Start-ups? Apps!

1999-2000: der dotcom-Boom. Die Älteren unter Euch werden sich erinnern. Gefühlt wurde jeden Tag ein neues Start-up gegründet; zunächst natürlich im Silicon Valley, dann auch in London und irgendwann sogar in Deutschland.  Man brauchte nicht viel: ein paar HTML-Kenntnisse, ein bisschen CSS – und schon war das nächste grosse Ding am Start.

Im Jahr 2012 sieht es anders und gleichzeitig genauso aus: heute sind nicht Websites die Basis für Gründer, sondern Apps. Irgendwelche Apps zu bauen ist ungefähr genauso einfach, wie vor 10-15 Jahren irgendwelche Websites zu launchen. Analog zur Entwicklung im Web gibt es kurze Zeit nach der “Erfindung” von Apps schon Services, die auch ganz ohne Kenntnisse mobiler Betriebssysteme wie iOS, Android oder Windows Phone die Erstellung von Apps erlauben.

Auf die ersten Fortschritten in der technischen Entwicklung folgt dann das Marketing. So, wie in der Anfangszeit des eCommerce beispielsweise Amazon einen Grossteil seines Umsatzes über SEO-Massnahmen generieren konnte, beginnen App Publisher zu verstehen, dass SEO auch im Bereich Apps eine wichtige Marketingmassnahme darstellt: konzeptionell anders als im “offenen” Web, aber inhaltlich durchaus vergleichbar.

Ebenfalls wie in der dotcom-Ära werden jetzt in der heissen ersten Phase der Apps Traumpreise für App-Unternehmen realisiert – exemplarisch mit dem Verkauf von Instagram an Facebook belegt. Und benfalls wie in der dotcom-Ära sagt etwa die Hälfte der Experten eine Blase und das Platzen derselben voraus – die andere Hälfte gründet und finanziert unverdrossen weiter, weil sie entweder nicht an eine Blase glaubt oder meint, dass gute Geschäftsmodelle und Produkte immer eine Existenzberechtigung haben.

Zur zweiten Gruppe gehören wir: die App Economy steht unserer Ansicht nach am Anfang. Apps sind die Produkte der Zukunft. Sie werden nahezu alle digitalisierbaren physischen Produkte substituieren. Daher raten wir Gründern: baut Apps! Mit Sinn und Verstand: lauscht nicht die 45. Foto-App, sondern überlegt Euch, mit welchen Apps reale tagtäglich auftretende Probleme gelöst werden können. Und wenn Ihr eine wirklich gute Die habt, kommt zu uns!

Such Dir den richtigen Rechtsanwalt!

Viele Gründungsthemen sind Rechtsthemen: Den richtigen Rechtsbeistand zu wählen, ist dabei unablässig – folgende Tipps aus meiner Erfahrung:

- Suche einen Rechtsanwalt, der unternehmerisch denkt und vielleicht auch ein bisschen mit ins Risiko geht (z.B. geringe Stundensätze zu Beginn)
- Achte darauf, dass Dein Rechtsanwalt pragmatisch und verständlich Deine Fragen beanwortet
- Triff Dich persönlich mit dem Rechtsanwalt: Auge in Auge können Herausforderungen viel effizienter gelöst werden.

SK

Founder’s Vesting – eine Überlegung wert?

Vesting Klauseln sind ein Regelwerk, durch das Firmenanteile und Optionen zeitbasiert anwachsen. In Optionsverträgen sind diese praktisch immer zu finden, z.B. sind alle erst 3 Monate x% der gewährten Optionen einlösbar und erst damit werthaltig.

Ebenso lässt sich ein derartiges Konstrukt bei Firmengründungen implementieren (Founder’s Vesting): Beispielsweise könntest Du mit deinem Gründungspartner vereinbaren, dass bei Verlassen der Firma in den ersten 6 Monaten 100% der Anteile an denjenigen fallen, der das Unternehmen weiterführt; gerne werden auch Vesting Perioden über mehrere Jahre vereinbart, über die Anteile teilweise zurückgegeben werrden müssen.

Klingt einfach? Ist in der Umsetzung leider nicht ganz so klar: Was passiert, wenn einer nur mit 50% seiner Zeit mitmacht, dafür Geld einbringt? Was heißt Firma verlassen, wenn alle Partner nebenbei andere Themen vorantreiben?

An sich erscheint Founder’s Vesting aber sinnvoll, der grundsätzliche Gedanke ist für fast jeden nachvollziehbar – deslhalb empfehle ich auf jeden Fall darüber nachzudenken und mit deinem Gründungspartner darüber zu reden.

SK

Gründe ein Unternehmen, kein Start-up!

Wieso kein Start-up? Das ist doch das, was wir Gründer alle machen!? Klingt komisch, ich weiß. Aber: was verbinden die meisten von uns mit dem Begriff Start-up? Coole Teams in noch cooleren Loftbüros hangeln sich von einem Business Development Meeting ins nächste. Wenn Du Dir irgendwann ein cooles Büro und die entsprechenden Mitarbeiter leisten kannst und Dein Unternehmen so groß ist, dass sich Meetings lohnen, ist das eine tolle Sache. Damit Du dieses Stadium erreichst, solltest Du ein Unternehmen gründen; ein Geschäft mit mehr Umsatz als Kosten, weniger delegierenden als ausführenden Mitarbeitern und einem Cash Flow, aus dem Du alles bezahlen kannst. Gewinn zu machen ist nie uncool.

Vergiß fürs Erste hochfliegende Pläne, frage Dich, wie Du morgen Deine Miete, das Hosting und schlussendlich auch die Pizza bezahlen kannst. Auf alles, was Du mit Deinem selbstverdienten Geld bezahlt hast, kannst Du stolz sein.

KMR

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