Löst Du ein Problem?

Löst Du mit Deinem Startup ein Problem oder hast Du es gegründet, weil es gerade “in ist”, beispielsweise Vertical Social Networks zu bauen? Mit anderen Worten: Wer braucht Dein Produkt bzw. Deinen Service?

Problem - Solution

Uns begegnen immer wieder Startups, die Me-Too Produkte anbieten. Befragt nach dem Grund dafür, werden Angaben wie “Wir sehen ein Window of Opportunity” gemacht.

Das reicht nicht. Es reicht nicht, etwas zu machen, weil es andere machen. Es kann zwar sein, dass Du etwas besser machst als andere – aber eine Me-Too-Strategie ist die teuerste Business Development Strategie, die es gibt: man benötigt meist ein Marketingbudget in Millionenhöhe, weil es hauptsächlich darum geht, durch mehr Werbung schneller an mehr Kunden zu gelangen als die Mitbewerber.

Besser ist es, ein richtiges, real existierendes Problem zu lösen. Ob das bei Deinem Produkt der Fall ist, kannst Du ganz einfach testen: frage die Zielgruppe. Es reicht völlig aus, eine Handvoll Menschen zu befragen, die in der Zielgruppe ist. Wenn von 6 Menschen weniger als 5 Menschen sagen, dass sie Dein Produkt verstehen und/oder brauchen, vergiss es. Es reicht nicht. Überlege, wie Du Dein Produkt abwandeln kannst und frage erneut. Ist das Ergebnis besser, go ahead. Ist das Ergebnis genauso (schlecht), überlege Dir eine neue Geschäftsidee.

 

Die wichtigste Frage für den Unternehmensgründer

Der Entrepreneur ist typischerweise kreativ, generiert jeden Tag neue Ideen, Produkte und Produktverbesserungen. Ein ungewolltes Ergebnis dieser an sich gewollten und spannenden Arbeit ist ein Zuviel an Ideen, ein zu komplexes Produkt und ein Übermass an Arbeit, das irgendwann nicht mehr zu bewältigen ist. Um Struktur und Einfachheit in einen vollen Tag und eine überbordende To-Do-List zu bringen, solltest Du Dir regelmässig folgende Frage stellen:

Welches Problem versuche ich zu lösen?

Ein Beispiel: Du kommst auf die Idee, ein neues Produktfeature in Deine App einzubauen. Gestern hat ein Nutzer in einer mittelmässigen Bewertung Deiner App geschrieben: die App sei eigentlich gut, aber dieses Feature fehle.

Bevor Du hergehst und spontan mit der Entwicklung oder Beauftragung des Features beginnst, frage Dich: Welches Problem löst das Feature? Wenn die Antwort auf diese Frage beispielsweise ist, dass sich tausende von Nutzern einfacher registrieren könnten, dann entwickle das Feature. Heisst die Antwort aber nur: “Es wäre gut, das Feature zu haben”, dann lasse es sein und streiche es von der To-Do-Liste.

Wenn Du Dir diese einfache Frage immer dann stellst und beantwortest, wenn ein To Do auftaucht, wirst Du wesentlich effizienter arbeiten können!

Omission Bias – Du bist Teil der Lösung oder Teil des Problems

Wenn Du keinen Fehler machst, wirst Du keine Probleme bekommen. Wenn Du beispielsweise eine Marketing-Aktion durchführst, die sich im nachhinein als schlecht herausstellt, wird dies als Fehler erkannt und Dir angelastet. Hättest Du die Aktion nicht durchgeführt (obwohl sie notwendig gewesen wäre), wäre niemandem ein Fehler aufgefallen.

Ein nicht gelaunchtes neues Produkt oder eine andere nicht durchgeführte Massnahme werden Dir nicht angelastet – aktiv durchgefühfte Fehler dagegen schon.

Das Gefühl, dass eine Unterlassung einer Handlung weniger schwer wiegt als ihre Durchführung (mit demselben Effekt), nennt man Omission Bias – Unterlassungsirrtum. Aus grösseren Unternehmen wissen wir, dass oftmals diejenigen Manager die steilste Karriere machen, die Dinge unterlassen, die sich unter dem Radar ihrer Vorgesetzten bewegen – und auf diese Weise “fehlerlos” bleiben. Ihre Fehler wiegen natürlich genauso schwer, sind nur nicht evident.

Als Unternehmer sollte man den Omission Bias tunlichst vermeiden. Vielleicht ist die Fähigkeit zur Vermeidung des Unterlassungsirrtums auch eine notwendige Eigenschaft der Unternehmer.

KMR

Sie haben es nicht richtig durchdacht!

Kennst Du den Film Wag the dog? Nachdem Robert de Niro aka Mr. Fixit und seine Assistentin vom CIA erwischt wurden, wendet der Spin Doctor alles zu seinen Gunsten. Von Anne Heche gefragt, wie er das geschafft habe, entgegent er:”Sie (CIA) haben es nicht richtig durchdacht.”

An diese Filmszene denke ich regelmässig – sozusagen in eigener Sache: Ich habe es nicht richtig durchdacht!

Wenn Du am Aufbau Deines Start-up arbeitest, Dir neue Produkte ausdenkst oder den Aufbau Deiner Community planst, kannst Du nicht ausreichend genug darüber nachdenken. Die meistn Menschen durchdenken ein Problem nicht wirklich, sondern hören nach den ersten Ergebjissen auf und geben sich mit den gefundenen Lösungen zufrieden.

Versuche folgendes, wenn Du ein Problem lösen möchtest und dafùr eine Lösung gefunden hast: verbessere die Lösung! Denke darüber nach, ob jedem Menschen aus Deinem Bekanntenkreis die Lösung gefallen würde. Wenn nicht, versuche, eine bessere Lösung zu finden. Wenn Du irgendwann meinst, es gebe keine bessere Lösung, versuche wiederum, sie dennoch zu verbessern.

Versuche, Dich selbst stetig zu übertreffen. Sei nicht zufrieden mit einmal gefundenen Lösungen! Frage Dich immer, wie Du das Problem noch besser, anders, intelligenter, einfacher, billiger und schneller lösen kannst. Wenn Du so vorgehst, wirst Du wirklich gute Lösungen finden!

KMR

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