You don’t know which business you are in until you get ino the business. Don’t bet bogged down to the detail. Just get started. The rest works itself out.
(George Rathmann)

Die Motivation des Gründers

In Zeiten häufiger Exits, also üblicherweise am Ende einer guten Phase für Start-ups und VCs, werden angesteckt durch diese sichtbaren Erfolge immer noch mehr Unternehmen gegründet. Und während grundsätzlich jede Unternehmensgründung per se gut ist, weil etwas Neues entsteht und sich Menschen dem Risiko aussetzen, ohne Sicherheitsnetze zu arbeiten, scheinen einige Gründungen eher zweifelhafter Natur zu sein: die immergleichen neuen Services einer Art, die sich nur in Farbe, Name und PR-Texten unterscheiden, entsprechen eben nicht dem Gedanken, Neues zu schaffen – sondern vielmehr dem Wunsch, auf die Schnelle mit einem scheinbar akzeptierten Business Model einen Exit hinzulegen.

Wer so vorgeht, also den Markt scannt, erfolgversprechende Dienste kopiert und währenddessen schon den potentiellen Käufer nicht nur im Auge hat sondern gleich mit ins Boot holt, um nach ein paar Monaten vom erfolgreichen Exit sprechen zu können, der handelt durchaus schlau. Er geht ökonomisch klug und effizient vor und minimiert sein eigenes Risiko. Neues dagegen schafft er nicht. Er ist weder innovativ, noch ist sein Geschäft oder gar das dahinterliegende Modell nachhaltig: es funktioniert von Einzelfall zu Einzelfall – Misserfolge inbegriffen.

Vergleichbar ist diese “Start-up Maschinerie” vielleicht am ehesten mit dem Private Equity Bereich: hier handeln kluge, exzellente Analytiker, bewerten Unternehmen, kaufen im Falle von Unterbewertungen und verkaufen, wenn ein höherer Wert erzielbar ist. Hedge Funds, die sich auf minimale Bewertungsdifferenzen spezialisiert haben, sind die Könige dieser Disziplin – mit grossem Hebel werden kleinste Bewertungsunterschiede genutzt und entsprechende Handelsgewinne erzielt.

Ohne dieses Geschäft bewerten zu wollen (ich habe grossen Respekt vor dem Profis in dieser Branche), ist meiner Ansicht das Start-up Business ein anderes: alle mir bekannten Mega-Erfolge (Apple, Google, Facebook, Microsoft, Amazon, etc.) sind nicht als Me-too Projekte entstanden sondern auf Basis der Visionen ihr Gründer. Sie alle wollten etwas Neues schaffen und mussten sich in ihrer jeweiligen Zeit gegen Skepsis, Widerstand und Spott durchsetzen. Sie haben teileweise jahrelang kämpfen müssen, um der Welt ihren Erfolg demonstrieren zu können. Und was sicher keiner von ihnen bei der Unternehmensgründung im Sinn hatte, war der Verkauf ihres Unternehmens.

Der geplante Verkauf des eigenen Unternehmens ist mein Ansicht nach keine geeignete Basis für die Gründung eines Start-ups. Wer so vorgeht, kann – wie oben beschrieben – eine Kopiermaschinerie aufbauen und erfolgreich betreiben. Etwas Neues schafft er nicht, er ist nicht innovativ und er wird sicher nicht die Welt verbessern. Um wirklich etwas zu erschaffen, muss der Gründer von sich und seiner Idee überzeugt sein – so überzeugt, dass er nicht müde wird, für diese Idee zu kämpfen und sie unter Umständen jahrelang gegen Widerstände durchzusetzen. Er muss an sich und die Idee glauben.

PS: Ein sehr schönes Beispiel für eine gelungene Innovation ist der Bluetooth Shoe.

Unternehmensgründung macht Spass!

Unternehmen zu gründen sollte eine Menge Spass machen. Der amerikanische Mobilfunkprovider zeigt in diesem netten Video, dass der Aufbau eines Start-ups nicht nur eine spassige Angelegenheit, sondern auch kinderleicht ist!

Weniger ist mehr.

Ihr kennt das: die einfachsten Produkte mit den simpelsten Funktionen sind oft die besten Produkte. Sie gehen selten kaputt und können das, wofür sie hergestellt worden sind, sehr gut.

Also: Wenn Ihr ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung anbieten wollt, beschränkt Euch dabei auf das Wesentliche! Konzentriert Euch auf eine oder ein paar Funktionen, die Ihr bis ans Ende durchdenkt (Merke: wenn Du meinst, Du hast alles durchdacht, liegst Du falsch – denke nocheinmal darüber nach – und morgen wieder!) und so einfach und stabil macht, dass es jeder Nutzer versteht, gut findet und sogar Geld dafür zahlt!

KMR

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