Wer kontrolliert das Start-up: Unternehmer oder VC?

Eine weitverbreitete Meinung bei sehr jungen Unternehmern ist, dass sie selbst dann noch die Kontrolle über ihr Unternehmen haben, wenn sie durch Venture Capitalists finanziert worden sind. Bei älteren Unternehmern herrscht die umgekehrte Sichtweise vor: als Geldgeber sitze der VC immer am längeren Hebel und damit kontrolliere er das Start-up, heisst es.

Fred Wilson hat hierzu eine passende Zusammenfassung geliefert, die ich komplett unterstütze und in eigenen Worten widergebe:
Die Wahrheit liegt – wie so oft im Leben – dazwischen: die Kontrolle und Macht im Unternehmen hat derjenige, ohne den man nicht auskommt. Hängt ein Unternehmen am Tropf des Kapitals, weil trotz bisheriger Anstrengung kein Umsatz gemacht wird und die Chancen auf eine Nachfinanzierung täglich sinken, sitzt der Geldgeber am längeren Hebel und wird seine Vorstellungen zur Unternehmensstrategie zur Geltung bringen.

Läuft es im Unternehmen dagegen rund, die Hebel zur Umsatzgenerierung greifen und alle Beteiligten können die zunehmende traction des Start-ups erkennen, ist der Unternehmer in einer starken Position: er und seine Mannschaft sind offensichtlich Herr des Verfahrens und augenscheinlich die besten Personen, um das Kapital des VC zu vermehren.

Einfach formuliert heisst das: Unternehmer haben die Kontrolle über ihr Unternehmen, wenn’s rund läuft – VCs , wenn es nicht läuft. Das ist die ganze Wahrheit.

Sind Unternehmer glücklicher als Manager?

Die Gretchenfrage für viele junge dynamische aufstrebende Menschen: Unternehmer oder Manager? In ihrer Untersuchung kommen Ethan Mollick und Matthew Bidwell von der Wharton Business School zum Ergebnis, dass Unternehmer glücklicher sind als Manager.

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Geld und Macht scheinen doch glücklicher zu machen. Oder ist es eher die Freiheit, selbstbestimmt zu leben?

The man in the arena

Michael Arrington verweist heute in seinem lesenswerten Beitrag zur medialen Rezeption des Wechsels von Marissa Mayer zu Yahoo und der unternehmerischen Aktivitäten des Digg-Gründers Kevin Rose auf ein Zitat aus einer Rede Theodore Roosevelts, die er 1910 an der Sorbonne in Paris hielt.

It is not the critic who counts; not the man who points out how the strong man stumbles, or where the doer of deeds could have done them better. The credit belongs to the man who is actually in the arena, whose face is marred by dust and sweat and blood; who strives valiantly; who errs, who comes short again and again, because there is no effort without error and shortcoming; but who does actually strive to do the deeds; who knows great enthusiasms, the great devotions; who spends himself in a worthy cause; who at the best knows in the end the triumph of high achievement, and who at the worst, if he fails, at least fails while daring greatly, so that his place shall never be with those cold and timid souls who neither know victory nor defeat.

Man kann es nicht besser formulieren. Häufig, wenn in den Medien über die (Miss-)Erfolge bekannter Unternehmer, Gründer und Manager berichtet wird, geschieht dies in einem wissenden, belehrenden Ton, der den handelnden Personen nur selten gerecht wird: es ist ein grosser Unterschied, ob ich dem Treiben von der Seitenlinie aus zusehe, oder selbst federführender Teil des Geschehens bin.

Klar – der Beobachter kann nicht in die Rolle des Handelnden selbst schlüpfen, so wie ein Trainer nicht so gut sein muss wie der Trainierte. Aber eine aufgeklärte seriöse Berichterstattung berücksichtigt die unterschiedliche Perspektive: sie versetzt sich in den Handelnden hinein und nimmt das Geschehen aus seiner Perspektive wahr. In den meisten Fällen ist es sowieso viel komplexer, als es über die Medien beim Leser oder Zuschauer ankommt.

Daher der Appell an Journalisten und Blogger: versucht, diesen Perspektivenwechsel durchzuführen. Der Leser bzw. Zuschauer wird es Euch danken!

Der Tiefpunkt (3) – und sein grösster Vorteil

Der grösste Vorteil einer Schwächephase besteht in dem immens hohen Erfolg, der denjenigen winkt, die die Talsohle durchschritten haben. Es sind nur noch wenige. Die meisten haben aufgegeben.

Derjenige, der Schwächephasen als de facto Phasen erkennt, sollte sie geradzu aktiv suchen! Warum? Weil sie die höchsten Gewinne versprechen, die man nicht (mit vielen) anderen teilen muss, weil man der einzige ist, dervsie abschöpfen kann.

i5labs afterworks

Im Rahmen von i5invest (Projektname i5labs) laden wir ab jetzt jeden 2. Donnerstag im Monat ab 18:00 Uhr (open end) Gründer und Leute mit Ideen in unser Büro in Wien (Spengergasse 37, 1050) ein um sich informell bei einem unterhaltsamen Abend besser auszutauschen und vor allem um eine ungezwungene und lockere Vernetzung der Start-Up Szene in Österreich zu ermöglichen.

