True fishermen cast their lines not because they want the fish, but because they like fishing. (Andy Rachleff)

Added Value: Welche Vorteile bringt der VC Investor dem Start-up?

Value Add – der Mehrwert, der durch den Einstieg eines VC Investors geschaffen wird – ist ein oft kommunizierter Aspekt bei Start-up Finanzierungen: neben dem reinen Investitionskapital verspricht der VC, Expertise seiner Partner und sein Netzwerk einzubringen. In der Praxis muss der Gründer aufpassen, dass dies keine Lippenbekenntnisse bleiben.

Value Add

Als Gründer braucht man vor allem eines: Geld. Alles andere, so meint man, ist vorhanden: Geschäftsidee, Team, Spirit – lediglich an Kapital mangelt es. Auf den zweiten Blick erkennt der selbstkritische Gründer weitere Mangelerscheinungen: in vielen Fällen fehlt im Team eine bestimmte Expertise – beispielsweise ein Vertriebsprofi. In den meisten Fällen – zumindest bei Start-ups mit jungen Gründerteams – ist auch noch kein Netzwerk vorhanden. Die Gründer starten vielmehr mit viel Esprit und einem starken Produkt in einen Markt, in dem sie bisher nur bedingt Erfahrungen gewonnen haben und dessen Player sie nicht persönlich kennen.

Will man beispielsweise eine App im Reisemarkt launchen, empfiehlt es sich, die eingesetzte Reservierungs-Software und die relevanten Marktteilnehmer zu kennen bzw. einen Draht zu ihnen aufbauen zu können. An dieser Stelle kann der Investor auf den Plan treten. Kennt er sich im Markt aus, kennt er auch die Player. Da er als Kapitalgeber von der Seitenlinie aus agiert, kann er zu Marktteilnehmern einfach und unvorbelastet Kontakt aufnehmen und beispielsweise Kooperationsmöglichkeiten eruieren. Auf diesen qualitativen Aspekt einer Investition in ein Start-up sollte vom Gründer Wert gelegt werden.

Vereinfacht lässt sich mit der obigen Graphik von Patrick Vlaskovits sagen: entweder Du nimmst sogenanntes “dumb money” auf; d.h. Geld von Personen, die sich mit dem Markt überhaupt nicht auskennen und die aller Voraussicht nach auch kein ausgereiftes Reporting verlangen (bestes Beispiel: die eigenen Eltern) oder Du suchst Dir Investoren, die Deinen Markt bzw. Deine Produktkategorie kennen und Dir neben dem Geld auch sehr konkrete operative Hilfestellungen geben können: sie unterstützen Dich im Vertrieb, besorgen Dir Kontakte und Gespräche mit möglichen Partnern, etc. das sog. Smart Money. Vermeide jedoch, Dich mit Investoren aus dem mittleren Bereich der Kurve ins Bett zu legen: denen musst Du in jedem Gespräch den Markt neu erklären oder ihre eher gewöhnungsbedürftigen Vorschläge zur Geschäftsentwicklung entkräften. Mit anderen Worten: nicht nur der VC sucht sich das Start-up aus, auch Du suchst Dir den VC aus. Und da es um viel Geld geht, wähle sorgfältig!

Venture Capital loves Apps

Während im Jahr 2009 nur 19% des Venture Capital aus dem Technologiebereich in Mobile Anwendungen flossen, sind das im Jahr 2012 laut Investmentbank Rutberg & Co. bereits stattliche 46%.  Grössten Anteil an dieser Entwicklung haben mobile Apps: 26% des Risikokapitals fliessen in B2C App Start-ups.

VC and Apps

VC and Apps

VC and Apps

AppInvest – Investitionen in die App Economy

Jetzt ist es offiziell – wir haben unsere AppInvest Website freigeschaltet. Das war gar nicht so einfach, denn die Website besteht nur aus einer Seite – und Ihr glaubt nicht, wie schwer es ist, wenig zu schreiben, wenn man auch viel schreiben könnte. Von der Beschränkung auf 160 Zeichen bei Twitter ist uns dieses Phänomen bekannt.

AppInvest

 

Wie einige unserer Leser bereits wissen, haben wir AppInvest mit dem Ziel gegründet, Investitionen in die App Economy zu tätigen: Neben konkreten Apps sind damit auch Produkte und Services gemeint, die auf Apps basieren bzw. bei denen Apps eine entscheidende Rolle einnehmen. Wir  bieten mit AppInvest externen Investoren die Möglichkeit, sich direkt in die Wachstumsbranche Nr.1 – die Mobilbranche – einzukaufen. Mit diesem Fokus besetzen wir eine hochinteressante Nische, die für alle diejenigen potentiellen Kapitalgeber wichtig ist, die an die Digitalisierung weiter Teile des täglichen Lebens glauben.

