offenheit, die jeden Menschen mit Interesse am Thema zum Mitmachen einlädt
  4. Tatkräftige aktive Unterstützung der Startup Aktivitäten

The Sharing App Economy – Das Open App Development Experiment von WordPuzzle

Manchmal muss man etwas Untypisches machen, um weiterzukommen. In Management Speak heisst das: Innovatoren brechen mit traditionellen Denkschemata. Soetwas haben wir mit AppInvest gemacht: wir motivieren unser WordPuzzle Gründerteam zur Offenlegung ihrer Geschäftsentwicklung!

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Zunächst einmal mutet es seltsam an: Das WordPuzzle Team will seine Aktivitäten rund um die App Entwicklung und Vermarktung transparent machen und in Blogbeiträgen mit interessierten anderen App Entwicklern teilen. Die Denkspiel App WordPuzzle wurde in einer kostenlosen und einer Bezahl-Version Mitte September in Google Play veröffentlicht.

Da das Team von AppInvest unterstützt wird, kann es nicht einfach vor sich hinprogrammieren, sondern ist an einen gemeinsam definierten Plan gebunden. Um den Plan zu entwerfen, wurden Informationen über Vorgehensweisen und Kennzahlen der App Economy benötigt – insbesondere über erfolgversprechende Marketingmassnahmen. Die Recherchen im Netz waren nur bedingt erfolgreich: die meisten Kennzahlen liegen nicht oder nur aggregiert vor und App Stores wie Google Play präsentieren sich wie Black Boxes: keiner weiss etwas Genaues, und jeder vermutet Unterschiedliches.

Wir haben daraufhin gemeinsam mit dem WordPuzzle Team vereinbart, dass wir den ersten Schritt gehen: die mit der App gewonnenen Erfahrungen werden auf dem Blog geteilt – in der Annahme, dass andere App Entwickler ihre Erfahrungen in Kommentaren und möglicherweise eigenen Gastbeiträgen ebenfalls teilen. So könnte ein Schuh daraus werden und für die App Kategorie Spiele – oder zumindest für die Unterkategorie Casual Games – könnten Daten gesammelt und aufbereitet werden, die allen App Developern weiterhelfen.

Wir sind gespannt auf den Verlauf dieses Experiments, das zugegebenermassen auch für uns eine neue Erfahrung darstellt.

True fishermen cast their lines not because they want the fish, but because they like fishing. (Andy Rachleff)

Von der App zum Unterhaltungskonzern – Rovio mit 64% Rendite

Wem es an Phantasie mangelt, was man alles aus einer App machen kann, der solle sich den Spiegel-Beitrag zu Rovio, den Machern von Angry Birds, durchlesen. Bei einem Umsatz von 75 Millionen Euro erzielten die Finnen im Jahr 2011 einen Vorsteuergewinn in Höhe von 48 Millionen Euro – satte 64% Rendite.

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Mit 12 Mann brachte Rovio 2009 die erste Version von Angry Birds heraus. Mitte 2012 arbeiten 450 Mitarbeiter daran, die bösen Vögel nicht nur in App Stores, sondern in allen möglichen Ausprägungen – beispielsweise im Vergnügungspark Särkänniemi in Tampere – an den Mann und die Frau zu bringen. Allein 30% des Umsatzes tragen Lizenzen physischer Produkte bei.

Wer ist das nächste Rovio? Du?

Warum drei von vier Start-ups scheitern

Laut Statistik des U.S. Bureau of Labor Statistics und einer Erhebung der Entrepreneurship Stiftung Ewing Marion Kauffman Foundation überleben 60% der Start-ups drei Jahre lang, etwa 35% aller Start-ups bleiben immerhin 10 Jahre lang am Markt. Von den zwischen 2006-2011 VC-finanzierten Start-ups wurden 11% verkauft oder an die Börse gebracht.

U.S. VC Investment

VC Investments in Silicon Valley (Quelle: bls.gov)

Survival of the fittest

Cumulative Survival (Quelle: bls.gov)

Man stelle sich vor: im Vorzimmer eines Venture Capital Unternehmens sitzen vier verschiedene Gründerteams. Der VC tritt ein und bittet drei der vier Teams zu gehen. Das verbleibende Team finanziert er.

