Wie schütze ich meine Idee?

Regelmässig werde ich gefragt: “Wie schütze ich meine Idee?” Ob junge Gründer oder alte Hasen – viele wollen nicht so richtig heraus mit der Sprache, wenn es um ihre Geschäftsidee geht. Zu stark ist die Angst, dass ihre Idee geklaut werden könnte. Der Wunsch nach einem unterschriebenen NDA (Non Disclosure Agreement bzw. Vertraulichkeitsvereinbarung) wird laut.

Eigentlich ist dieses Verhalten arrogant. Warum? Weil die Person meint, ihre Idee sei originell, se sei auf ihrem eigenen Mist gewachsen, sie sei die erste Person mit dieser Idee. Allein diese Annahme ist in 99 Prozent aller Fälle falsch und daher im Bestfalle arrogant.

Zum anderen verhält es sich mit Ideen so: jeder kann sie haben, aber nur die wenigsten können sie umsetzen. Wir alle kennen das: “Man müsste mal dieses oder jenes machen.” Ja – bitte – nur zu!

Ideen sind wichtig, aber erst ihre Umsetzung ist erfolgsentscheidend. Also vergesst Eure Scheu und kommuniziert lieber mehr als weniger: Ihr könnt nur lernen!

Hartnäckig bei der Vision, flexibel in den Details

Verfolge hartnäckig Deine Vision, und zeige Dich flexibel in der konkreten Umsetzung Deines Geschäfts. Dieses von Amazon-Gründer Jeff Bezos ausgeliehenes Motto halte ich für eine der besten Unternehmer-Weisheiten überhaupt.

Im frühen Leben eines Start-ups sieht sich der Unternehmer vielen Kritikern gegenüber: diejenigen, die gar nicht an seine Idee glauben bzw. diese nicht verstehen. Dann diejenigen, die exakt begründen können, warum die Idee scheitern wird. Und noch viele andere mit weniger exakt zu definierenden “Abers” in der Tasche. (Damit will ich keinesfalls sagen, dass diese Kritiker per definitionem Unrecht haben – aber selbst in allen Fällen erfolgreicher Unternehmensgründungen gib/gab es diese Kritiker zuhauf.)

Ein Unternehmer muss stetige Kritik und negatives Feedback konstruktiv aufnehmen, d.h. diejenigen Aspekte in seiner Tagesarbeit berücksichtigen, die Verbesserungsvorschläge darstellen und seine Taktik entsprechend anpassen. Er sollte sich jedoch davor hüten, zu schnell an der Sache an sich oder gar sich selbst zu zweifeln – auch wenn anfängliche Erfolge ausbleiben. Die meisten Ideen und Vorhaben brauchen sehr viel länger, bis sich erkennbar Erfolg einstellt. Viele der heute sehr erfolgreichen Unternehmen standen in den frühen Phasen ihrer Existenz mehrfach am Rande des Ruins.

Daher gilt: sei unbeirrbar in der Verfolgung Deiner Vision – zeige jedoch die Bereitschaft, einzelne Aspekte Deines Geschäfts den Marktgegebenheiten anzupassen.

Passend hierzu sind die 5 Start-up Tips der Amen-Mitgründerin Caitlin Winner.

Idee und Umsetzung

Es gibt keinen Mangel an Ideen – was oft fehlt, ist der Wille zur Umsetzung. Nicht die beste Idee gewinnt, sondern diejenige, die mit der größten Tatkraft umgesetzt wird: der ehemalige Standard für Videocassetten VHS oder die Software von Microsoft sind gute Beispiele für im Markt äußerst erfolgreiche aber technisch mittelmäßige Produkte.

Also: Wenn Du meinst, genug Power zur Umsetzung Deiner Idee zu haben, fange heute damit an!

KMR

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