Delegieren und Selber machen
Gepostet am | October 12, 2010 | Keine Kommentare
Früher hatten die Chefs Sekretärinnen, die später Assistentinnen genannt wurden, weil das besser klingt. Ab einer bestimmten Unternehmensgrösse können Manager nicht auf Sekretärinnen/Assistentinnen verzichten – warum, das ist mir bis heute unverständlich. Schon jede Terminabsprache beispielsweise ist via Assistentin viel umständlicher – für alle Beteiligten.
In einem kleinen frisch gestarteten Unternehmen gibt es typischerweise keine Assistentinnen. Auch gibt es viele Arbeiten, die “der Chef” selbst erledigen muss, obwohl es Mitarbeiter und womöglich Praktikanten gibt. Anstatt sich als Chef möglichst von diesen Aufgaben zu lösen, ist es besser, sie aktiv anzunehmen und selbst zu lösen. Nicht nur aufgrund dt Vorbildfunktion, sondern ganz einfach, weil es dann schneller vorangeht: delegieren ist der Anfang von Bürokratie und Administration um ihrer selbst Willen.
Selber machen, heisst die Devise!
Prokrastination zahlt sich nicht aus
Gepostet am | October 11, 2010 | 4 Kommentare
Als die Krankheit der Moderne wurde sie bezeichnet: die Prokrastination. Aus dem Lateinischen stammend, heißt es übersetzt “auf morgen verschieben” – und sofort fällt der altbekannte Spruch ein: “Morgen, morgen, nur nicht heute – sagen alle faulen Leute.”
Jeder von uns prokrastiniert. Warum, darüber besteht noch wenig Einigkeit. Die banale Erklärung lautet: Faulheit. Eine der anspruchsvolleren besteht darin, das wir Menschen aus mehr als einem Ich bestehen – und das eine Ich weiß, dass eine Arbeit zu erledigen ist, das andere Ich dies jedoch nicht einsieht und andere Tätigkeiten für wichtiger erachtet. Eine wiederum andere Erklärung ist die, dass der persönliche Wille nicht stark genug ist, weil er nicht ausreichend trainiert wurde – da er ähnlich einem Muskel funktioniert, muss er trainiert werden – dann wird weniger prokrastiniert.
Für den Unternehmer ist Prokrastination Gift. Der Unternehmer definiert sich über das Gegenteil des Prokrastinierens, die sofortige Umsetzung, das Handeln. Meine Empfehlung:
- keine ToDo-Listen anlegen, sondern alles sofort umsetzen
- wenn Du anfängst zu prokrastinieren, mache etwas ganz anderes: beispielsweise laufen gehen, Kaffee machen, einkaufen, etwas machen, was Dir Spass macht, etc.
- einfacher abzuarbeitende ToDos vornehmen
- die schwierigste, blödeste Arbeit zuerst erledigen.
Schein und Sein
Gepostet am | October 8, 2010 | 1 Kommentar
Die meisten mir bekannten deutschen Unternehmer sind keine Schauspieler. Sie sind geradeheraus, authentisch und reden ungeschminkt. Diese Wesensart unterscheidet sich vom typischen Manager, der aus Karriereerwägungen auf der mikropolitischen Geige seines Unternehmens mitmusizieren muss und sich je nach Stimmung entsprechende Rollen zulegt.
Auch das Web 2.0 fördert Authentizität und Ehrlichkeit, wie an verschiedenen illustren Gegenbeispielen deutlich wurde.
Allerdings gibt es eine Wesensart des Menschen, die dem grundsätzlichen Wunsch nach Echtheit widerspricht: Menschen wollen keine Misserfolge sehen. Wir alle wollen keine Hässlichkeit sehen. Wir haben lieber Erfolg, Schönheit und verehren daher auch Menschen, die “Angelegenheiten im Griff haben”, die “wissen, wo es lang geht.”
Das bedeutet, dass wir es mit der Authentizität nicht übertreiben sollten, wenn wir – um erfolgreich zu sein – auf andere angewiesen sind: der (Möchtegern)Unternehmer, der vornehmlich Schwächen zeigt, wird nicht ernstgenommen. Der Entrepreneur, der dem VC sagt, dass er finanziell mit dem Rücken zur Wand steht, wird im Zweifel nur in der Bewertung gedrückt oder gar nicht finanziert.