Diese Szene ist aus Sicht des Gründers eine Horrorvorstellung – oder aber er sieht ausgerechnet sich als denjenigen, der die Kapitalspritze erhält. Aus VC Sicht wäre das allerdings ein Traum: nur noch einen Business Case anstelle von vieren studieren, Wochen an Arbeit nur noch in ein Team investieren, etc..

Leider funktioniert es in der Realität nicht so. Der typische VC sichtet sehr viele Business Cases, wählt daraus viele zur näheren Analyse aus und finanziert sehr wenige Start-ups, wie Olaf Jacobi hier eindrucksvoll schildert. Das Interessante: Die in den oben stehenden Charts beschriebenen Überlebensraten beziehen sich auf finanzierte Start-ups – d.h. auf diejenigen, die vom VC als förderungswürdig angesehen wurden.

Cumulative Survival II

Cumulative Survival II (quelle: bls.gov)

Der Start-up Trichter ist also noch viel breiter, als es die Charts vermuten lassen. Von tausenden Unternehmensgründungen werden eine Handvoll finanziert, von denen etwa eine den erhofften Erfolg erzielt: den Verkauf an ein grösseres Unternehmen oder den Gang an die Börse.

Was ist der Grund für dieses enorme Aussieben? Unserer Ansicht nach ein völlig banaler: die meisten Geschäftsideen sind im Vorhinein bereits nicht tragfähig. Von denjenigen, die als machbar angesehen werden, schätzen die meisten Markt und Wettbewerb falsch ein. Zusätzlich rufen gute Ideen immer mehrere konkurrierende Teams hervor – und nur ein oder wenige Anbieter werden aus diesem Konkurrenzkampf hervorgehen.

Letztlich wird Venture Capital seinem Namen gerecht: ein risikobereiter Kapitalgeber investiert Geld in eine Idee und kalkuliert den Totalverlust mit ein. Es ist ein Abenteuer – nicht nur für den Gründer! Wie abenteuerlich das VC-Geschäft ist, lässt sich eindrucksvoll an dieser Untersuchung der Kauffman Foundation ablesen: 3% aller Venture Capital Unternehmen in den USA generieren 95% der Returns.

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Wer das Scheitern von Start-ups etwas wissenschaftlicher betrachten möchte, lese diesen Beitrag von Noam Wasserman, Professor an der Harvard Business School. Ein hochinteressantes Ergebnis seiner quantitativen Analyse über 10.000 Unternehmensgründer in 3.500 Start-ups ist der “Rich-vs-King” Trade-off: In vielen Fällen ist der Gründer selbst nicht der am besten geeignete CEO (Yahoo, Twitter, etc.). Einige mit dieser Erkenntnis konfrontierte Gründer sehen das anders und versuchen, die Führungsposition im Unternehmen zu behalten. Andere freuen sich sogar, das Unternehmen nicht gegenüber der Aussenwelt repräsentieren zu müssen, sondern sich beispielsweise auf die Produktentwicklung konzentrieren zu können. Letztere werden – statistisch betrachtet – reich, während diejenigen, die an der Macht festhalten, König bleiben. Jeder, wie er mag.

Startup Superstars

Jeder VC sucht Startup Superstars, also diejenigen Teams, die nach zwei bis fünf Jahren die magische Grenze von 100 Millionen Euro Umsatz knacken. Und ab und an findet sich so eine Perle im Portfolio. Nur – was macht den Startup Superstar aus?

startup superstar

Wie alles in der Welt, gibt es auch auf diese Frage eine leicht vereinfachte Antwort: zu Startup Superstars können Unternehmen werden,

  • deren Kunden einen hohen Lifetime Value LTV aufweisen, oder
  • deren Nutzer- und Umsatzwachstum zu minimalen Kosten viral vonstatten geht.

