Wie schütze ich meine Idee?

Regelmässig werde ich gefragt: “Wie schütze ich meine Idee?” Ob junge Gründer oder alte Hasen – viele wollen nicht so richtig heraus mit der Sprache, wenn es um ihre Geschäftsidee geht. Zu stark ist die Angst, dass ihre Idee geklaut werden könnte. Der Wunsch nach einem unterschriebenen NDA (Non Disclosure Agreement bzw. Vertraulichkeitsvereinbarung) wird laut.

Eigentlich ist dieses Verhalten arrogant. Warum? Weil die Person meint, ihre Idee sei originell, se sei auf ihrem eigenen Mist gewachsen, sie sei die erste Person mit dieser Idee. Allein diese Annahme ist in 99 Prozent aller Fälle falsch und daher im Bestfalle arrogant.

Zum anderen verhält es sich mit Ideen so: jeder kann sie haben, aber nur die wenigsten können sie umsetzen. Wir alle kennen das: “Man müsste mal dieses oder jenes machen.” Ja – bitte – nur zu!

Ideen sind wichtig, aber erst ihre Umsetzung ist erfolgsentscheidend. Also vergesst Eure Scheu und kommuniziert lieber mehr als weniger: Ihr könnt nur lernen!

NDA

Ein Non Disclosure Agreement – kurz: NDA – ist eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien, die die Geheimhaltung von Informationen ausserhalb dieser beiden Parteien definiert.

Beispiel: Ein Unternehmen beabsichtigt den Launch eines Produkts und beauftragt eine Agentur mit einer Marketing-Kampagne. Dazu lässt das Unternehmen die Agentur einen NDA unterschreiben, damit “geheime” Informationen nicht weitergetragen werden.

Nachdem Shawn Fanning 30 Freunden die Alpha-Version seiner Software Napster mit der Bemerkung schickte, dass sie diese ausprobieren, aber ansonsten niemandem davon erzählen sollten, wurde Napster innerhalb von 2 Wochen 10.000 mal heruntergeladen.

Ein NDA ist das Papier nicht wert, auf dem er steht. Der einzige Grund für die Erstellung von NDAs liegt in der Beruhigung der Justitiare der handelnden Unternehmen, die meinen, damit ein Instrument in der Hand zu haben, das das Wissen in ihrem Unternehmen geheimhält.

Tip: Unterschreibe nie (in Worten: nie!) einen NDA, der eine Vertragsstrafe enthält. Das Problem: Du musst nachweisen, dass Du keine Geheimnisse weitergegeben hast. Und das ist meist schwierig und teuer.

Vergiss den “NDA” und die Geheimniskrämerei

Immer wieder treffe ich Gründer, die partout nichts von ihrer so unglaublich tollen, weltverändernden Idee erzählen wollen, ausser man verpflichtet sich zu allen möglichen NDAs. Blödsinn…

Es gibt keine Idee, die an sich Erfolg verspricht. Es hängt immer von Execution und Team ab, ob ein Unternehmen aus einer Idee entstehen kann. Dazu gehören Kunden, Partner, Freunde, wohlgesonne Aussenstehende. Offen sein und über die Idee sprechen bringt viel mehr als Geheimniskrämerei, bei jedem Gespräch lernst du etwas oder kriegst weitere spannende Kontakte.

Übrigens würde mich interessieren, ob es Unternehmen gibt, die aus dem “Stealth Mode” erfolgreich wurden?

SK

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