Die Moral? Wenn es Dir schlecht geht, zeige das nur im privaten Umfeld. Gegenüber Geschäftspartnern solltest Du Stärke zeigen – auch wenn Du sie zumindest zeitweise vorspielen musst. Du wirst nur ernstgenommen, wenn “Du weißt, wo es lang geht.”
Tags: authentizität > echtheit > erfolg > geradlinigkeit > mikropolitik > schauspieler
Entscheide!
Gepostet am | October 4, 2010 | Keine Kommentare
Jede vertagte Entscheidung vergrößert den Berg der abzuarbeitenden Dinge. Wie Du es von To Do Lists kennst, werden diese Listen immer länger, die Berge immer höher, bis die wartenden Aufgaben ein Ausmass angenommen haben, das niemals mehr abgearbeitet werden kann und folgerichtig von Dir ignoriert werden.
Also: von nun an ersetzt Du jedes “Das muss ich mir überlegen” durch ein “Das muss ich jetzt entscheiden”. Entscheide sofort und für Dich selbst und andere unmissverständlich. Triff Entscheidungen hinsichtlich kleinerer Fragestellungen, arbeite Dich mit jeder Entscheidung an die Lösung größerer Zusammenhänge heran. Die meisten Probleme sind sowieso zu komplex, als dass man eine einfache Lösung für sie hätte!
Uns: es gibt keine “perfekten” Lösungen. Du wirst merken, dass getroffene Entscheidungen, so suboptimal sie nachträglich auch erscheinen mögen, Dir ein Gefühl des Weiterkommens vermitteln. The show must go on – oft kommen Dir auf dem Weg zur Lösung gerade durch getroffene einzelne Entscheidungen hilfreiche Ansätze in den Sinn. Daher teile Deine Probleme auf und arbeite sie Schritt für Schritt mit einzelnen Entscheidungen ab!
Meetings
Gepostet am | October 4, 2010 | 1 Kommentar
Je größer das Unternehmen, desto mehr Meetings werden anberaumt. Es soll Manager geben, die tagelang nur in Meetings stecken und keine Zeit für ihre eigentliche Arbeit finden.
Der Sinn von Meetings besteht darin, Menschen zusammenzubringen, die normalerweise nicht persönlich zusammenarbeiten – um die Kommunikation zwischen ihnen zu erleichtern bzw. Inhalte zu transportieren. Leider dienen nur wenige Meetings diesem honorigen Zweck: oft beherrschen Mikropolitik und Ineffizienz die Agenda der geschäftlichen Treffen.
In Start-ups gibt es auch Meetings. Hier besteht die Gefahr darin, dass man sich (vorrangig deswegen) trifft, weil man ein gutes Team ist, die anderen Teammitglieder mag und in der Gruppe ein gutes Gefühl erzeugt. Dies mag dem einen oder anderen zu hart formuliert erscheinen, ist aber durchaus realistisch.
Ein Meeting ist dann effizient, wenn jeder Teilnehmer hinterher schlauer ist und besser weiterarbeiten kann als vorher. Eine kurze konkrete Agenda, eine vorher definierte Dauer sowie verpflichtende Action Items – also aus dem Meeting hervorgehende Handlungen – sind unverzichtbare Bestandteile eines guten Meetings. Versuche, diese drei Punkte jedesmal einzuhalten!
Gehe ins Bett, wenn Du müde bist
Gepostet am | October 4, 2010 | 1 Kommentar
Müdigkeit verleugnen ist eine schlechte Idee! Wenn Du müde wirst, gehe ins Bett und schlafe!
Ein typisches Merkmal des Selbständigen ist die Arbeit bis zum sprichwörtlichen Umfallen, also bis man nicht mehr kann und aufhören muss. Dieses Verhalten kommt manchem mannhaft oder tugendhaft vor, ist aber unsinnig:
Wer müde ist,
- trifft unsinnige Entscheidungen,
- ist nicht kreativ,
- verliert sich in Nebensächlichkeiten,
- ist unkonzentriert und
- arbeitet grundsätzlich ineffizient.