Der Lifetime Value eines Geschäfts kann in Abhängigkeit ders jeweiligen Produkts bzw. der Branche errechnet werden. Wenn der LTV eines Kunden etwa viermal so hoch ist wie die zur Akquisition dieses Kunden aufzuwendenden Kosten, ist das Geschäftsmodell erfahrungsgemäss interessant und qualifiziert sich für ein Investment. Die höchsten LTVs finden sich in Transaktions- und Abo-Modellen.

Die Herausforderung für Gründer und VC liegt in der Kalkulation des LTV im Zeitablauf: während der erste Schwung Kunden meist zu den Early Adopters zählt und durch vergleichsweise günstige Massnahmen akquiriert werden kann, erhöhen sich die Akquisitionskosten pro Nutzer dramatisch, wenn der Mainstream angesprochen wird. Diese sprungfixen Kosten haben schon so manchem vielversprechenden Startup das Genick gebrochen.

Der virale Effekt (auch: Netzwerk Effekt) als Strategie zum Aufbau des Geschäfts wird seit der Einführung des Social Web so ziemlich von jedem Startup von sich in Anspruch genommen. Die Gründer selbst sind logischerweise von ihrem Produkt völlig überzeugt – und übersehen gerne, dass andere Menschen ihr Produkt zum einen noch nicht kennen, zum zweiten vielleicht gar nicht brauchen oder zu guter Letzt gar das Produkt eines Wettbewerbers vorziehen. Aus Sicht eines Gründers ist dieses Verhalten irrational – “die Nutzer” jedoch haben die Macht: sie entscheiden, ob ein Produkt gekauft wird oder zum Ladenhüter verkommt. Das Geschäftsmodell der viralen Strategie beruht hauptsächlich auf Werbung: die jedoch ist – gerade bezogen auf Apps – kein leichtes Unterfangen und das Startup benötigt immense Nutzerzahlen, um auf einen grünen Zweig zu kommen.

Selbst die grössten und bekanntesten Technologie-Marken müssen regelmässig feststellen, dass der virale Effekt nicht immer eintritt: Apples Musik-Empfehlungsdienst Ping war von Beginn an eine Totgeburt, Google Plus is so frequentiert wie der Offenbacher Hauptbahnhof und einchecken über Facebook wird auch nur von Angestellten des Social Network selbst genutzt. Kurzum: ein viraler Aufbau der Nutzer- und Käuferschaft ist weder eine systemimmanente Social Media Eigenschaft, noch generalstabsmässig planbar.

Am schlimmsten ist es um diejenigen Startups bestellt, die die jeweils negativen Varianten beider Strategien vereinen: hohe Kunden-Akquisitionskosten bei niedrigen LTVs und schwach ausgeprägter Viralität. Diese Startups werden nicht finanziert – und wenn doch, werden sie nicht lange überleben.

Daher unser Appell an alle Startups: entscheidet Euch für eine der oben aufgeführten Strategien, wenn Ihr richtig gross werden wollt! Kommuniziert Eure Entscheidung transparent gegenüber Euren potentiellen Investoren!

Traction, Traction, Traction!

Traction ist ein im Startup- und VC-Umfeld gängiger Begriff. Im Deutschen gibt es eine alte Redewendung, die den Begriff gut beschreibt: “….die PS auf die Strasse bringen”. Wie gut und wie schnell also gelingt es einem Startup, seine Idee im Markt umzusetzen, Kunden und Umsatz zu generieren?

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Je höher die Traction, desto grösser die Erfolgsaussichten für ein Startup!
Traction kann ein Startup nicht erst ab Launch des Produkts zeigen, sondern bereits in der Pre-Launch Phase: wieviele neue Beta-Tester pro Woche können generiert werden? Wieviele Diskussionen in Social Media können vor dem Start angestossen werden? Hier solltest Du als Gründer kreativ sein und Dir überlegen, welches Engagement für Dein Produkt wichtig ist und daher schon vor dem Launch angestossen werden sollte. Als Startup Gründer hast Du Dich dafür entschieden, schnell zu agieren. Startups müssen schneller sein als etablierte Unternehmen – das ist ein elementares Unterscheidungsmerkmal.

