Die beste Geschäftsidee

Die beste Geschäftsidee beschreibt ein Produkt bzw. eine Dienstleistung, das/die von möglichst vielen Menschen in der anvisierten Zielgruppe verlangt wird. Das kann etwas sein, was es schon gibt, das Du besser, schöner, begehrenswerter anbietest. Es kann sich aber auch um etwas handeln, von dem die Zielgruppe bisher nicht wusste, dass sie das haben will – und dennoch versessen darauf ist, es zu besitzen – siehe iPhone oder Dropbox.

Mit der besten Geschäftsidee ist es wie mit dem Erfolg: wenn Du dem Erfolg hinterherläufst, wirst Du ihn nicht haben. Erfolg erfolgt. Auf etwas, was Du tust – etwas mit starken positiven Konsequenzen. Die beste Geschäftsidee ist nicht diejenige, die gerade “in” ist, von der “alle” reden und bei der die Wahrscheinlichkeit einer Finanzierung am größten ist. Nein – die beste Geschäftsidee ist die, die bei den Nutzern auf Gegenliebe stösst. So, wie der professionelle Suchmaschinenoptimierer Inhalte nicht für Google sondern für den Leser optimiert, solltest Du Dein Geschäft für Deine Kunden optimieren.

Der Rest erfolgt (von selbst).

Die sehr persönliche Marktforschung des Unternehmers

Ich liebe Marktforschung! Mit einer guten Studie kann man so ziemlich alles belegen, was stimmt – und auch das, was ganz und gar nicht stimmt. Es fängt bei der Fragestellung an, geht über die befragte oder beobachtete Stichprobe und endet bei der Interpretation der Daten. Wir alle wissen um die Gültigkeit so manchen Studienergebnisses…

Grosse Unternehmen investieren hohe Summen in Marktforschung, meist nicht um Innovationen aufzuspüren, sondern um sich gegen die gröbsten Managementfehler abzusichern. Der typische Gründer kann das nicht – es fehlt im das Geld. Er muss es aber auch nicht: auch für den Entrepreneur gibt es eine in der Praxis durchaus bewährte Form der Marktforschung: Wenn Du als Unternehmer zutiefst von Deinem Produkt überzeugt bist, ist dies ein guter Beginn. Wenn Du Dein Produkt selbst jeden Tag nutzt und es ohne ein Fünkchen schlechten Gewissens Deinen Freunden und Bekannten empfiehlst, schon dann hat das Produkt das Zeug zum Erfolg.

Solltest Du dagegen selbst gar nicht so sehr überzeugt sein, aber glauben, dass es schon eine ausreichend grosse Zielgruppe gebe, die sich dafür interessiere, sei vorsichtig. Warum wilst Du es selbst nicht jeden Tag nutzen? Was stört Dich daran? Erfüllt es vielleicht nicht Deinen Qualitätsanspruch? Willst Du es dann wirklich anderen Leuten zumuten?

Tipp: Biete nur ein Produkt an, von dem Du zutiefst überzeugt bist. Ist das der Fall, hast Du gute Chancen auf Erfolg.

KMR

Wie finde ich meine Kategorie? Und weshalb soll ich sie überhaupt suchen?

Wer eine Geschäftsidee hat, dem ist sein Produkt in aller Regel selbstverständlich. Man weiß, was man verkaufen will bzw. was die Basis des Geschäftsmodells sein soll. Zudem besteht vielfach die Annahme, “Online” sei eine Art eigenständige Kategorie, in der die Regeln der Offline-Welt außer Kraft gesetzt seien. Oder man hält das eigene Produkt für dermaßen innovativ, daß man sich die Suche nach vergleichbaren, konkurrierenden Produkten zu ersparen können glaubt. Nun ist das sog. Selbstverständliche wie das Wort “einfach” v.a. als Grabinschrift für Probleme geeignet – nirgendwo jedenfalls verbergen sich mehr Dinge, über die man sich dringends Gedanken machen sollte als bei all jenem, was als selbstverständlich angesehen wird.

Wer aus dem klassischen Marketing und Product Management kommt, dem sind die Grundprinzipien des Arbeitens innerhalb einer Kategorie vertraut. Waschmittel soll Wäsche sauber machen, das ist die Einstiegsanforderung in die Kategorie der Waschmittel. Eine Menge weiterer Kundenwünsche existieren und alle Anbieter sind rege bemüht, diese zu erfüllen und für die Marke einen guten (Positionierungs-) Platz innerhalb des kategoriebezogenen Anforderungsspektrums zu finden. Erstaunlicherweise ist das Denken mit Kategorien in der Online-Welt nur stiefmütterlich verbreitet und wird zudem mit dem hierfür völlig ungeeigneten Instrument Benchmarking im Doppelsinne erledigt.

Denn die eigentliche Kernfrage, wer sich warum wie für mein Produkt interessieren sollte, kann durch Benchmarking nicht beantwortet werden – was als Nebeneffekt zur Etablierung merkwürdiger Standards innerhalb verwandter Kategorien führt, obzwar diese für die eigentlichen Kundenbedürfnisse überhaupt keine Relevanz haben. Zudem wird man verführt, jede noch so unbedeutende technische Innovation als zwingenden Grund für den bevorstehenden Erfolg fehl zu verstehen – dem Wettbewerb überhaupt voraus zu sein, das befriedigt bereits, da wird leicht sekundär, ob das in einer kundenrelevanten Disziplin passiert.

Nicht selten erliegt man da auch der Versuchung, Erfolgreiches aus anderen Geschäftsmodellen auf das eigene Modell zu übertragen. Wodurch gute Ideen für eine andere Sache gerne zur schlechten Idee für die eigene Sache werden.

Gastbeitrag von:
Gerd Witulski, Apples&Pears

PS: Hierzu passend – Perfektion

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