Und wer dauerhaft überanstrengt arbeitet, wird irgendwann die Zeche in Form eines Burnout oder Herzinfarktes zahlen. Daher lohnt sich übertriebene Härte sich selbst gegenüber nicht. Geht schlafen, wenn Du müde bist!
Urlaub – abschalten oder dranbleiben?
Gepostet am | October 4, 2010 | 3 Kommentare
Aus aktuellem Anlass – idee.vc ist aus dem Urlaub zurück!
Der typische Urlaub eines Unternehmers sieht so aus: Bewaffnet mit Smartphone, Tablet und Notebook wird als allererstes die Wifi/WLAN-Verfügbarkeit überprüft. Ist kein WiFi vorhanden, ärgert er sich. Ist es vorhanden, werden alle Geräte angemeldet, emails heruntergeladen und das Urlaubsdomizil in Foursquare und Gowalla angelegt, so noch nicht vorhanden. Dieses Prozedere wiederholt sich in den Folgetagen – bis es der Freundin oder Frau zu bunt wird und sie darauf besteht, dass man die großen und kleinen Computer aus der Hand legt und endlich den Urlaub genießt.
Besser ist es, auch wenn es verdammt schwerfallen kann, ab Tag 1 keine emails abzurufen und das Handy tagsüber auszulassen. Abends oder morgens ein kurzer Check, ob es einen wichtigen Anruf gab – das sollte völlig genügen. Idealerweise habt Ihr Bücher dabei, keine Sachbücher, sondern gute Geschichten, die Euch von Beginn Eures Urlaubs an in andere (Gedanken-)Welten führen. Zwei Wochen abschalten, etwas Neues erleben, planlos den Tag verbringen – dies ist äußerst erholsam: auch der Workaholic wird feststellen, dass ihm dies sehr gut tut und er nach dem Urlaub zwar widerwillig aber schnell ins Arbeitsleben zurückfindet.
Tags: arbeiten im urlaub > emails > entspannen > entspannung > erholen > erholung > urlaub
Wie finde ich meine Kategorie? Und weshalb soll ich sie überhaupt suchen?
Gepostet am | September 13, 2010 | 2 Kommentare
Wer eine Geschäftsidee hat, dem ist sein Produkt in aller Regel selbstverständlich. Man weiß, was man verkaufen will bzw. was die Basis des Geschäftsmodells sein soll. Zudem besteht vielfach die Annahme, “Online” sei eine Art eigenständige Kategorie, in der die Regeln der Offline-Welt außer Kraft gesetzt seien. Oder man hält das eigene Produkt für dermaßen innovativ, daß man sich die Suche nach vergleichbaren, konkurrierenden Produkten zu ersparen können glaubt. Nun ist das sog. Selbstverständliche wie das Wort “einfach” v.a. als Grabinschrift für Probleme geeignet – nirgendwo jedenfalls verbergen sich mehr Dinge, über die man sich dringends Gedanken machen sollte als bei all jenem, was als selbstverständlich angesehen wird.
Wer aus dem klassischen Marketing und Product Management kommt, dem sind die Grundprinzipien des Arbeitens innerhalb einer Kategorie vertraut. Waschmittel soll Wäsche sauber machen, das ist die Einstiegsanforderung in die Kategorie der Waschmittel. Eine Menge weiterer Kundenwünsche existieren und alle Anbieter sind rege bemüht, diese zu erfüllen und für die Marke einen guten (Positionierungs-) Platz innerhalb des kategoriebezogenen Anforderungsspektrums zu finden. Erstaunlicherweise ist das Denken mit Kategorien in der Online-Welt nur stiefmütterlich verbreitet und wird zudem mit dem hierfür völlig ungeeigneten Instrument Benchmarking im Doppelsinne erledigt.
Denn die eigentliche Kernfrage, wer sich warum wie für mein Produkt interessieren sollte, kann durch Benchmarking nicht beantwortet werden – was als Nebeneffekt zur Etablierung merkwürdiger Standards innerhalb verwandter Kategorien führt, obzwar diese für die eigentlichen Kundenbedürfnisse überhaupt keine Relevanz haben. Zudem wird man verführt, jede noch so unbedeutende technische Innovation als zwingenden Grund für den bevorstehenden Erfolg fehl zu verstehen – dem Wettbewerb überhaupt voraus zu sein, das befriedigt bereits, da wird leicht sekundär, ob das in einer kundenrelevanten Disziplin passiert.