VCs lieben Traction!
Negativ formuliert: nichts ist aus Sicht des Investors abtörnender, wenn während der Gespräche und der sich möglicherweise anschliessenden Verhandlungen nichts tut beim Startup. Der Investor will Fortschritte sehen, rasche Fortschritte. Und da die Gespräche schnell vorbei sein können, solltest Du in der Lage sein, kurzfristig Fortschritte demonstrieren zu können. Es gibt immer Themen, die sich dafür eignen.

Je höher die Traction, desto besser die Bewertung!
Im Lebenszyklus eines Startups gibt es typischerweise verschiedene Finanzierungszeiträume. Nachdem in der ersten Phase das Taschengeld von Friends und Family ausgereicht hat, werden dann Seed Investoren angesprochen – meist Business Angels, Crowdfunding Plattformen oder Spezialisten wie AppInvest. Diese Finanzierungen finden natürlich nur dann statt, wenn Fortschritte im Startup erkennbar sind – niemand investiert in sich nicht bewegende Projekte ohne Dynamik. Je mehr Traction Du mit Deinem Team gerade in einer Finanzierungsphase demonstrieren kannst, desto höher wird die von Dir aufgerufene Bewertung sein können. Zum einen sieht der Investor, dass sich etwas tut, zum anderen will er verhindern, dass andere Investoren zum Zuge kommen und er das Nachsehen hat.

Man kann es nicht oft genug sagen: für Dich und Dein Startup selbst – aber auch für Eure Aussen-Wahrnehmung – ist Traction eines der wichtigsten Kriterien. Für uns bei AppInvest ist Traction das A&O: da wir sehr früh investieren und damit hohe Risiken eingehen, müssen wir ein Gefühl dafür entwickeln können, ob das Produkt am Markt ankommt, und welche Massnahmen effektiv zu Steigerung von Nutzung und Umsatz führen. Wenn Du uns oder anderen Investoren dieses Gefühl transparent vermitteln kannst, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Finanzierung.

AppInvest unterstützt Launch von WordPuzzle

Heute ist ein grosser Tag für das WordPuzzle Team – Launch der WordPuzzle Free und WordPuzzle Vollversion für Android in Google Play! Unser Glückwunsch geht an die beiden Entwickler Taku und Nao, die diese Denkspiel App in Rekordzeit auf die Beine gestellt haben!

WordPuzzle in Google Play

WordPuzzle ist eine spannende Denkspiel App, die sowohl als kostenlose Version WordPuzzle Free mit 15 Levels und einer Profi-Version WordPuzzle mit 36 Levels angeboten wird.

Das Entwicklerteam hat mit tatkräftiger Design-Unterstützung durch AppAdvisors eine tolle App hingelegt, wie wir finden! Beide gewähren hier einen kleinen Einblick in ihre Arbeit. Der Gesamtplan umfasst weitere Versionen der App – aber wichtig war uns zunächst, dass wir das Projekt in einer knapp bemessenen Zeit von Idee bis zur Veröffentlichung in einem App Store fertigstellen. Und das hat hervorragend geklappt, trotz einer signifikanten Umstellung in Woche 3!

Danke an Taku und Nao – wir freuen uns jetzt schon auf die Weiterentwicklung von WordPuzzle, aber zunächst einmal hoffen wir auf viele Downloads und sind gespannt auf das Feedback der WordPuzzler!

The closer we can get our minds to a state of nothing, the more potential for success we would have. (Trevor Blake)

Vermutlich kennst Du das: Dein Kopf ist voller Ideen, ToDos und ungelöster Herausforderungen – Du weisst nicht, wo Du anfangen sollst und Du kommst zu Nichts. Dein Problem in diesem Moment ist – vereinfacht gesprochen – ein Zuviel an Gedanken.

Das Einzige, was Du in diesem Augenblick tun solltest, ist an Nichts zu denken. An Nichts? Ja, die Fähigkeit, sich für einen Moment aus dem täglichen Strom der Gedanken und Ereignisse herauszunehmen, wird in Religionen, spirituellen Bewegungen und im Sport als das Nonplusultra betrachtet, sich wieder auf einen wesentlichen Gedanken konzentrieren zu können.