Die Pitch-Drinks dienen dazu neue Projekte innerhalb der Spengergasse und spannende externe Projekte oder Start-Ups jeweils im Rahmen eines 2-4 minütigen Pitches vorzustellen. Auch kann die Gelegenheit genutzt werden um Ideen (privat oder beruflich) zu pitchen um sich von den anderen Feedback zu holen, Interesse für die Idee zu wecken oder damit ein Projekt zu initiieren.

Wir freuen uns auf Dein kommen – bitte vorab um kurzes mail an afterworx@i5invest.com

SK

Manager vs Unternehmer

Die meisten Menschen sind keine Unternehmer. Das ist zum einen historisch begründbar – die industrielle Revolution brachte uns die Fabriken und damit die Möglichkeit, ohne eigenes Risiko handelnd nach den Befehlen des Vorgesetzten Geld zu verdienen – zum anderen liegt es im Wesen des Menschen, Stabilität und Sicherheit zu suchen. Wir wollen das Fehlen von Verantwortung, das uns ein Job bieten kann.

Im heutigen Indien ist der Traumjob Regierungsbeamter: neben klimatisierten Büros, guter Bezahlung und gleichförmiger Arbeit muss man nicht selbst die Initiative ergreifen. In Ländern westlicher Prägung suchen die meisten Menschen Jobs in Großunternehmen – und die karrierebewussten beginnen bei einer Unternehmensberatung. In beiden Fällen besteht der sicherste Weg die Karriereleiter hinauf darin, die Anordnungen und Wünsche der Vorgesetzten möglichst gut umzusetzen. In seltenen Fällen gibt es Manager, die eigeninitiativ handeln oder die Traditionen und Gesetze ihrer Organisationen brechen. Die machen sich meist selbständig.

Vermutlich ist es für das Funktionieren einer Volkswirtschaft notwendig, dass die meisten Menschen risikoarm in Organisationen Aufgaben abarbeiten, während eine Minderheit auf eigenes Risiko versucht, Neues zu schaffen.

Frage Dich, welche Aussicht Dir mehr behagt: Sicherheit oder Risiko?

KMR

Bin ich ein Unternehmer?

Es gibt eine Menge an wissenschaftlicher Lektüre über das, was den Unternehmer ausmacht: einige Erklärungsansätze stellen genetische Voraussetzungen in den Mittelpunkt, d.h. vereinfacht: wenn Deine Eltern bzw. Grosseltern selbständig waren, wirst Du es auch. Andere sehen Dein soziales Umfeld als entscheidendes Element für die Entscheidung pro/contra Unternehmensgründung.

Im Grunde ist es ganz einfach: Du kannst ein Unternehmen gründen, wenn Du bereit bist, mehr und härter als andere zu arbeiten – auf die Gefahr hin, weniger bis gar nichts zu verdienen. Zugegeben – das hört sich nicht gerade vielversprechend an, ist aber realistisch: die allermeisten Unternehmer verdienen vergleichsweise wenig Geld und leiden regelmäßig unter Existenzsorgen. Wenn Du Dein Studium gerade abgeschlossen hast und keine Familie ernähren musst – kümmert Dich das wenig. Daher ist das auch der ideale Zeitpunkt, um das erste Unternehmen zu gründen. Wenn es nicht funktioniert, kannst Du immer noch Deine Karriere als Manager starten. Musst Du dagegen Kinder ernähren, solltest Du sehr belastbar und stressresistent sein, wenn Du ein festes monatliches Gehalt gegen eine potentielle Gesellschafter-Entnahme eintauschen willst.

Warum ist das Unternehmerdasein dennoch für viele so reizvoll? Hauptsächlich aus zwei Gründen:
1. Du bist Dein eigener Chef. Niemand (außer Kunden und Bankern / VCs) macht Dir Vorschriften.
2. Wenn es gut läuft, kannst Du Reich werden.

Kurzum: hartgesottene, belastbare, risikofreudige und kreative Menschen können Unternehmer werden. Die anderen sollten es sein lassen.

KMR

Exit Strategie

Den Begriff Exit Strategie hörst Du spätestes von Venture Capitalists, denen Du Dein Projekt vorstellst. Sie fragen Dich: An wen willst Du Dein Unternehmen (nach 2-5 Jahren) verkaufen? Die Implikation hierbei ist: richte Dein Unternehmen bereits jetzt darauf aus, dass Du es an einen Käufer aus einer Gruppe potentieller Kandidaten verkaufen kannst!

Vergiß es. Mach es nicht. Überlege: warum willst Du Dich selbständig machen bzw. warum bist Du Unternehmer? Weil Du gern Unternehmer bist! Weil Du Dein Ding durchziehen willst. Frage Dich nicht – und schon gar nicht vor dem Launch Deines Unternehmens – an wem Du Dein Vorgehen, Deine Strategie ausrichten willst!

Zum einen sind die Chancen auf die Entwicklung Deines Unternehmens in der geplanten (!) Zeit und einen daraus resultierenden Exit minimal – ich wiederhole: minimal – und zum anderen warum solltest Du etwas aufhören, was Du gerne machst, was Dich erfüllt?

KMR

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