Nicht selten erliegt man da auch der Versuchung, Erfolgreiches aus anderen Geschäftsmodellen auf das eigene Modell zu übertragen. Wodurch gute Ideen für eine andere Sache gerne zur schlechten Idee für die eigene Sache werden.
Gastbeitrag von:
Gerd Witulski, Apples&Pears
PS: Hierzu passend – Perfektion
Founder’s Vesting – eine Überlegung wert?
Gepostet am | September 10, 2010 | Keine Kommentare
Vesting Klauseln sind ein Regelwerk, durch das Firmenanteile und Optionen zeitbasiert anwachsen. In Optionsverträgen sind diese praktisch immer zu finden, z.B. sind alle erst 3 Monate x% der gewährten Optionen einlösbar und erst damit werthaltig.
Ebenso lässt sich ein derartiges Konstrukt bei Firmengründungen implementieren (Founder’s Vesting): Beispielsweise könntest Du mit deinem Gründungspartner vereinbaren, dass bei Verlassen der Firma in den ersten 6 Monaten 100% der Anteile an denjenigen fallen, der das Unternehmen weiterführt; gerne werden auch Vesting Perioden über mehrere Jahre vereinbart, über die Anteile teilweise zurückgegeben werrden müssen.
Klingt einfach? Ist in der Umsetzung leider nicht ganz so klar: Was passiert, wenn einer nur mit 50% seiner Zeit mitmacht, dafür Geld einbringt? Was heißt Firma verlassen, wenn alle Partner nebenbei andere Themen vorantreiben?
An sich erscheint Founder’s Vesting aber sinnvoll, der grundsätzliche Gedanke ist für fast jeden nachvollziehbar – deslhalb empfehle ich auf jeden Fall darüber nachzudenken und mit deinem Gründungspartner darüber zu reden.
SK
Aus aktuellem Anlass: Google Instant Search
Gepostet am | September 9, 2010 | Keine Kommentare
Gestern schaltete Google ein neue Feature frei: Google Instant Search. Im Grunde schuf Google den “Suchen” Button ab, jeder eingetippte Buchstabe wird
- auf einen möglichen Suchbegriff vervollständigt
- setzt eine neue Suche ab
und zeigt – in Echtzeit – die Suchergebnisseite an.
Heute finden in vielen (online) Unternehmen Priority Meetings statt, was diess Umstellung für das eigenen Unternehmen bedeutet.
Was ändert sich fürs Suchmaschinen – Marketing?
Nun ja, entweder
1) Werden in Zukunft weniger lange Suchanfragen abgesetzt
2) oder die Suchanfragen werden länger
Zeit und Google Analytics werden zeigen was davon der Fall ist.
Was man aber jetzt schon sagen kann: Die Google User sehen in Zukunft mehr Suchergebnisse pro Suche, wenn auch manchmal nur für den Bruchteil einer Sekunde. Google zählt ab sofort eine Search Engine Result Page Impression wenn ein User die Seite mehr als 3 Sekunden Betrachtet (oder eine andere Handlung auf der Seite setzt), nichts desto trotz existieren diese <3 Sekunden Durchzugs Impressionen (Pass Through Impressions). Den Burchteil einer Sekunde um den User auf das eignen Produkt hinzuweisen. Diese Pass Through Impressions sind das wirkliche Neue am gestrigen Release und eine grossartige Gelegenheit.
Jetzt geht es darum diese Pass Through Impressions abzufangen (mit tollen “quick recognition” Titel und Snippets in den Google Search Results, Brand Recognition, …) und in Impressions und schlussendlich Visits umzuwandeln.
Ansonsten bliebt eigentlich alles beim alten, denn eine der Grundzüge von erfolgreicher SEO ist sowieso gut, gelassen und analytisch mit Veränderung umzugehen.
Franz Enzenhofer, SEO, Gastbeitrag
« go back — keep looking »