Sind Unternehmer glücklicher als Manager?

Die Gretchenfrage für viele junge dynamische aufstrebende Menschen: Unternehmer oder Manager? In ihrer Untersuchung kommen Ethan Mollick und Matthew Bidwell von der Wharton Business School zum Ergebnis, dass Unternehmer glücklicher sind als Manager.

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Geld und Macht scheinen doch glücklicher zu machen. Oder ist es eher die Freiheit, selbstbestimmt zu leben?

Glück haben nur die guten Spieler

Es gibt ein nettes Sprichwort: Glück haben nur die guten Spieler.

Einer dieser Sätze mit der Wirkung eines Paradoxons: Glück ist doch Zufall – inwiefern hängt dann Glück im Spiel von der Qualität des Spielers?

Die Auflösung liegt – wie so oft – außerhalb des eigentlichen Paradoxons: Was ist Glück? Ist Glück nur Zufall? Wahrscheinlich nicht, denn schon auf Wikipedia wird dem Glück eine Vielschichtigkeit zugesprochen, die sicher die meisten von uns bejahen.

Für mich ist das Glück immer das Glück des Tüchtigen: Hat ein Unternehmer Glück, so sind womöglich Rahmenumstände günstig – beispielsweise seine Geschäftsidee erfährt unvermutet Aufwind, weil ein großes Unternehmen seinen größten Wettbewerber gekauft hat. Blickt man jedoch eine oder zwei Ebenen tiefer und analysiert die jeweiligen Rahmenbedingungen, wird man feststellen, dass der Unternehmer oder sein Team an verschiedenen Stellen dem Glück nachgeholfen haben: beispielsweise haben sie per se ein gutes Geschäftsmodell, dass auf Begehrlichkeiten stößt. Die Übernahme des Konkurrenten ist dann zwar ein Einzel-Event, basiert aber auf der hohen Qualität des Geschäftsmodells.

Wie der Bauer für seine Ernte arbeitet, kann der Unternehmer für seinen Erfolg (auch für sein Glück) arbeiten: Je mehr gute Verbindungen geknüpft, je mehr gute Partner gewonnen, je häufiger die Idee präsentiert und attraktiver das Produkt gestaltet wird, desto ehr wird sich der Erfolg – und auch das Glück einstellen. Das Glück ist in diesem Fall das Ergebnis vieler Einzelinitiativen, die wiederum verknüpft über sogenannte weak ties letztlich den Durchbruch bringen.

Glück zu haben ist kein Zufall.

KMR

Über die besten Ideen stolpert man

Heute lese ich auf einem meiner Lieblingsblogs, dem BusinessInsider, eine Geschichte über 4 Start-ups, die ihre Unternehmen gerade auf dem 500 Startups Demo Day vorgestellt haben. Alle sind auf ihre Geschäftsideen eher zufällig gestoßen.

Passend dazu hatte ich gestern einen Präsentationstermin bei einem potentiellen Neukunden, in dessen Verlauf einer der Gesprächsteilnehmer davon berichtete, wie das Unternehmen “an Produkte kommt”, ohne sie selbst herzustellen. Die Lösung ist ganz einfach: man suche sich Produkte, die den eigenen Anforderungen entsprechen, und sponsore sie und empfehle sie seinen Kunden. Der Effekt: Win-Win. Der Hersteller des Produkts freut sich über die unvorhergesehene finanzielle Unterstützung, das Unternehmen kann eine “neues Produkt” vermarkten, ohne einen Penny in seine Entwicklung gesteckt zu haben.

Und genau aus dieser Idee, die wohlgemerkt eine Nebensächlichkeit im gestrigen Meeting war, werde ich eine Dienstleistung bauen. Der Erfolg wird sich weisen – bereits jetzt weiss ich jedoch, dass im Gegensatz zu so mancher Geschäftsidee das Empty Disco Problem hier nicht besteht.

Das Learning: viele Ideen basieren auf Zufällen bzw. auf der Verkettung oder Verknüpfung vieler thematisch passender Umstände. Wichtig ist, diese Gelegenheiten als Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsideen zu erkennen und sie am Schopfe zu ergreifen!

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