Ohne die einzelnen Ausprägungen und Hintergründe dieser Ansätze zu kennen, kannst Du für Dich folgendes tun: wenn Du in der oben beschriebenen Situation bist, begibst Du Dich in einen ruhigen Raum, eine stille Ecke oder auf eine Wiese. Dort setzt oder legst Du Dich hin und versuchst für ca. 15 Minuten an Nichts zu denken. Zu Beginn fällt das schwer, mit der Zeit merkst Du, wie einzelne Gedanken verschwinden, andere Dir klarer formuliert und langsamer erscheinen. Wenn Du diese Übung ein paar Mal probiert hast, wirst Du an fast Nichts mehr denken können.

Diese Art der Meditation ist gerade für Unternehmer genial: Du benötigst dafür nur 15 Minuten, sie bedarf keiner Hilfsmittel, Du kannst sie überall an einem ruhigen Ort anwenden – und – sie kostet nichts. Du schaffst Durch das Denken an Nichts einen neuen Freiraum, der es Dir wieder ermöglicht, Deine Kreativität voll auszuschöpfen. Dort, wo eben noch tausend Gedanken vorbeihuschten, ist jetzt Ruhe und Du kannst Dich auf das Wesentliche konzentrieren.

Erfolg im iTunes App Store

Heute erklärte der Gründer der Fitness App FitFu, Jof Arnold, die App nicht mehr weiterzuentwickeln, aus dem App Store zu nehmen und das soziale Netzwerk zu schliessen. Der Betrieb des Netzwerks, in dem sich Sportfreunde miteinander bei ihren täglichen Fitnessübungen messen können, rechnet sich laut seiner Aussage nicht.

app sales

Wörtlich meint Arnold: “but the App Store is not forgiving; even being at the top of Health and Fitness, assuming that can be sustained, is not such a good income” - also nicht einmal eine dauerhaft eigenommene Spitzenposition in der App Store Kategorie Gesundheit und Fitness reiche aus, um die App profitabel zu betreiben.

Wir sind hinsichtlich dieser Aussage skeptisch: Bekanntermassen variieren Downloads in den Top 10 Rangplätzen zwischen unterschiedlichen App Store Kategorien und auch saisonal stark, aber dass ein “Top Platz” nicht ausreichen soll, um eine App profitabel zu betreiben, halten wir weniger für ein App Store Problem als für mangelhafte Monetarisierung auf Seiten des App Publishers. Uns sind neben den hinreichend berühmten Superstar Apps einige Apps bekannt, die ihre Herausgeber sehr wohlhabend gemacht und den Aufbau und Betrieb eines florierenden Geschäfts ermöglicht haben.

Bei näherem Hinsehen ist auch fraglich, wo Arnold die Top Platzierung von FitFu gesehen hat – zumindest im Jahr 2012 ist die App über den Platz 25 nicht hinausgekommen.

FitFu app rankings

Wie dem auch sei – gerade der Aufbau und Betrieb eines sozialen Netzwerks – auch wenn es ein vertikales ist, also nur Gleichgesinnte in einem bestimmten Themengebiet zusammenbringt – oftmals eine deutlich grössere Herausforderung, als das Thema selbst bei den Nutzern bekanntzumachen und genügend Downloads zu erzielen. Die hierfür zu veranschlagenden Kosten werden – seitdem es Soziale Netzwerke gibt – nicht nur von Unternehmensgründern, sondern auch von etablierten Unternehmen gründlich unterschätzt. Gut möglich, dass allein eine zu hohe Kostenbasis für das Einstellen von FitFu verantwortlich ist. Den Grund auf den im App Store erzielbaren Umsatz zu schieben, halten wir jedenfalls für verkürzt. Vielleicht ist die FitFu Erfahrung eine Warnung an alle App Publisher, sich den Aufbau einer Community gut zu überlegen.

Wenn ein Leser dieses Beitrags einen ähnlichen Fall selbst erlebt hat oder kennt, sind wir um Infos dazu dankbar. Gern würden wir dem Thema Umsatz/Kosten-Verhältnis im App Store auf den Grund gehen.

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