Hier auf idee.vc werden wir uns zu den Themen äussern, die auch bei AppInvest wichtig sind und Unternehmensgründern helfen können, ihre Start-ups zu launchen und erfolgreich voranzutreiben: extrem wichtig für jeden Entrepreneur ist der Austausch untereinander und der unverkrampfte Umgang zwischen Gründern und Investoren. Für diese konstruktive Zusammenarbeit soll AppInvest stehen – wir freuen uns sehr auf die Gespräche mit vielversprechenden Gründerteams, die sich in der Zwischenzeit auch schon gut angelassen haben.

Interessierte Start-ups können sich auf AppInvest über das Vorgehen für eine Zusammenarbeit informieren.

Yuki in der mobilbranche über den Start von AppInvest

Wer kontrolliert das Start-up: Unternehmer oder VC?

Eine weitverbreitete Meinung bei sehr jungen Unternehmern ist, dass sie selbst dann noch die Kontrolle über ihr Unternehmen haben, wenn sie durch Venture Capitalists finanziert worden sind. Bei älteren Unternehmern herrscht die umgekehrte Sichtweise vor: als Geldgeber sitze der VC immer am längeren Hebel und damit kontrolliere er das Start-up, heisst es.

Fred Wilson hat hierzu eine passende Zusammenfassung geliefert, die ich komplett unterstütze und in eigenen Worten widergebe:
Die Wahrheit liegt – wie so oft im Leben – dazwischen: die Kontrolle und Macht im Unternehmen hat derjenige, ohne den man nicht auskommt. Hängt ein Unternehmen am Tropf des Kapitals, weil trotz bisheriger Anstrengung kein Umsatz gemacht wird und die Chancen auf eine Nachfinanzierung täglich sinken, sitzt der Geldgeber am längeren Hebel und wird seine Vorstellungen zur Unternehmensstrategie zur Geltung bringen.

Läuft es im Unternehmen dagegen rund, die Hebel zur Umsatzgenerierung greifen und alle Beteiligten können die zunehmende traction des Start-ups erkennen, ist der Unternehmer in einer starken Position: er und seine Mannschaft sind offensichtlich Herr des Verfahrens und augenscheinlich die besten Personen, um das Kapital des VC zu vermehren.

Einfach formuliert heisst das: Unternehmer haben die Kontrolle über ihr Unternehmen, wenn’s rund läuft – VCs , wenn es nicht läuft. Das ist die ganze Wahrheit.

App entrepreneurs, let the show begin!

Von hoher Warte bekommen wir Unterstützung für unsere Ansicht, dass aktuell wieder einer DER Momente zur Gründung von Unternehmen gekommen ist. Auf der Fortune Magazine’s Brainstorm Tech Conference verglich Marc Andreessen, der Top Venture Capitalist dieser Tage – Partner bei AndreessenHorowitz – 2012 mit dem Jahr 1999, als er und andere die Bonanza des Internet losgetreten haben.

Während man damals 50 Millionen Internet Nutzern Services verkaufte, stehen wir in der App Economy heute 5 Milliarden potentiellen Nutzern gegenüber. Wir können uns nicht glücklich genug schätzen, mit Apps soviele Menschen so leicht und schnell erreichen zu können.

Leute, macht Euch auf die Socken und gründet App Start-ups! Jetzt ist die Zeit! Wenn Ihr gut seid und eine überzeugende Idee habt, meldet Euch bei AppInvest – und wir reden über Finanzierung. Let the show begin!

VC Scout Programme

Dieser Tage wurde evident, was dem aufmerksamen Beobachter der US-amerikanischen VC-Szene klar gewesen sein dürfte: (grosse) VC Unternehmen knüpfen über Mittelsmänner aka Business Angels Kontakte zu Start-ups und initiieren das Investment über dieselben. Das Start-up denkt, das Investment käme vom Business Angel, dabei holt es sich in Wirklichkeit einen VC als Gesellschafter ins Boot.

Das ganze Thema wird wie eine Enthüllungsgeschichte behandelt: anonyme Tipster stecken die Information ausgewählten Tech-Blogs (e.g. Pando Daily), die wiederum andeutungsweise vorgehen und erst dann die Namen der VCs veröffentlichen, wenn diese die Existenz der Scout Programme bestätigen – in diesem Fall Sequoia.

Ist das Vorgehen denn verwerflich? Diese Frage wird heftig diskutiert.

Ja, es ist nicht ok, wenn der investierende Business Angel seine Scout-Funktion verschweigt. Das Start-up muss wissen, mit wem es Verträge schliesst und wer der neue Gesellschafter ist.

