Strategie & Best Practices

Wenn Du an Deiner Strategie feilst und Dir ansiehst, was Deine Wettbewerber machen, ahme sie nicht einfach nach!

Best Practices, also die jeweils besten Anbieter Deiner Kategorie bzw. Deines Services oder Produkts, können das, was sie machen, sehr gut. Ihre Produkte und Services sind aber nicht zwingend exakt mit Deinen vergleichbar. Und wahrscheinlich sind sie auch nur die zur Zeit Besten ihres Faches, aber nicht zwingend die Lösung aller Probleme ihrer Kunden.

Ein simples Kopieren ihres Modells macht Dein Unternehmen nur so gut wie ihres. Wahrscheinlich sind die Best Practices aber bekannter als Dein eigenes Unternehmen – also bringt selbst das Anbieten derselben Lösung nicht viel: die Kunden werden Deinen Konkurrenten bevorzugen……solange, bis Du Dich ausreichend differenzierst und ein eigenständiges Produkt mit einem eigenen Charakter anbietest.

Eine gute Strategie bezieht den Wettbewerb in die Gestaltung des eigenen Produktes mit ein, verbleibt aber nicht bei einer simplen Kopie. Eine gute Strategie besteht darin, den Wettbewerb zu übertreffen, mit einer eigenen, unterscheidbaren Lösung. Sei mutig und gehe den eigenen Weg: Du wirst ausreichend viele Nutzer und Kunden finden, die Deine Lösung selbst der eines deutlich bekannteren Wettbewerbers vorziehen!

Pivoting

Der Pivot – ein im Start-up Zusammenhang aus dem Amerikanischen stammender Begriff für eine (signifikante) Änderung des Geschäftsmodells – ist nicht zuletzt durch den grossen Erfolg des überaus lesenswerten Buchs “The Lean Startup” von Eric Ries in Mode gekommen.

Gemeint ist mit dem Pivot die nach einiger Zeit notwendig gewordene Kurskorrektur der Unternehmensstrategie. Hat der Gründer beispielsweise monatelang vergeblich versucht, sein Produkt über Handelsvertreter an den Markt zu bringen, muss er sich die Frage stellen, ob diese Strategie lediglich mit anderen Mitteln weiterbetrieben werden soll oder ob sie an sich korrigiert werden muss, um das Unternehmen vor dem Untergang zu retten.

Entscheidet sich der Unternehmer für eine Kurskorrektur – einen Pivot – ist dies eine aus der Erfahrung abgeleitete Massnahme. Der Pivot an sich ist dagegen kein Strategieelement. Das sollte man wissen, denn es wird zunehmend so getan, als ob allein Strategieänderungen bereits Elemente der Strategie seien. Diesen Fehler begeht selbst das Wall Street Journal, das Instagram Gründer Kevin Systrom als gutes Beispiel für “Pivoting” anführt.

Flexibilität und Variantenreichtum sind essentielle Bestandteile der Unternehmensstrategie – nur sollte das nicht mit einer Bereitschaft zur sprunghaften Änderung von Geschäftsmodellen verwechselt werden. Gerade im Erkennen, ob ein Pivot notwendig ist oder nicht, liegt die Fähigkeit des guten Unternehmers. Verpasst er den Sprung zum neuen Geschäftsmodell, betreibt er ein Living Dead. Wechselt er jedoch bei den ersten Schwierigkeiten die Strategie, kann das genau der falsche Schachzug sein: Pivoting ist eine Fähigkeit, keine Strategie.

Managementwissen, oder: Von Dieter Mateschitz lernen

Nichts gegen Managementbücher. Nichts gegen Managementkurse. Und auch nichts gegen Strategische Unternehmensberatungen.

Aber: Hätte beispielsweise Dietrich Mateschitz Red Bull zu dem formen können, was es heute ist: das erfolgreichste Ein-Produkt-Unternehmen der Welt?

Ein Bestandteil der Red Bull Strategie besteht darin, Randsportarten sexy zu machen, ihre Protagonisten zu promoten und zu bezahlen, und eigene Wettbewerbe bzw. Ligen zu schaffen, über die diese Sportarten oder Kombinationen aus ihnen vortrefflich vermarktbar sind. Ein weiteres Element ist das kostenlose Red Bull Magazin, das grossen Tageszeitungen beigelegt wird und dessen Inhalte mittlerweile auch über eine iPad App herunterladbar sind. Ob es sinnvoll ist, das sogenannte Red Bulletin der F.A.Z. beizulegen, beantwortet sich von selbst nach der ersten Lektüre: nicht nur die Fotostrecken lassen so manches Geo-Spezial alt aussehen, sondern auch die Texte sind angenehmer lesbar und so spritzig-griffig formuliert, dass man ihnen der Lektüre einiger traditioneller Qualitätsjournalismus-Inhalte gegenüber den Vorzug gibt.

All das steht nicht in Lehrbüchern, wird den Studenten nicht in Unis beigebracht und dürfte auch den einen oder anderen bei Bain, Boston Consulting und Co. überraschen. Mateschitz und seine Truppe hat all das sicher auch nicht am Tag 1 im Sinn gehabt, aber der Erfolg von Red Bull beruht auf durchaus unkonventionellem Vorgehen.

Es ist nicht schlecht, Managementwissen zu besitzen und die Grundlagen der Strategischen Planung verinnerlicht zu haben, aber hinreichend für den Erfolg eines Unternehmens ist das nicht. Die im Vergleich zu Hygienefaktoren sogenannten Erfolgsfaktoren bei der Unternehmensführung sind in fast allen Fällen bekannter Unternehmer wie Dietrich Mateschitz unkonventioneller Natur. Sie entspringen dem Bauchgefühl des Unternehmers, der sich damit nicht selten über alle herrschenden Regeln hinwegsetzt.

KMR

Entrepreneurial Thinking vs langfristige Strategie

Als Unternehmer solltest du immer eine Strategie haben und mit voller Energie an deinen Zielen arbeiten… die Ziele von gestern sind aber meist ganz andere als die Ziele von heute:  Sei flexibel und halte nicht an eine langfristigen Strategie fest, wenn Dir der Markt und deine Kunden zeigen, dass eine Änderung sinnvoll ist.

Eine wirklich spannende Studie zum Thema: “What Makes Entrepreneurs entrepreneurial

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