Nein, ein Scout-Programm ist keinesfalls verwerflich, wenn Transparenz darüber besteht: je grösser VCs werden, desto weniger leicht fällt es ihnen, als Scouts zu agieren. Umso eher müssen sie auf die Unterstützung Dritter – aka Scouts – zurückgreifen. Für den Entrepreneur kann der Zugang über den Scout sogar von Vorteil sein, weil er mit ihm eine engere Beziehung eingehen kann – etwas, was im Zusammenspiel mit VCs oft nicht möglich ist.

Solange Transparenz besteht, sind VC Scout Programme eine gute und wünschenswerte Einrichtung!

Start-ups: USA – Deutschland 1:0

Die USA sind uns Deutschen hinsichtlich Unternehmertum und Start-up Gründungen weit voraus. Nur etwa viermal so gross wie Deutschland, bringen die Nordamerikaner etwa 20mal soviele Start-ups hervor. Im Technologiebereich ist dies besonders augenfällig. So kommt es auch dazu, dass deutsche Gründer ihre US-Vorbilder nachahmen, wobei ich noch von keinem US-Klon eines deutschen Unternehmens gehört habe.

Die Gründe für dieses Missverhältnis sind vielfältiger Natur: Basis ist vermutlich die grundsätzlich höhere Bereitschaft zum Risiko, wie sie den Amerikanern bereits von den Gründungsvätern ins Gebetbuch geschrieben wurde.

Einen anderen – oder besser gesagt, von einer höheren Risikobereitschaft abgeleiteten – Grund sehe ich in der höheren Flexibilität amerikanischer Start-ups im Vergleich zu deutschen.

In einem deutschen Business Plan ist der Break Even die wichtigste Kennziffer. Die Profitabilität geht im Plan eng einher mit einem konsistenten Geschäftsmodell, das inhaltlich wie quantitativ über bis zu 5 Jahre geplant (vorausgesagt) wird.

Deutsche Jungunternehmer halten sich demzufolge häufig eng am mit Geldgebern vereinbarten Business Model, auch wenn dieses auf keinerlei Akzeptanz im Markt stösst. Ein deutsches Start-up funktioniert oder funktioniert nicht (mit dem gegebenen Modell).

Venture Capitalists in den USA legen dagegen den grössten Wert auf die sogenannte traction – also die Akzeptanz des Business Models am Markt. Nutzen mehr und mehr Menschen das Angebot des Start-ups, so wird investiert – dabei ist die Gewinn- und Verlustsituation zunächst zweitrangig. In der Anfangszeit wird dem Start-up jede mögliche Änderung des Modells gewährt – solange sich dies positiv auf das Nutzerwachstum auswirkt.

Stars der Tech-Szene wie Google, Twitter, Facebook, Foursqare u.a. haben alle diverse Änderungen ihrer Modelle durchlaufen, bis sie zu dem monetären Erfolg wurden, der heute vorhanden ist bzw. sich abzeichnet.

Eine hohe Risikobereitschaft gepaart mit Flexibilität bezüglich des Geschäftsmodells sind die beiden tragenden Säulen der Start-up Szene in den USA. Um ein Stück dieses Erfolgs auch hierzulande zu verbuchen, bedarf es keiner Gesetzsänderung, Initiativen der Bundesregierung oder Entrepreneurship-Studiengänge. Die handelnden Personen haben es selbst in der Hand: VCs sollten unternehmerisch denken und Unternehmer müssen den Mut zu ständigem Ausprobieren und steter Veränderung aufbringen.

KMR

Exit Strategie

Den Begriff Exit Strategie hörst Du spätestes von Venture Capitalists, denen Du Dein Projekt vorstellst. Sie fragen Dich: An wen willst Du Dein Unternehmen (nach 2-5 Jahren) verkaufen? Die Implikation hierbei ist: richte Dein Unternehmen bereits jetzt darauf aus, dass Du es an einen Käufer aus einer Gruppe potentieller Kandidaten verkaufen kannst!

Vergiß es. Mach es nicht. Überlege: warum willst Du Dich selbständig machen bzw. warum bist Du Unternehmer? Weil Du gern Unternehmer bist! Weil Du Dein Ding durchziehen willst. Frage Dich nicht – und schon gar nicht vor dem Launch Deines Unternehmens – an wem Du Dein Vorgehen, Deine Strategie ausrichten willst!

Zum einen sind die Chancen auf die Entwicklung Deines Unternehmens in der geplanten (!) Zeit und einen daraus resultierenden Exit minimal – ich wiederhole: minimal – und zum anderen warum solltest Du etwas aufhören, was Du gerne machst, was Dich erfüllt?

KMR

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